Die Uhr tickt. Nicht mehr lange können wir mit unserem Planeten umgehen wie bisher. Ressourcenausbeutung, Umweltverschmutzung und Energieverschwendung müssen ein Ende haben. Wir sollten uns alle mehr mit der Zukunft unseres Planeten auseinandersetzen – ähnlich wie das Nachhaltigkeitszentrum Thüringen (NHZ) vom Verein Zukunftsfähiges Thüringen e. V. (ZTh). Unter der Überschrift „Kurz mal die Welt retten…“ geben wir dem NHZ eine Stimme und präsentieren euch nachhaltige News aus dem Freistaat.
Mode im Wandel: Fragen über Konsum und Verantwortung
„Was soll ich anziehen? Welche Farben stehen mir? Was ist gerade angesagt – und kann ich mir das leisten?“ Diese Fragen stellen sich viele Menschen tagtäglich. Doch über die modischen Aspekte hinaus rückt zunehmend eine andere Frage in den Mittelpunkt: Welche sozialen und ökologischen Auswirkungen hat unser Konsum? Genau hier setzt die Kampagne „Was trägt Thüringen (morgen)?“ an, die im August auf dem Erfurter Fischmarkt feierlich eröffnet wurde.
Missstände der globalen Textilindustrie deutlich benannt
Initiiert von Julia Krüger und Amit Tyagi vom Peace Foundation e.V., möchte die Initiative Wege aufzeigen, wie Mode nachhaltiger gedacht und gelebt werden kann. Beim Auftakt wurden die Missstände der globalen Textilindustrie deutlich benannt: Ein T-Shirt verbraucht in der Herstellung rund 2.700 Liter Wasser, eine Jeans reist im Durchschnitt 60.000 Kilometer, bevor sie in unseren Schränken landet.
Mit Kleidertausch, Infoständen, einer Ausstellung und Mitmachaktionen machte das Eröffnungsevent klar, dass Veränderung dringend notwendig ist – und dass sie bei jeder und jedem Einzelnen beginnen kann.
Von ehrenamtlichen Engagement getragen
Einen zentralen Baustein bildet das Projekt Asrkari mit seiner digitalen Plattform „Repurpose“. Hier können Secondhand-Kleidungsstücke verkauft und gekauft werden – mit doppelter Wirkung: Kleidung wird weitergetragen, gleichzeitig fließen die Erlöse in Bildungs- und Aufklärungsprojekte in Thüringen. Asrkari, das aus dem Indischen mit „gesellschaftsgetragen und wirkungsvoll“ übersetzt werden kann, wird von einem breiten ehrenamtlichen Engagement getragen – von der Softwareentwicklung bis hin zur Bildungsarbeit.
Ehrenamtliches Engagement als Motor der Initiative
Doch die eigentliche Kraft der Kampagne liegt im Ausblick. Auf die Auftaktveranstaltung folgt eine mehrmonatige Tour durch Thüringen, die das Thema nachhaltige Kleidung in Schulen, Hochschulen und Innenstädte bringt. Bereits im September stehen Projekttage an Schulen auf dem Programm, bei denen Kinder und Jugendliche die Herkunft und den Lebensweg ihrer Kleidung nachvollziehen können – von der Baumwolle bis zur Entsorgung. Im Oktober und November geht es mit Aktionen an Hochschulen weiter, wo Studierende sich kreativ und kritisch mit Fragen des Modekonsums auseinandersetzen können.
Ein besonderer Höhepunkt erwartet die Städte Jena und Erfurt: Vom 30. Oktober bis 17. November öffnet ein Pop-up-Store in Jena, gefolgt vom 24. November bis 7. Dezember in Erfurt. Hier treffen Kleidertauschbörsen, Upcycling-Workshops und Infostände auf kreative Mitmachaktionen.
„Wear the purpose“
Begleitet wird die Tour von einem „Wander-T-Shirt“ mit dem Slogan „Wear the purpose“, das auf allen Stationen unterschrieben werden kann und so zu einem wachsenden Symbol für bewussten Modekonsum wird. Die erste Unterschrift stammt bereits vom Leiter des Umwelt- und Naturschutzamts Erfurt, Jörg Lummitsch, der betont: „Kleidung ist nicht nur Mode oder Ausdruck unserer Persönlichkeit, sondern auch eine Frage der Verantwortung – für Menschen, Ressourcen und unsere Umwelt.“ Damit setzt die Kampagne ein starkes Signal: Sie lädt alle ein, gemeinsam die Geschichte unserer Kleidung neu zu schreiben – und durch Tausch, Reparatur und bewusste Kaufentscheidungen einen Beitrag für mehr Nachhaltigkeit und Klimaschutz zu leisten.
Hard Facts
- Vom 30. Oktober bis 17. November in Jena
- Vom 24. November bis 7. Dezember in Erfurt
- Weiter Infos: www.asrkari.org | www.thueringen-nachhaltig.de
