Mit der neuen Show „Horizons“ beginnt in diesem Jahr ein neues Kapitel von Holiday on Ice, der erfolgreichsten Eis-Show der Welt, wie sich die Eistanzveranstalter selbst rühmen. Unter dem Motto „Feel the City Beat!“ will die neue Show auch das Publikum in Erfurt mit der Energie, der Bewegung und dem Sound einer pulsierenden Großstadt ergreifen. Die diesjährige Inszenierung erzählt von der Vielfalt und Faszination einer lebendigen Metropole – und allen voran den Menschen, die sie ausmacht.
Pulsierende Metropole auf Eis: Holiday on Ice in Erfurt
Von 10. bis 13. April führt das renommierte Ensemble insgesamt sieben Shows in der Messe der Thüringer Landeshauptstadt auf. Wir sprechen vorab mit Julia Kroll, der Sprecherin von Holiday on Ice. Sie gibt außergewöhnliche Einblicke in die Welt der Eislauf-Show, die mittlerweile im 81. Jahr aufgeführt wird.
Hallo Julia, die diesjährige Eis-Show spielt in einer pulsierenden Großstadt. Gibt es eine bestimmte Metropole, die als Hauptinspiration für die Aufführung diente, oder ist es eine Mischung aus vielen Städten?
Es gibt tatsächlich nicht die eine Stadt, die Vorbild für Horizons steht. In der Show geht es vielmehr um das urbane Lebensgefühl, das überall auf der Welt zu finden ist. Ob New York, Paris oder Berlin – große Städte pulsieren, sind voller Gegensätze und spannender Abenteuer. Und vor allem leben sie von den Menschen, die sich dort begegnen und die verschiedenen Orte einer Stadt prägen. Genau diese Vielfalt bringt die Show aufs Eis: das Gefühl, mitten in einer Stadt zu sein, in der sich immer wieder neue Geschichten entfalten.
Wie bringt ihr eigentlich den Puls einer Stadt aufs Eis? Hat Musik hier eine besondere Rolle?
Eine Stadt lebt von Bewegung – Menschen, die einander ausweichen, sich kreuzen, sich zufällig treffen. Genau dieses Tempo und diese Energie spiegeln sich in den Choreographien wider.

Urbanes Leben auf Kufen: Eine Stadt lebt von Bewegung – Menschen, die einander ausweichen, sich kreuzen, sich zufällig treffen. Foto: Holiday on Ice
Und ja, Musik ist ein absoluter Schlüssel: Sie gibt den Rhythmus vor, lässt leise, intime Momente genauso entstehen wie laute, aufregende. Der Soundtrack der Show verbindet bekannte Klassiker und mitreißende Pophits von Künstler:innen wie Bruno Mars, Pink und Billie Eilish zu einer eindrucksvollen musikalischen Kulisse.
Welche neuen technischen oder künstlerischen Elemente hebt Horizons von früheren Shows ab?
Das Bühnenbild ist diesmal besonders dynamisch und verwandelt sich immer wieder – mal ist es eine belebte Straßenkreuzung, mal ein leuchtendes Skyline-Panorama. Dadurch fühlt es sich so an, als würde man durch eine Stadt flanieren und immer wieder eintauchen in neue, spannende Orte. Auch choreographisch hat die Show einiges zu bieten: Wer sich an Pirouetten, Butterfly und Doppelaxel erfreut und eine aufwendig einstudierte, rasante Show liebt, bei der alle Rädchen ineinandergreifen, der kommt hier voll auf seine Kosten. Die Bewegung der Läufer:innen ist oft von urbanem Tanz inspiriert und bringt eine ganz eigene, moderne Energie aufs Eis. Und auch waghalsige Akrobatik-Elemente kommen bei Horizons nicht zu kurz.
Wie entsteht eine Show bei Holiday on Ice? Gibt es einen bestimmten kreativen Prozess oder eine Initialzündung für das Konzept?
Am Anfang jeder Show steht eine zentrale Idee – bei Horizons war es das urbane Leben in all seinen Facetten. Doch im Mittelpunkt stehen die Menschen, die eine Stadt prägen. Von dieser Vision aus entwickelt sich der kreative Prozess: Welche Musik fängt diese Dynamik ein? Wie lassen sich typische Stadtszenen in Bewegung übersetzen? Wie kann das Bühnenbild diese Atmosphäre unterstützen?
Auf dieser Weise fügen sich nach und nach alle Elemente zusammen. Das gesamte Kreativteam arbeitet dann gemeinsam mit den Künstler:innen und der Crew über Monate hinweg intensiv zusammen, um Musik, Choreographie, Licht und Kulisse nahtlos zu einem Gesamtwerk zu verbinden, dass dem Publikum (hoffentlich) den Atmen raubt.
Wie reagierten die Künstler:innen auf die neuen choreographischen Herausforderungen? Gibt es besondere Tricks oder Moves, die speziell für Horizons kreiert wurden?
Die Künstler:innen haben die Herausforderungen der Show mit Kreativität und technischer Perfektion gemeistert. Die neue Show verbindet klassischen Eistanz und Eiskunstlauf mit innovativen Elementen wie Breakdance auf Kufen, spektakulärer Luftakrobatik und dynamischen Ensembletänzen. Besonders herausfordernd war es, urbane Bewegungen – etwa aus der Streetdance- und Breakdance-Kultur – auf das Eis zu übertragen, sodass neue, speziell für die Show entwickelte Moves entstanden sind.

Eistanz trifft auf Streetdance – Spektakel bei „Holiday on Ice“ in Erfurt. Foto: Holiday on Ice
Diese einzigartigen Tricks erfordern höchste Körperkontrolle, da sich die Skater:innen nicht nur auf, sondern oftmals auch über dem Eis bewegen. Die Kombination aus harmonischen Paarlauf- und Ensemble-Nummern mit kreativen und spektakulären Sprungfolgen und Akrobatik-Einlagen macht die Show besonders abwechslungsreich.
Was war die größte Herausforderung beim Design des Bühnenbilds, das sich dynamisch verändert?
Die bestand darin, eine dynamische Kulisse zu schaffen, die sich nahtlos in die Inszenierung einfügt und verschiedenste urbane Schauplätze entstehen lässt – ohne die Bewegungsfreiheit der Darsteller:innen einzuschränken. Die Lösung war eine mobile, vielseitig bespielbare Architektur, die mit Videodesign und Lichttechnik kombiniert wurde.

Spektakuläre Akrobatik: Holiday on Ice begeistert Erfurt. Foto: Holiday on Ice
So verwandelt sich die Bühne in Sekundenschnelle: Mal führt sie in ein belebtes Metro-Café, mal auf die Dächer der Stadt oder in ein Palmenhaus. Sogar ein Festival mit Achterbahnen und waghalsiger Akrobatik wird zum Leben erweckt. Das rasante Tempo der Szenenwechsel und die ständige Anpassung der Kulissenelemente erfordern eine perfekte Abstimmung zwischen Technik, Choreographie und Eiskunstlauf.
In der Show treffen verschiedene Charaktere aufeinander – gibt es eine Lieblingsfigur oder eine besonders spannende Storyline?
Jede Stadt hat ihre Originale – Menschen, die man auf der Straße sieht und sich fragt: „Was ist wohl ihre Geschichte?“ Horizons fängt genau diese Magie ein, indem es viele solcher Figuren auf die Bühne bringt, die in kurzen Begegnungen ihre eigene kleine Geschichte erzählen. Ein Highlight sind beispielsweise die Szenen in einem Cabaret, in denen Eiskunstlauf und Akrobatik auf beeindruckende Weise miteinander verschmelzen und die eine sehr intime und spannende Atmosphäre entstehen lässt. Welche Szene am meisten begeistert, ist am Ende Geschmackssache…
Und ganz ehrlich: Ist schon mal jemand mitten in der Show in einen urbanen Stau auf dem Eis geraten?
Wenn 40 Darsteller:innen gleichzeitig auf der Eisfläche sind, kann das schon mal wie zur Rushhour wirken. Aber keine Sorge, unsere Profis haben immer das perfekte Timing, um elegant aus jeder „Verkehrslage“ herauszugleiten und Stau auf dem Eis zu vermeiden (lacht).
Hard Facts:
- Holiday on Ice in der Messe Erfurt:
- 10. April | 19 Uhr
- 11. April | 16 und 19:30 Uhr
- 12. April | 13, 16:30 und 19:30 Uhr
- 13. April | 14 Uhr
- Tickets: www.ticketshop-thueringen.de
- Mehr Infos: holidayonice.de
