Geschichte, Architektur und Denkmalpflege
13. September 2021 • Geschrieben von
Stefanie Mueller-Durand
Entdeckt Orte, die man sonst nicht zu Gesicht bekommt: Am 12. September 2021 öffnen tausende Denkmale in ganz Deutschland ihre Türen und heißen Besucher herzlich willkommen – beim Tag des offenen Denkmals. Ob vor Ort oder digital: Abwechslungsreiche Einblicke, neue Eindrücke und spannende Geschichten aus der Denkmal-Welt warten auf euch.
Faszinierende Denkmäler
Jedes Jahr, am zweiten Sonntag im September, werden im Rahmen der Veranstaltung bundesweit zahlreiche Baudenkmale und archäologische Denkmale für Besucher geöffnet. Darunter befinden sich auch Kulturdenk-male, die sonst nicht der Öffentlichkeit zugänglich sind. Die für jedermann geöffneten Denkmale sollen die Öffentlichkeit für die Bedeutung des kulturellen Erbes sensibilisieren und das Interesse für die Belange der Denk-malpflege wecken. Vielerorts gibt es ein vielfältiges Programm mit Führungen, Sonderausstellungen, Präsentationen und weiteren Veranstaltungen. Sachkundige Mitarbeiter und Partner der Denkmalämter, örtliche Grabungsleiter, ehrenamtliche Bodendenkmalpfleger, Vereine und Denkmaleigentümer geben vor Ort einen Einblick in das bauhistorische Erbe und die Denkmalpflege im Freistaat Thüringen.- Bismarck-Feuersäule: 1898 schlug der Rudolstädter Lehrer Dr. Leinhose bei einer Veranstaltung des Rudolstädter Abend vor, eine Bismarck-Feuersäule auf dem Zeigerheimer Berg zu errichten. Die Einweihung fand 1899 statt. Besichtigung des Turminneren und Vorträge erwarten die Gäste. Foto: Astrid von Killisch-Horn
- Bockwindmühle Krippendorf: Die Bockwindmühle Krippendorf wurde 1738 bis 1742 erbaut, von Werner Westermann bis 1983 vollständig restauriert, 2007 durch den Orkan Kyrill zerstört und bis 2010 nach historischem Vorbild wieder errichtet. Euch erwarten Führungen und mehr. Foto: Karsten Seifert
- Bürgerzentrum Cruciskirche: Die Kirche wurde 1392 erbaut und blieb bis 1937 Gotteshaus. Danach verkaufte die Kirchengemeinde das Gebäude an die Stadt. 1989 standen nur noch der Turmstumpf und die Außenmauern. Euch erwarten Turmführungen, Hausbesichtigung, Bücherbasar etc. Foto: Förderverein Cruciskiche/Lintner
- Forst-Sternwarte: Die kleine Sternwarte wurde 1903 als erste Werkstern-warte der Firma Carl Zeiss errichtet. Sie besteht aus dem 6 Meter-Kuppelbau und einem kleinen Werkstattgebäude. 1913 entstand der Vorbau, 1936 wurde ein weiterer Anbau angefügt. Am Denkmaltag werden Führungen angeboten. Foto: E. Zimmermannn
- Historischer Schieferbergbau: Das Technische Denkmal Lehesten verkörpert als Industrieensemble die Schiefergewinnungsstätte am Originalstandort zwischen 1845 und 1964. Der Bereich ist in direkter Nähe zum seit 2006 gefluteten, ehemaligen Tagebaubereich gelegen. Zum Denkmaltag erwartet euch ein umfangreiches Angebot aus Führungen und mehr. Foto: Wolfgang Vogel
- Rittergut Knau: Der 1608 erbaute Renaissancebau beherbergte zwei festliche Renaissancesäle. 1798 wurde das Ensemble um ein herrschaftliches Herrenhaus erweitert. Der Förderkreis Rittergut Knau e.V. lädt zu Führungen, Familienprogramm und mehr. Foto: Stephan Umbach
- Schloss Todenwarth: Die Burgruine Todenwarth ist die Ruine einer spätmittelalterlichen Höhenburg und der Stammsitz Todenwarth, der 1997 von einem Nachfahren als Ruine erworben und seitdem restauriert wurde. Die Besucher erwartet ein kleiner Topf- und Bücherflohmarkt, Kaffee und Kuchen, Ausstellung und mehr. Foto: Dr. J. Halbig
- St. Gangolf Kirche: Auf den historischen Grundmauern eines Vorgängerbaus wurde die Kirche St. Gangolf erbaut und 1697 fertiggestellt. Im 19. Jahrhundert erhielt der schmale Kirchturm einen neuen, massiven Aufbau. Am Tag des offenen Denkmals findet das 1225-jähriges Dorfjubiläum statt. Foto: Untere Denkmalschutzbehörde Ilm-Kreis
- Villa Korn (ehem. Schmidt): 1906 wurde die Fabrikantenvilla im Jugendstil von Herrn Schmidt als dessen Wohnhaus erbaut. Die Autogarage neben dem Hauptgebäude wurde 1910 fertiggestellt und zählt heute zu den ältesten ihrer Art in Thüringen. Bei einer Führung können ihr die baulichen Highlights entdecken. Foto: Villa Korn GbR
Der schöne Schein ist Thema
Das diesjährige Motto lautet: „Sein & Schein – in Geschichte, Architektur und Denkmalpflege“. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz ruft alle Veranstalter dazu auf, ihre Denkmale passend zu diesem Motto zu präsentieren. Der schöne Schein ist nicht erst heute ein Thema, sondern begegnet uns immer wieder in der Architekturgeschichte. Denkmale zeugen bis heute davon und beeindrucken mit optischen Täuschungen und Illusionen. Schon seit vielen Jahrhunderten, von der Antike über die Kunst und Architektur des Barocks bis heute, faszinieren uns die Tricks und Künste, die hinter solchen Illusionen stecken.Sinnestäuschungen
Für Sinnestäuschungen in der Architektur sorgen z. B. Wand- und Deckenmalerei, wie beispielsweise Scheinkuppeln, die Räume visuell erweitern und vergrößern. Mithilfe von Farben, Putz und Reliefs entstanden sogenannte Scheinfassaden, die Fenster, Säulen und Ge-simse vortäuschen konnten. Neben Quaderputz gehören Grisaillemalerei, Rustizierung, Holz-Maserung oder Stuckmarmor zu den historischen Techniken, mit denen Handwerker und Baukünstler beeindruckende architektonische Illusionen schufen. Viel wird geboten im Freistaat. Von Nord bis Süd, von Ost bis West – wir haben euch deshalb eine kleine aber feine Auswahl von Denkmälern in ganz Thüringen zusammengestellt.Hard Facts
- Wann? 12.September
- Wo? in ganz Thüringen
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