Jede einzelne Geschichte ist es Wert, gehört zu werden
19. September 2018 • Geschrieben von
Ulrike Melzer
Die Comickünstlerin Katja Klengel sprach mit uns über ihre Liebe zum Zeichnen und über ein, fast schon therapeutisches Comic.
Selbstironisch, frech und tabulos zeichnet und spricht Katja Klengel über Themen wie Sexismus, Genderfallen und alltägliche Klischees. Jetzt kommt die gebürtige Jenaerin mit ihrem unterhaltsamen Comic „Girlsplaining“ auf Lese-Tour nach Erfurt und Weimar. Worum geht es in deinem Comic? „Girlsplaining“ ist meine Comic-Kolumne, in der ich in einzelnen Episoden aus der Perspektive meines Alten Egos versuche, mich mit feministischen Themen auseinanderzusetzen. Unter anderem beschäftigt sich mein Comic mit all den Themen, mit denen Frauen und auch Männer in unserer patriarchalisch strukturierten Gesellschaft zu kämpfen haben: Von den ewigen Rollenklischees der überemotionalen Frau, die von der Venus kommt und des harten Mannes, der vom Mars kommt und seine Männlichkeit permanent unter Beweis stellen muss, bis hin zu Themen von absurden Bodystandards und Torturen, denen sich die Frau unterziehen muss, um zu gefallen. Und nicht zu vergessen die ganzen Rosa/Blau-Genderfallen, die uns gestellt werden. Viele zeichnen Comics, aber nur wenige veröffentlichen ihr Eigenes. Wie bist du zu der Comic-Kolumne gekommen? Comic war für mich schon immer das ideale Medium, meine Gedanken auf dem Blatt zu ordnen und die vielen Geschichten, die mir im Kopf herumgeistern, zu visualisieren. Ich wollte immer Geschichten erzählen. Beim Comic ist das spannende, dass ich die Bilder im Kopf des Lesers bestimmen kann. Anders als im Roman, bei dem man das nicht steuern kann. Schließlich hat das Online-Magazin „Broadly“ mir einen monatlichen Comic angeboten. Da habe ich natürlich gleich zugesagt.Von Sailor Moon über Star Trek bishin zu Sex and the City

Die Comickünstlerin Katja Klengel. Foto: ©Adrian vom Baur
