Wenn Britney Spears gegen Marilyn Manson kämpft: „Let’s Zwist again“ feiert in Erfurt Jubiläum
Pop gegen Punk, Lieblingssong gegen Guilty Pleasure und jede Menge gute Argumente: „Let’s Zwist Again“ geht am 10. Juli in Erfurt zum 20. Mal über die Bühne und rückt dabei eben nicht die Musiker*innen ins Rampenlicht, sondern Menschen, die ihren Musikgeschmack mit Leidenschaft verteidigen. Das Format zeigt, dass man über Musik nicht nur reden, sondern sich auch herrlich streiten kann, und das ohne dass am Ende jemand beleidigt nach Hause geht.
„Let’s Zwist Again“ feiert in Erfurt Geburtstag
Laut Organisator Kay Albrecht geht es dabei wie bei vielen Shows üblich längst nicht nur ums Gewinnen. „Die, die bei uns gegeneinander antreten, sind eigentlich alle schon Sieger*innen, weil man sich das wirklich erst mal trauen muss: auf die Bühne zu gehen, sich da zu präsentieren und die eigene Musik zu verteidigen.“ Zwar gibt es am Ende eine:n Sieger:inn, doch einen Preis erhalten alle. Viel wichtiger sei ohnehin, „eine Show zu machen, bei der alle drei Menschen, die auf der Bühne stehen, ihren Moment haben“, so der Organisator.
Drei Kandidat:innen liefern sich ein verbales Musik-Battle
Das Konzept ist so einfach wie unterhaltsam: Drei Kandidat:innen liefern sich ein verbales Musik-Battle. In mehreren Runden diskutieren sie über Bands, Genres oder Songs, das Publikum entscheidet, wer die besseren Argumente hat. Inspiriert wurde das Format vom US-YouTube-Konzept „Movie Fights“, übertragen auf das wohl emotionalste Thema überhaupt: Musik.
Denn genau darin sieht Kay auch die Stärke der Show. „Musik ist ein kleiner gemeinsamer Nenner, den man eigentlich immer hat“, sagt er. Jeder höre Musik, hat aber ganz unterschiedlichen Gründe dafür. Genau diese Perspektiven sichtbar zu machen, sei das Spannende. „Warum hört denn dieser Mensch diese Musik? Was ist daran für ihn oder sie so besonders?“ Es gehe darum, andere Meinungen kennenzulernen und auch auszuhalten.
„Ich finde Schlager vielleicht richtig scheiße“
Gerade in Zeiten von Streamingdiensten sei das wichtiger denn je. Algorithmen sorgten dafür, dass viele Menschen vor allem in ihrer eigenen musikalischen Filterblase blieben. „Ich finde Schlager vielleicht richtig scheiße, aber der andre findet sie gut. Und das ist vollkommen okay“, sagt Kay. Musik werde so zum unkomplizierten Übungsfeld für respektvolle Diskussionen und laut dem Organisator: deutlich entspannter als viele politische Debatten.
„Das ist immer eine Überraschungsbox“
Dass das Konzept funktioniert, zeigt die inzwischen 20. Ausgabe. Das beweist, dass Kay und sein Team ein gutes Näschen für Unterhaltung besitzen. Für den Zwist-Chef ist jedoch ein Anderer Grund ausschlaggebend: Für Kay lebt jede Veranstaltung von den Menschen auf der Bühne. „Das ist immer eine Überraschungsbox“, sagt er. Mal werde leidenschaftlich gestritten, mal entstünden unerwartete Synergien. Besonders schön seien die Momente, „wo man merkt: Die zoffen sich ganz süß“. Und manchmal ändere sogar er selbst seine Meinung. „Da wurde so gut argumentiert, dass du am Ende doch komplett abgeholt bist.“

Auch das Publikum bleibt dem Format treu und gleichzeitig kämen immer wieder viele neue Gesichter dazu. Für Kay der beste Beweis, dass das Konzept aufgeht: „Es gibt viele Leute, die haben richtig Bock auf das Thema, Bock auf die Show.“ Genau deshalb gehe „Let’s Zwist Again“ jetzt in Runde 20 – und wahrscheinlich auch in die 21. Denn was kann besser sein als ein zünftiger Kampf zwischen Britney Spears und Marilyn Manson!
Hard Facts:
- Wann: 10. Juli | Einlass ab 19 Uhr | Start 20:15 Uhr
- Wo: Kleine Rampe | Zughafen Erfurt | Zum Güterbahnhof 20
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