Text: Franziska Waldner
Wenn am 1. Mai in Erfurt die Ringglocke läutet, geht es um weit mehr als nur spektakuläre Moves. Es geht um Haltung und um Sichtbarkeit. Und es geht um eine Frau, die sich ihren Platz im Wrestling über Jahrzehnte erkämpft hat: Jazzy Gabert.
Jazzy Gabert bringt Metal Mayhem nach Erfurt
Dass ihre neue Show ausgerechnet in Erfurt stattfindet, ist für sie vor allem deshalb besonders, weil sich ein Kreis schließt. „1996 war ich hier bei meiner allerersten Wrestling-Show in der Thüringenhalle, damals noch als Fan.“, erzählt sie. Damals saß sie noch im Publikum, heute organisiert sie ihre eigenen Events und bringt eine Szene auf die Bühne, die in Deutschland oft unterschätzt wird.
Nach internationalem Erfolg nun in Thüringen
Gabert hat eine Karriere hinter sich, die ihresgleichen sucht: Wrestling in ganz Europa, große Erfolge in Japan, ein Engagement bei WWE und sogar ein Ausflug in den MMA-Kampf, um Kritiker:innen zu zeigen, dass Wrestling zwar inszeniert ist, aber körperlich alles andere als „fake“. „Mein Körper sagt was anderes“, sagt sie trocken und zählt Verletzungen auf, die ganz klar eher nach Hochleistungssport als nach Show klingen.
Ihre Geschichte ist nicht nur die einer Athletin, sondern auch die einer Kämpferin für Gleichberechtigung. Als sie vor 25 Jahren in die Szene einstieg, war Frauen-Wrestling kaum existent. Und wenn, dann oft sexualisiert, schlecht bezahlt oder schlicht ignoriert. „Die Veranstalter meinten, das will keiner sehen“, erinnert sie sich. Heute hat sich viel verändert, auch dank Pionierinnen wie ihr. Aber der Weg ist noch lang.
„Bei uns ist es egal, wo du herkommst oder wen du liebst.“
Gerade deshalb setzt sie mit ihrer Show bewusst Zeichen. Gleiche Matchzeiten auch für die Frauen und vor allem Raum für Vielfalt. „Bei uns ist es egal, wo du herkommst oder wen du liebst. Hauptsache du zeigst Respekt und Disziplin“, sagt sie. Wrestling sei ein Teamsport, auch wenn es im Ring nach Einzelkampf aussieht. „Wir kämpfen nicht gegeneinander, wir arbeiten zusammen, um die beste Show zu machen.“
Jazzy Gabert verbindet Wrestling und Empowerment
Dieses Verständnis spiegelt sich auch in ihrer Arbeit als Trainerin wider. In ihrer Schule in Thüringen bringt sie jungen Menschen nicht nur Wrestling bei, sondern auch Selbstbewusstsein. „Ich sehe, wie schüchterne Mädchen plötzlich vor der Klasse sprechen oder über sich hinauswachsen. Das ist für mich Empowerment.“
Dass sie in diesem Jahr auch bei Miss Germany bis in die Top 18 kam, passt da fast nahtlos ins Bild. „Ich dachte erst, ich habe da nichts verloren, schließlich bin ja „nur“ Wrestlerin. Aber genau das hat mir gezeigt, wie viel ich eigentlich zu erzählen habe.“ Der Austausch mit anderen starken Frauen habe sie geprägt und ihr Netzwerk erweitert.
Wrestling-Show mit neuen Impulsen
Mit „Metal Mayhem“ bringt sie nun nicht nur Wrestling nach Erfurt, sondern ein Gesamterlebnis. Mit Macbeth spielt eine lokale Heavy Metal Band und es kommen internationale Kämpferinnen und Kämpfer, die eine grandiose Show bieten wollen. „Ich wünsche mir, dass die Leute uns eine Chance geben. Sich einfach mal drauf einlassen. Am Ende ist es wie bei einer Zaubershow. Man weiß, dass es ein Trick ist, aber man lässt sich trotzdem verzaubern.“
Hard Facts:
- 1. Mai 2026 | 20 Uhr
- Central Club Erfurt | Am Wasserturm 8 – 10
- Weitere Infos zum Event findet ihr bei @siriusgermany
- Weitere Infos zu Jazzy findet ihr bei @jazzygabert






