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In Sonneberg findet der CSD erneut unter besonderen Vorzeichen statt

15. Juli 2026 • Geschrieben von Florian Dobenecker
CSD in Sonneberg trotzt politischem Gegenwind. Foto: Theresa Ertel

Keine zwei Wochen nach der Wahl Sesselmanns zum ersten AfD-Landrat in Deutschland 2023 erschien mit „CSD in Sonneberg“ von Maurice Conrad und Bruneau ein Song, der zugleich widerständig die Stirn bietet und eine Idee präsentiert. „Maurice Conrad wurde vom Landrat inspiriert, diesen Song zu machen, und so sollten wir wohl froh sein über die Wahl Sesselmanns, denn so haben wir nun im dritten Jahr einen eigenen CSD hier in der Stadt. Das zumindest hat er erreicht. Sicherlich nicht absichtlich,“ resümiert Anne Webert als Pressesprecherin des CSD Sonneberg etwas ironisch die bisherige Amtszeit Sesselmanns.

CSD Sonneberg zeigt Vielfalt

Am 18. Juli startet um 13.30 Uhr auf dem Bahnhofsvorplatz nun schon der dritte CSD Sonneberg, erwartet werden erneut mehrere Hundert Teilnehmende. Von 14.30 Uhr bis 16 Uhr zieht die bunte Demonstration durch die Stadt, im Anschluss gibt es auch in diesem Jahr wieder auf dem Pikoplatz eine bunte Abschlusskundgebung bis 18 Uhr mit musikalischen Acts, Redebeiträgen und Infoständen. Sogar Maurice Conrad ist wieder mit dabei, wenn es wie in dessen Song heißt: „Es ist CSD in Sonneberg und die AfD empört.“

Trotz Gegenprotesten und politischer Brisanz

Und tatsächlich ist seitens der AfD sowie deren Jugendorganisation „Generation Deutschland“ eine Gegenveranstaltung angekündigt, genaueres ist jedoch noch nicht bekannt. Im vergangenen Jahr hatte die Querdenkergruppe „Sonneberg zeigt Gesicht“ eine „Informationsveranstaltung“ gegen den CSD auf dem Pikoplatz organisiert, diese sei aber schnell vorbei gewesen, heißt es vom CSD-Team. Damit ist der CSD Sonneberg in Thüringen nicht allein: elf von 12 CSDs im Freistaat berichteten vergangenes Jahr von Störungen aus dem rechten Spektrum, lediglich der CSD Jena verlief ungestört.

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CSD in Sonneberg trotzt politischem Gegenwind. Foto: Theresa Ertel
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CSD in Sonneberg trotzt politischem Gegenwind. Foto: Theresa Ertel
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CSD in Sonneberg trotzt politischem Gegenwind. Foto: Theresa Ertel
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CSD in Sonneberg trotzt politischem Gegenwind. Foto: Theresa Ertel
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CSD in Sonneberg trotzt politischem Gegenwind. Foto: Theresa Ertel
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CSD in Sonneberg trotzt politischem Gegenwind. Foto: Theresa Ertel

„Mehr Gelassenheit“ wünscht sich das CSD-Team aber auch von den Ordnungsbehörden in Sonneberg: „In der Auseinandersetzung mit den Ordnungsbehörden gewinnt man manchmal den Eindruck, wir seien eine Bedrohung der öffentlichen Ordnung und nicht eine friedliche Demonstration für Menschenrechte,“ berichtet Niko.

„Weniger Gegenwehr der Behörden“ wären wünschenswert

„Etwas mehr Offenheit im Kontakt und weniger Gegenwehr der Behörden“ wären wünschenswert. Aber auch ganz generell würde sich das Team über mehr aktive Unterstützung freuen: „Denn wir machen das ja nicht gegen Sonneberg, sondern für Sonneberg. Für jeden einzelnen Menschen, der hier lebt und arbeitet. Grundlage sind die universellen Menschenrechte, die Gleichberechtigung aller Menschen und die Unantastbarkeit der Menschenwürde, wie sie im Grundgesetz verankert sind.“

Positive Rückmeldungen sind viel stärker

Aber egal auf wie viel Gegenprotest, Ablehnung und Vorurteile der Sonneberger CSD stößt, für das Team zählen die positiven Rückmeldungen und Erfahrungen viel stärker. Besonders berührend sei es, wenn junge oder ehemalige Sonneberger*innen sich bedanken dafür, dass sie diesen CSD auf die Beine stellen, berichtet Anne Webert.

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„Wir wollen und werden Vorurteilen und Einschüchterung keinen Raum geben. Wir sind Teil dieser Stadt und Region und zeigen gemeinsam mit anderen Menschen, wie lebenswert unsere Heimat ist,“ erklärt sie und lädt ein, zum CSD nach Sonneberg zu kommen: „Sonneberg ist eine wunderschöne Stadt und natürlich lohnt sich der Weg, um Südthüringen und Sonneberg so kennenzulernen, wie wir es sehen: bunt, offen, lebenswert. Viele Menschen haben ein falsches Bild von unserer Heimat, weil sie sie nur aus negativen Schlagzeilen kennen.“

„Weniger Gegenwehr der Behörden“ wären wünschenswert

Das CSD-Team lädt deswegen herzlich dazu ein, die Stadt zu besuchen und sich selbst ein Bild zu machen: „Am 18. Juli wäre der perfekte Tag dazu!“ Dabei gilt natürlich, was auch Maurice Conrad und Bruneau in ihrem Song festhalten: „Straight oder Queer oder Ally, egal. Hauptsache wir zeigen, wir sind noch da!“

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