Wenn am 21. Juni in Jena unter dem Motto „Nie wieder still! Weil Vielfalt leuchten will.“ wieder Tausende Menschen für Vielfalt, Toleranz und Gleichstellung auf die Straße gehen, soll es mehr als nur eine politische Demonstration geben. Der Christopher Street Day ist auch ein Fest – mit Musik, Kunst, Austausch und Sichtbarkeit. Doch in diesem Jahr droht dem Herzstück des Events ein Rückschlag: Die zentrale Bühne auf der Rasenmühleninsel steht auf der Kippe.
CSD in Jena benötigt Unterstützung
„Die Bühne ist das Herzstück unseres Festes im Paradiespark“, erklärt Theresa Ertel, Sprecherin des CSD Jena Bündnisses. Dort treten unter anderem Künstler*innen aus der Thüringer Drag-Szene sowie Bands auf. „Das Showprogramm braucht eine echte Bühne – und die kostet.“ Die technischen Anforderungen sowie die Notwendigkeit einer Nachtwache für den Abbau am Folgetag treiben die Kosten zusätzlich in die Höhe. Allein die Bühne macht über zwei Drittel der benötigten Spendensumme aus.
Ehrenamt am Limit: CSD Jena braucht mehr Budget
Während die Demonstration und Teile des Rahmenprogramms bereits über Fördermittel der Lokalen Partnerschaft für Demokratie gesichert sind, reicht das Budget für das Gesamtprojekt noch nicht aus. Die steigenden Preise in der Veranstaltungsbranche machen sich auch in der ehrenamtlich organisierten CSD-Struktur bemerkbar. „Wenn man bedenkt, dass wir vier Wochen Veranstaltungen sowie eine Demonstration mit anschließendem Rasenfest für mehrere Tausend Personen im Ehrenamt auf die Beine stellen, dann sind unsere Gesamtkosten wirklich nicht sehr hoch“, betont Ertel.
Neben der Bühne fehlen derzeit Mittel für weitere Posten wie Dekoration, Armbinden für Ordner*innen oder Informationsmaterialien. Deshalb hat das Bündnis eine Crowdfunding-Kampagne unter dem Titel „CSD Jena 2025 – Rasenfestbühne“ auf GoFundMe gestartet. Unter www.gofundme.com/f/csd-jena-2025-stage kann gespendet werden. „Jede Spende hilft – ob klein oder groß“, so Ertel. „Gemeinsam können wir dafür sorgen, dass der CSD in Jena auch 2025 ein kraftvolles Zeichen für Vielfalt setzt.“
Vielfältiges Rahmenprogramm bis Ende Juni
Trotz der finanziellen Unsicherheiten bietet der CSD Jena bereits seit Anfang Juni ein umfangreiches Rahmenprogramm. Bis zum 29. Juni finden über 25 Veranstaltungen in Zusammenarbeit mit zahlreichen lokalen Partner*innen statt. Das Angebot reicht von Comedy und Lesungen über Gesprächsabende, Sportaktionen wie Einradhockey und Quadball bis hin zu speziellen Programmpunkten für Kinder und Jugendliche wie Puppentheater oder Selbstbehauptungskurse.
Über 25 Events beim CSD Jena bis Ende Juni
„So viele und so unterschiedliche Programmpunkte hatten wir noch nie“, sagt Ertel. Auch neue Kooperationspartner*innen aus Sport, Bildung und Kultur hätten sich beteiligt. Ziel sei es, nicht nur für die queere Community, sondern für die gesamte Stadtgesellschaft ein inklusives und vielfältiges Angebot zu schaffen.
„Heimat ist, wo Liebe ist“ – Erster CSD in Pößneck setzt starkes Zeichen für Toleranz
Höhepunkt des Pride-Monats ist die CSD-Demonstration am Samstag, den 21. Juni. Um 13 Uhr startet der Demonstrationszug durch die Innenstadt. Im Anschluss findet das Rasenfest auf der Rasenmühleninsel statt – mit Bühnenprogramm, Informationsständen und kulinarischem Angebot. Abends lädt das Paradiescafé zur Aftershowparty ein.
Demo und Rasenfest: CSD bringt Farbe nach Jena
Mit dem umfassenden Programm und der Demonstration trägt der CSD Jena auch in diesem Jahr aktiv zur Sichtbarkeit queerer Menschen und Themen bei. Doch ohne finanzielle Unterstützung könnte der symbolträchtige Moment auf der Bühne ausfallen – und damit ein zentrales Element der queeren Präsenz in Jena.
Hard Facts:
- Das vollständige Programm findet ihr hier
- Kontakt und GoFundMe-Spendenkampagne
- Weitere Informationen gibt’s hier
