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QueerBlog: Thüringen feiert queere Weihnachten mit dem Dezember-Kalender

11. Dezember 2023 • Geschrieben von Stefanie Mueller-Durand
Gleichberechtigung geht uns alle an. Sie ist ein Menschenrecht – unabhängig von Geschlecht, Sexualität oder Hautfarbe. Und weil diese Botschaft noch längst nicht in allen Köpfen angekommen ist, widmet sich die Thüringer LSBTIQ*-Koordinierungsstelle im t.akt-Magazin regelmäßig in unserem „Queer-Blog“ Themen, für die sensibilisiert werden muss.

Queerer DezemberKalender

Seit 2020 finden in Thüringen jedes Jahr im Dezember zahlreiche queere Veranstaltungen im Rahmen des queeren DezemberKalenders statt, die dafür sorgen, dass der Wintermonat in der Region regenbogenfarben erstrahlen kann. Die Corona-Pandemie traf auch die queere Community 2020 hart. Communitystrukturen, die vielen Queers mit belasteten Familienverhältnissen eine Stütze insbesondere auch in der Weihnachtszeit boten, waren plötzlich aufgrund der Pandemie nicht mehr zugänglich.

Queere Lichtblicke im Spätherbst

Dem wollten die Organisator;innen des Queeren DezemberKalenders etwas entgegensetzen. Damals auf Grund der Pandemie noch digital fanden vielseitige bunte Veranstaltungen statt, um in der dunklen Jahreszeit queere Lichtblicke zu schaffen und die Community miteinander zu vernetzen. Seitdem konnte der queere Dezember-Kalender jedes Jahr für Thüringen fortgesetzt werden. Weihnachten bleibt eine schwierige Zeit für Queers, die in ihrer Herkunftsfamilie noch nicht geoutet sind und sich unangenehmen Fragen der Familienmitgliedern nach ihrer Identität oder nach Partnerschaften stellen müssen. Aber auch nach einem Outing können Familienverhältnisse angespannt sein, wenn das Queersein beispielsweise keine Akzeptanz erfährt und abgelehnt wird. Einige Queers machen sogar Gewalterfahrungen in der eigenen Familie. Familiäre Konflikte, die nichts mit dem Queersein zu tun haben, gibt es natürlich darüber hinaus auch noch.

Anlaufstelle mit Freizeitangeboten

Auch 2023 haben verschiedenen Akteur:innen ein buntes Programm organisiert, um für Queers in der Weihnachtszeit Orte des Zusammenkommens zu schaffen. Dabei reichen die Veranstaltungen von gemütlichen Stammtischen, winterlichen Kreativangeboten, über Testmöglichkeiten bei der Aids-Hilfe zu abwechslungsreichen Lesungen und Workshops.

Queeres Zentrum Erfurt

Das Queere Zentrum in Erfurt bietet das ganze Jahr über eine Anlaufstelle mit vielfältigen Gruppen- und Freizeitangeboten. Auch im Queeren Dezemberkalender ist das Queere Zentrum mit vielen Veranstaltungen bis zum 30. Dezember zu finden, von A wie „Aspec*“- Gruppe bis Z wie Zucker, der beim winterlichen Kekse backen verwendet wird, gibt es für alle Geschmäcker und Interessen ein breites Angebotsspektrum. Eine perfekte Gelegenheit, das Queere Zentrum kennenzulernen, wieder zu besuchen oder Anschluss an eine der regelmäßigen Gruppen zu finden! Das vollständige und laufend aktualisierte Programm des queeren Dezemberkalenders könnt ihr auf der Homepage des Vereins QueerWeg entdecken.

Jena auf dem Weg zur Queerfreundlichkeit

Auch die LSBTIQ*-Koordinierungsstelle Jena nutzt den Dezemberkalender, um ein wichtiges Thema auf die Agenda zu setzen: Wie kann Jena queerfreundlicher werden? Im Rahmen der Überarbeitung des Jenaer Stadtprogramms findet eine Werkstatt zum Thema Queerfreundlichkeit statt. Hier können Queers ihre Diskriminierungserfahrungen teilen und ihre Wünsche für eine offene, queerfreundliche Stadt an das Bündnis des Jenaer Stadtprogramms weitergeben.

Erschwerte Arbeit an queeren Projekten

Ein wichtiges Signal wäre beispielsweise die Verstetigung von Demokratieprojekten und queeren Organisationen. Doch gerade diese sind wie jedes Jahr von den Auswirkungen der schleppenden Haushaltsverhandlungen betroffen. Die Verzögerung des Haushaltsbeschlusses bedeutet für geförderte Vereine und Organisationen, dass keine Personalkosten getragen werden können. Kostendeckendarbeitende Projekte haben dann zum Jahreswechsel nicht einmal Geld für die Miete der Büroräume, bis der Haushalt beschlossen ist. Das ist extrem bitter und erschwert die Arbeit an fortlaufenden Projekten unverhältnismäßig.

Sorgen in der Weihnachtszeit

Organisationen und Vereine brauchen Planungssicherheit und die nötige Wertschätzung für ihre gesellschaftlich wichtige Arbeit. „Wir wollen uns nicht schon vor Weihnachten darüber Sorgen machen müssen, ob wir im Januar überhaupt arbeiten können“, ist dabei der Tenor aus den verschiedenen Projekten des QueersWegs, der Thüringer Plattform für queere Projekte und Themen.

Hard Fact:

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