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Große Lokparade: Weimar wird Ende Juli zur Hochburg der Eisenbahnbegeisterung

20. Juli 2026 • Geschrieben von Florian Dobenecker
Der Lokschuppen lockt im Eisenbahnmuseum Weimar. Foto: Peter Michaelis

Es gibt Festivals für Musik, für Kunst, für gutes Essen – und dann gibt es ein Wochenende, an dem sich alles um Stahl, Dampf und das beruhigende Klacken von Schienenstößen dreht. Weimar wird Ende Juli zur Hochburg der Eisenbahnbegeisterung. Und wer jetzt denkt, das sei nur etwas für Männer mit Schaffnermütze und Maßband, unterschätzt die Faszination von 100 Tonnen Technikgeschichte gewaltig.

Sommerfest im Eisenbahnmuseum Weimar

Am 25. und 26. Juli 2026 veranstaltet der Thüringer Eisenbahnverein e. V. sein Sommerfest auf dem Gelände des ehemaligen Bahnbetriebswerks in der Eduard-Rosenthal-Straße, dem heutigen Eisenbahnmuseum Weimar. Wie der Verein mitteilt, werden an diesem Wochenende alle in Weimar beheimateten Museumsfahrzeuge präsentiert – mehr als 40 Dampf-, Diesel- und Elektrolokomotiven, historische Waggons sowie zwei Gastfahrzeuge.

Thüringer Loks besichtigen

Die Kulisse dafür könnte passender kaum sein: Die Fahrzeuge stehen unter freiem Himmel, vor dem Lokschuppen und teilweise auf der Drehscheibe. Einige Lokomotiven können sogar von innen besichtigt werden. Ein seltenes Vergnügen für alle, die schon immer wissen wollten, wie sich ein Führerstand anfühlt.

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Tschuu-tschuu macht die Eisenbahn. Auch in Weimar. Thüringer Eisenbahnverein e. V.
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Tschuu-tschuu macht die Eisenbahn. Auch in Weimar. Thüringer Eisenbahnverein e. V.
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Tschuu-tschuu macht die Eisenbahn. Auch in Weimar. Thüringer Eisenbahnverein e. V.
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Bahnbetriebswerk Weimar, Thüringer Eisenbahnverein, deutsch-deutsche Eisenbahngeschichte zum Anfassen: Lokführer Christoph von Berg auf Dampflok der 50-er Reihe. Peter Michaelis

Zu den Höhepunkten gehört eine große Lokparade vor dem Lokschuppen. Außerdem gibt es Führerstandsmitfahrten auf einer Diesellok. Wer noch nicht vollständig dem Zauber der Schiene verfallen ist, kann sich mit Kindereisenbahn, Hüpfburg, Modellbahnbörse und gastronomischem Angebot langsam herantasten. Auch historische Straßenbahnen aus DDR-Zeiten sind zu sehen.

Große Lokparade vor dem Lokschuppen

Der Thüringer Eisenbahnverein ist seit Mitte der 1990er-Jahre im ehemaligen Bahnbetriebswerk Weimar ansässig. Laut vereinseigenen Unterlagen bezog der Verein 1995 seinen Standort und etablierte dort eine Sammlung, die heute einen Blick in verschiedene Kapitel der Eisenbahngeschichte ermöglicht. Diese Geschichte reicht in Thüringen weit zurück: Bereits 1846 erreichte die Thüringer Bahn Weimar, ein Jahr später folgten Erfurt, Gotha und Eisenach. Mit der Strecke Halle–Gerstungen begann die systematische Erschließung Thüringens per Schiene – lange bevor das Auto den Alltag bestimmte und die Deutsche Bahn das Konzept der Geduld neu definierte.

Technik, Nostalgie und Entschleunigung

Dass Eisenbahnen bis heute Menschen begeistern, liegt wohl auch an ihrer Mischung aus Technik, Nostalgie und Entschleunigung: Hier sieht man noch, wie Kolben arbeiten, Räder greifen und Mechanik sichtbar wird. Es ist eine Welt, in der alles auf Schienen läuft. Im Idealfall sogar pünktlich.

Der Verein beschränkt sich dabei nicht auf den Museumsbetrieb. Bereits am 27. Juni 2026 steht eine Sonderfahrt mit historischen Triebwagen der Baureihe 172 an – besser bekannt als „Ferkeltaxe“ oder „Blutblase“. Die Strecke führt von Weimar und Erfurt unter anderem entlang der Werrabahn, über Oberhof, Bad Salzungen, Bad Langensalza und die Pfefferminzbahn zurück nach Thüringen. Geplant ist dabei auch eine längere Mittagspause im Eisenbahnmuseum mit Verpflegung und der Möglichkeit, die Fahrzeugsammlung zu besichtigen.

Sonderfahrt nach Prag

Außerdem plant der Verein eine Sonderfahrt nach Prag: Mit einer historischen Diesellok der Baureihe 132 der ehemaligen Deutschen Reichsbahn und einem Retro-Sonderzug im Stil der 1980er- und 1990er-Jahre geht es von Erfurt, Weimar und Weißenfels in die tschechische Hauptstadt. Ab Děčín soll auf tschechischer Seite eine Lok der Baureihen 750/754 übernehmen. Rund fünf Stunden Aufenthalt sind für den Stadtbummel in Prag vorgesehen.

Dieselromantik und DDR-Straßenbahn

Kurz gesagt: Ende Juli treffen in Weimar Dampfkraft, Dieselromantik und DDR-Straßenbahn auf Hüpfburg und Bratwurst. Ein Wochenende für Lok-Nerds, Geschichtsfans und alle, die sich daran erinnern wollen, dass Fortbewegung früher manchmal langsamer war, dafür aber deutlich mehr Charakter besaß.

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