Die Ständige Kulturvertretung Erfurt (SKV) fordert die Stadtverwaltung auf, zwei bereits vom Stadtrat beschlossene Kulturstellen zeitnah zu besetzen. In einem offenen Brief an Oberbürgermeister Andreas Horn kritisiert der Verein, dass die Umsetzung entsprechender Beschlüsse durch den derzeitigen Einstellungsstopp faktisch ausgebremst werde. Wie die Ständige Kulturvertretung Erfurt mitteilt, handelt es sich um eine zusätzliche Kulturlots:innenstelle sowie die Stelle eines Nacht(kultur)beauftragten. Beide Stellen wurden nach Angaben des Vereins vom Stadtrat beschlossen und im Haushalt verankert.
Erfurts freie Kulturszene fordert Konsequenzen
Den Angaben zufolge hatte der Stadtrat die Finanzierung der zusätzlichen Kulturstellen bereits im Dezember 2024 beschlossen. In den folgenden Monaten seien die Entscheidungen mehrfach bestätigt und mit weiteren Haushaltsmitteln unterlegt worden. Zuletzt habe der Stadtrat im Dezember 2025 auch eine Aufstockung der Kulturlots:innenfunktion um weitere Stellenanteile beschlossen.
Die Städnige Kulturvertretung kämpft vehement
Die SKV vertritt nach eigenen Angaben die freie Kultur- und Soziokulturszene sowie verschiedene zivilgesellschaftliche Initiativen in Erfurt. Der Verein sieht die vorgesehenen Stellen als wichtige Schnittstelle zwischen Kulturschaffenden, Verwaltung und Stadtgesellschaft. Insbesondere die Kulturlots:innen sollen bei organisatorischen und administrativen Fragen unterstützen, während die Nachtkulturbeauftragten-Stelle als Ansprechpartner für Themen rund um das kulturelle Nachtleben vorgesehen ist.
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Kritisch bewertet die Kulturvertretung, dass trotz vorhandener Beschlüsse bislang keine Besetzung erfolgt sei. Zwar erkenne man die angespannte Haushaltslage der Stadt an, dennoch dürften demokratisch beschlossene Stellen nicht dauerhaft durch verwaltungsinterne Verfahren blockiert werden, heißt es in dem Schreiben.
Ein offener Brief erhöht jetzt den Druck
Zugleich verweist die SKV darauf, dass Oberbürgermeister Andreas Horn sich bereits vor seiner Wahl öffentlich für eine zweite Kulturlots:innenstelle ausgesprochen habe. Vor diesem Hintergrund fordert der Verein nun die Ausschreibung und Besetzung der offenen Stellen. Bis dahin sollten nach Ansicht der Kulturvertretung auch Übergangslösungen geprüft werden, etwa über Honorarverträge oder andere geeignete Modelle. Die Entwicklung werde man weiterhin öffentlich begleiten, kündigt die SKV an. Ziel sei es, die vom Stadtrat beschlossenen Maßnahmen umzusetzen und die kulturelle Infrastruktur der Landeshauptstadt langfristig zu stärken.
