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Bauern- und Martinsmarkt verwandelt Thüringer Gutshof in Herbst-Basar

30. Oktober 2026 • Geschrieben von Milena Mann
Gutshof, Brauchtum, Markt: Im November lockt um den Martinstag ein besonderer Bauernmarkt ins Thüringische Braunsroda. Foto: Timo Götz

Barmherzigkeit, Mitgefühl und Fürsorge – gerade in der oft eher dunklen und schmuddeligen Zeit zum Jahresende dürften dies wichtige Symbole im Umgang miteinander sein. Daran soll uns der traditionelle Martinstag am 11. November erinnern. Um diesen Tag herum finden auch in diesem Jahr in Thüringen wieder einige Martinsmärkte statt. So auch in Braunsroda auf einem echten Gutshof.

Thüringen: Markt für heiligen Martin

Am Samstag, 7. November, öffnet der Gutshof von Bismarck in Braunsroda von 9 bis 14 Uhr die Tore für seinen Martinsmarkt. Rund 50 Händler aus Landwirtschaft, Gärtnerei und Handwerk bringen dabei ihre größtenteils selbst erzeugten Produkte mit – wie Kristin und Georg von Bismarck vom Gutshaus von Bismarck mitteilen.

Markttag mit Geschichte(n)

Dabei handelt es sich um die November-Ausgabe des regionalen Bauernmarkts, der in diesem Jahr auch noch 20-jähriges Jubiläum feiert. Traditionell findet er am ersten Samstag jedes Monats statt – immer mit wechselndem jahreszeitlichem Thema und passendem Rahmenprogramm. Beim diesjährigen Martinsmarkt am 7. November darf es laut Mitteilung kulinarisch deftig und süß zugleich werden: Eine Pilzpfanne sorgt für Herzhaftes, Martinshörnchen für die süße Seite, Live-Musik liefert die passende Geräuschkulisse dazu.

Um den Martinstag herum tummeln sich jedes Jahr viele Traditionen, wie Martinsumzüge. Doch auch Martinsmärkte werden in Thüringen veranstaltet. Foto: Daniel Volkmann

Der Rahmen für all das ist selbst ein Stück Regionalgeschichte. Laut der Webseite des Gutshauses reicht die Geschichte Braunsrodas bis ins 12. Jahrhundert zurück, als sich im Ort eine bäuerliche Siedlung ansiedelte. 1231 wird der Braunsroda erstmals urkundlich erwähnt. Einige Jahrhunderte später ging er schließlich an die Familie von Trebra über, die 1722 das noch heute bestehende barocke Gutshaus errichten ließ. Es gingen nochmal viele Jahrhunderte bewegter Geschichte ins Land, bis 2004 der erste regionale Bauernmarkt auf dem Hof stattfand.

Markt im Schmuddelwetter-Monat: It’s a match!

Dass Martinsmärkte wie jener auf dem Gutshof von Bismarck überhaupt eine Tradition sind, hat historische Gründe. Zum einen war der 11. November als heutiger Gedenktag des heiligen Martin von Tours früher ein wichtiger Stichtag im bäuerlichen Jahreskalender: Pachten und Naturalabgaben wurden fällig und Dienstverhältnisse endeten oder wurden verlängert. Weiterhin kamen Tiere, die man nicht über den Winter durchfüttern wollte, unters Messer. Zum anderen erinnert das Datum an die Legende, nach welcher der römische Soldat Martin seinen Mantel mit einem frierenden Bettler teilte – ein Motiv für Nächstenliebe, das bis heute in Laternenumzügen, Martinsfeuern und gemeinsamem Essen nachklingt.

Ganz(s) schön legendär!

Und wo kommt nun die Gans als weiteres Symbol des Martinstags her? Die bekannteste Erklärung ist eine spätere Legende: Martin soll sich vor seiner Bischofsweihe in einem Gänsestall versteckt haben, wurde aber vom lauten Geschnatter der Tiere verraten – zur Strafe landeten sie angeblich im Bratentopf. Eine nüchternere Version ergibt sich aus dem Blick auf den Kalender: Nach dem 11. November begann vielerorts die 40-tägige Fastenzeit vor Weihnachten. Deshalb wurde am Martinstag noch einmal kräftig geschlemmt – mit eben jenen schlachtreifen Gänsen, die ohnehin nicht überwintern sollten.

Wie die Traditionen des Martinstags nun mit Markttreiben zusammenpassen, könnt ihr am 7. November in Braunsroda erleben – bestenfalls auch ganz ohne Gans, die auf dem Teller landet!

Hard Facts:

  • Martinsmarkt – Regionaler Bauernmarkt
  • Wann: Samstag, 7. November
  • 9 bis 14 Uhr
  • Wo: Gutshof von Bismarck, Heidelbergstr. 1, 06577 An der Schmücke / OT Braunsroda
  • Mehr Infos findet ihr hier

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