
Eine Ausstellung der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora in Kooperation mit dem Stadtmuseum Weimar, der Initiativgruppe Lager Mühlberg e.V. und dem Stadtmuseum Mühlberg
Seit den 1990-er Jahren wurden im Gelände des Konzentrationslagers und des späteren sowjetischen Speziallagers 2 Buchenwald immer wieder einzigartige Funde geborgen. Darunter sind zahlreiche gut erhaltene Tongefäße, häufig kunstvoll verziert oder mit einfachen Initialen und Aufschriften versehen. Als Sachzeugnisse können diese Fundstücke komplexe Geschichten über das (Über-)leben der Häftlinge erzählen: In einer ?Lagertöpferei? im sowjetischen Speziallager 1 in Mühlberg/Elbe entstanden, sind sie im Herbst 1948 mit einem Transport von 3.500 Häftlingen aus Mühlberg nach Buchenwald gelangt. Die Voraussetzungen, unter denen diese einfach anmutenden Gefäße entstanden sind, geben ihnen ihren besonderen Wert: Unter beschwerlichsten Lagerbedingungen fertigten sie Häftlinge mit besonderer Kunstfertigkeit und erfüllten sich durch individuelle Verzierungen und Beschriftungen ihren Wunsch nach Ästhetik und Selbstbehauptung.
Die Sonderausstellung gibt anhand persönlicher Schicksale einen Einblick in den Alltag der Häftlinge in den sowjetischen Speziallagern, das System der sowjetischen Speziallager in der SBZ und den bürokratischen Umgang der sowjetischen Militärregierung mit dem so genannten "Spezkontingent".
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