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Wenn die Maus widerspricht: KiKA-Figuren protestieren in Erfurt gegen Rechts und die AfD

29. Juni 2026 • Geschrieben von Florian Dobenecker

Wer am Morgen des 25. Juni durch Erfurt spazierte, dürfte sich kurz die Augen gerieben haben. Plötzlich schienen die bekannten KiKA-Figuren der Stadt politisch geworden zu sein. Die Maus erklärte auf einem Demo-Schild: „Blau mag ich nur beim Elefanten“, während Bernd das Brot gewohnt trocken feststellte: „Der andere Berd ist Mist.“

Protestaktion nutzt KiKA-Figuren in Erfurt

Wie das Bündnis „100 gegen Rechts“ mitteilt, wurden zahlreiche der über die Stadt verteilten Figuren mit individuellen Protestplakaten ausgestattet. Zehn der insgesamt 14 KiKA-Figurengruppen beteiligten sich auf diese Weise symbolisch an einer Kunstaktion gegen Rechtsextremismus und Rechtspopulismus.

KiKA-Figuren beziehen in Erfurt Stellung

Dabei blieb jede Figur ihrem bekannten Charakter treu. Tabaluga wolle lieber seinen Erzfeind Arktos als die AfD, Hein Blöd und Captain Blaubär erinnerten daran, dass Seenotrettung kein Verbrechen sei. Das Kikaninchen reimte: „Dibedibedab, die AfD schafft mich ab“, während Pittiplatsch mit „Ach du meine Nase, nicht schon wieder rechts“ aufwartete. Besonders deutlich wurde auch der Sandmann, der mahnte: „Jetzt nicht müder werden, es ist kurz vor 1933.“

Die Aktion ist Teil der Aktionswoche „100 gegen Rechts“, die vom Erfurter Netzwerk für kulturelles Leben e.V. organisiert wird. Anlass ist der bevorstehende Bundesparteitag der AfD. Nach Angaben des Bündnisses sollen die Veranstaltungen darauf aufmerksam machen, dass rechtsradikale Parteien keine Antworten auf die aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen bieten.

Kunstaktion in Erfurt lässt KiKA-Figuren politisch wirken

Dass ausgerechnet die KiKA-Figuren zu Wort kommen, ist dabei kein Zufall. Die Skulpturen gehören seit Jahren zum Stadtbild. Erfurt ist Sitz des Kinderkanals von ARD und ZDF, die Figuren wurden ursprünglich zum zehnjährigen Jubiläum des Senders im Jahr 2007 aufgestellt. Inzwischen gelten sie als beliebte Fotomotive und als sichtbares Symbol für Erfurts Rolle als Kindermedienstadt.

„Nicht schnattern, am 4. Juli Wiedersetzen!“

Das Bündnis begründet die Aktion mit einem Augenzwinkern: „Die KiKA-Figuren sind ein wichtiger Teil des Erfurter Stadtbildes und wir sind uns sicher, dass ihre Werte nicht mit denen der AfD übereinstimmen. Bernd, die Maus und Pittiplatsch haben mit Sicherheit genauso wenig Lust auf Rechtspopulismus wie wir.“

Team Scheisse eröffnet in Erfurt eine Aktionswoche mit politischer Wucht
Die Aktionswoche „100 gegen Rechts“ läuft vom 29. Juni bis zum 5. Juli. Geplant sind mehr als zehn Kulturveranstaltungen, darunter Lesungen, Workshops, Vorträge und ein Bilderbuchkino. Der Auftakt findet am 25. Juni im Rahmen eines Konzerts der Band Team Scheiße am Erfurter Zughafen statt.

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