Drag-Show arbeitet Travestie der DDR in Jena und Gera auf
Mit Tonbandgerät und Kuchen suchen die zwei Drag-Performer Becky und Marty nach Spuren queeren Lebens in der DDR. Was sie dabei herausfinden, bringen die selbsternannten „Dokumentartunten“ Ende Oktober als humorvolle Geschichtsstunde im Drag-Style auf zwei Thüringer Bühnen.
Oktober: Travestie in Thüringen
Themen wie Travestie in der DDR, Stasi-Vergangenheit und gute Küsser in der DDR treiben Mathias Becker alias Becky und Marten Flegel alias Marty um. Kurzerhand entsteht daraus die dokumentarische Travestieshow „Sterne steigen auf“, die Ende Oktober gleich doppelt in Thüringen zu sehen ist.
Wohnzimmer-Recherche trifft Archiv-Gewühl
Wie Marten Flegel alias Marty Damour von der Gruppe „Die soziale Fiktion“ mitteilt, ist die Produktion nach der Premiere in Leipzig nun im Rahmen des Gastspielformats des Thüringer Theaterverbands unterwegs. Am Anfang stand eine umfangreiche Recherche: in privaten Wohnzimmern, in staatlichen Archiven und in Kellern voller Aktenordner. Ausgestattet mit Tonbandgerät und Kuchen treffen die beiden auf Zeitzeug:innen und blättern in Fotoalben.

Auf der Bühne wird daraus ein Diavortrag mit Musikeinlagen – eine Mischung aus Dokumentartheater, Travestie, Live-Musik und autobiografischem Erzählen. Die beiden nehmen das Publikum mit auf eine Reise durch den schwul-lesbischen Osten und suchen nach Vorbildern sowie queeren Herkunftsgeschichten. Schließlich landen sie auf einer Gartenparty in den 80er-Jahren. Zwischen Stadt und Provinz stolpern sie dabei immer wieder über die eigenen Vorannahmen. Die Grundlage, so die Ankündigung: wahre Geschichten und nicht weniger wahre Fantasien.
Besetzung und Credits
Konzept, Regie und Performance stammen von Becker und Flegel. Die Kostüme verantworten Fran Eichhorn und Katharina Eichner, als Outside Eye wirkt Nadja Sühnel mit. Für den Sound ist Nik Enser zuständig, die technische Leitung haben Nessi Henning und Anne R. Oertel inne. Die Produktion liegt wiederum bei Felix Worpenberg.
Hinweise und Förderung
Das Stück dauert 90 Minuten und ist auf Deutsch. Die Macher weisen darauf hin, dass es unter anderem rechte Gewalt thematisiert und das Thema Suizid anspricht. Ermöglicht wird das Thüringer Gastspiel durch den Thüringer Theaterverband, gefördert vom Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur. Die zugrundeliegende Produktion wurde den Angaben zufolge unter anderem vom Fonds „Darstellende Künste“ aus Mitteln der Bundesregierung für Kultur und Medien unterstützt.
Hard Facts:
- Travestieshow „Die Sterne steigen auf“
- Wann und Wo:
- Sonntag, 25. Oktober, um 19 Uhr in der Distelschänke Jena
- Samstag, 31. Oktober, um 20 Uhr in der Häselburg Gera
- Tickets für Jena und Gera
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