ABBA haben mit ihrer Musik eine ganze Generation geprägt und in den 70er-Jahren mit Ihrer Musik die Popkultur revolutioniert. Bis heute gehen Songs wie „Dancing Queen“, „Mamma Mia“ und „Gimme! Gimme! Gimme!“ ins Ohr und bleiben im Kopf. Auch wenn sich die Band, rund um Agnetha Fältskog, Björn Ulvaeus, Benny Andersson und Anni-Frid Lyngstad, wegen privater Differenzen bereits 1982 auflöste, besteht bis heute eine Aura um die Musik der Vier, die Jung und Alt bewegt.
Dancing Queen live: ABBA-Tribute kommt nach Thüringen
Tribute-Show wieder in die Konzerthallen. Wir sprachen mit Kerstin Löcker (Anni-Frid) und Navina Heyne (Agnetha), den Sängerinnen der Show, über ihre Lieblingskonzert-Momente, ihren Weg zu ABBAMANIA und die wichtigsten Tour-Essentials.
Viele Menschen verbinden Geschichten mit der Musik von ABBA. Wann habt ihr die Schweden für euch entdeckt? Gab es einen besonderen Moment oder Song, der euch geprägt hat?
Navina: Bei mir begann alles in der Kindheit. Meine Sandkastenfreundin besaß das ABBA-Goldalbum und wir haben es rauf und runter gehört. Wir inszenierten sogar Mini-Playback-Shows. Ich war damals schon die Agnetha – sie die Frida. Das ist meine früheste ABBA-Erinnerung.
Kerstin: Meine erste Begegnung mit ABBA war weniger konkret, aber dennoch prägend. Meine Eltern waren schon immer sehr musikbegeistert. Damals hörten wir zu Hause eigentlich immer Platten. Neben den Beatles und allem, was damals angesagt war, drehten sich auch ganz viele ABBA-Vinyl auf unserem Plattenspieler. Es lief andauernd Musik.
Das erste Mal, dass ich aktiv mit ABBA in Berührung kam war, als ich damals einen meiner ersten Showcases spielte. Mir ist aufgefallen, wie erstaunlich leicht es mir fällt, ABBA-Songs auswendig zu lernen und mitzusingen. Ich glaube, ich verdanke das meiner musikalischen Früherziehung.
Navina: Ich glaube, jeder hat Eltern, die bei ABBA-Songs voll abgehen (lacht). Sobald ein ABBA-Song lief, stürzte meine Mutter bei Familienfeiern auch direkt auf die Tanzfläche.
Habt ihr einen persönlichen ABBA-Lieblingssong?
Kerstin: Ich glaube, einen einzigen Lieblingssong habe ich nicht. Aber in der Vorbereitung für die Tour, wenn wir in die Recherche gehen und überlegen, welche Songs wir neu ins Programm nehmen könnten, kommen immer wieder mal unbekanntere Songs auf. Es sind nicht massig viele, aber es gibt den ein oder anderen den man so noch gar nicht gehört hat.
Letztes Jahr haben wir aus diesen Songs ein Medley gemacht und ich besaß die große Ehre, einen Teil von „One Man, One Woman“ zu singen. Das fand ich irre – der Song ist mir so unter die Haut gegangen und war letztes Jahr definitiv mein Lieblingssong. Aber wer weiß, vielleicht finde ich dieses Jahr einen Neuen. Ich kann mich da nicht festlegen.
Navina: Das ist total schwierig, mir geht’s ähnlich. Ich habe immer phasenweise Lieblingssongs. Letztes Jahr war es ganz klar „So Long“ – den lieb ich natürlich immer noch. Es gibt einfach so viele gute Songs, dass man sich einfach nicht entscheiden kann. Bei mir sind es auch oft die neuen Songs, die wir mit auf Tour nehmen. Gerade freue ich mich riesig auf „The Name of the Game“.
Kerstin: Ja, der ist wirklich gut.
Navina: Man entdeckt immer wieder etwas Neues an diesen Songs und hat dann für kurze Zeit einen Lieblingssong. Wenn man ihn zu viel gehört hat, wechselt er wieder.
In die großen Fußstapfen von Anni-Frid und Agnetha zu treten, ist schon eine Nummer. Welche Herausforderungen gibt es, wenn man ABBA-Songs live performt?
Kerstin: Die größte Herausforderung ist, über zwei Stunden lang die Energie aufrecht zu erhalten. Man muss sich schon ein paar Wochen vorher konditionell gut vorbereiten – von Anfang bis zum Ende ist einfach was los. Wir bewegen uns viel, sind ständig in Interaktion und als Leading-Ladies ganz vorne, sollte uns nicht langweilig auf der Bühne werden.
Musikalisch herausfordernd an den ABBA-Songs ist mit Sicherheit die große Range, in der ABBA komponiert hat. Die Melodien springen von sehr tief nach ganz hoch. Weder Agnetha noch Frida schonten sich da nicht. Beide waren damals schon Highperformer, was die Oktaven angeht, die sie bedienten. Das ist teilweise herausfordernd, aber trainierbar.
Navina: Ich würde das gleiche sagen. Die Range ist anspruchsvoll und belegt, was für tolle Sängerinnen sie waren. Wenn man jeden Abend zweieinhalb Stunden auf der Bühne steht, merkt man schon, dass man tagsüber auf seine Stimme achten muss, damit man Abend für Abend wieder abliefern kann.
Gibt es eine besondere Erinnerung oder einen Gänsehautmoment aus einer Show, der euch besonders im Kopf geblieben ist?
Kerstin: Da gibt’s so viele. Aber Navina erzählt von einem Moment immer besonders gerne – und ich glaube, wir teilen uns den.
Navina: Ja, unser Akustik Medley – wir sitzen dabei auf Barhockern. Jeden Abend freuen wir uns wie kleine Kinder, wenn das Publikum dann die Handylichter anmacht und plötzlich die ganze Arena leuchtet. Dieses Bild ist so unfassbar schön. Ich erinnere mich noch genau an das erste Mal: wir kamen aus dem Staunen gar nicht raus, schauten uns an und sagten „Wow, das ist wirklich magisch!“.
Kerstin: Jetzt fällt mir auch noch einer ein. Wir singen ja mit In-Ear-Kopfhörern, das heißt, wir hören das Publikum nur gedämpft. Aber wenn wir am Ende der Show die In-Ears rausnehmen, spüren wir die ganze Wucht und Lautstärke des Applauses – da ist man wie weggeblasen.
Warum sollten wir uns „ABBAMANIA – The Show“ nicht entgehen lassen?
Kerstin: Ich denke, dass es für Jung und Alt ein unfassbar schönes Erlebnis ist. Es ist so viel Schwung und Pep in der Show – nicht zuletzt durch das beeindruckende Lichtdesign und die Bühne. Für Fans wird das ein wahrer Augen- und Ohrenschmaus.
Und für alle, die die Band vielleicht nie live erlebt haben, bietet die Show eine gute Gelegenheit, in die magische Atmosphäre von ABBA einzutauchen. Vielleicht erinnert der ein oder andere sich ja daran, wie er seine große Liebe in der Disco gefunden hat, während ein ABBA-Song lief. Ich denke, es ist eine tolle Show und deswegen ein Muss für Jung und Alt.
Navina: Und es ist einfach so unfassbar gute Musik, die nie alt wird. Man kann sich auf einen sehr tanzbaren Abend freuen, der einem mit dieser fantastischen Musik große Freude bereitet.
Hard Facts
- 12. September | 19 Uhr | Naturtheater Steinbach-Langenbach
- Tickets: www.ticketshop-thueringen.de
- Weiter Informationen: www.abbamania-the-show.de



