Ein Skatepark als Bühne, ein Volleyballfeld zum auspowern, ein Club im Grünen – das erste „Transformation“ Festival in Weimar bricht mit Erwartungen und schafft neue Räume. Am Samstag, dem 14. Juni, verwandelt sich das Gelände des Jugendclub „Nordlicht“ in ein genreübergreifendes Festival für elektronische Musik, Kunst und urbanen Lifestyle. Was zunächst wie ein typisches Event klingt, entpuppt sich beim genaueren Hinsehen als echtes Herzensprojekt.
Transformation Festival bringt Bass-Kultur nach Weimar
„Transformation ist für uns mehr als nur ein Festival – es ist ein Zeichen für Wandel, für Zusammenhalt und für die kreative Kraft unserer lokalen Szene“, sagt Marcus Demmer von Endstufe Kollektiv, einer der Mitorganisatoren. Gemeinsam mit der „Paranoised Crew“ aus Erfurt und dem „Onlyfriends Kollektiv“ bringen die Weimarer erstmals ein Open-Air-Festival dieser Art in die Klassikerstadt. Und das nicht mit großem Sponsor oder Agentur im Rücken – sondern mit handgemachtem Spirit aus der Region.
„Etwas, das größer ist als alles, was wir einzeln machen könnten?“
Was die Veranstaltung besonders macht, ist ihre Entstehungsgeschichte: Drei Crews mit ganz eigenem Sound und Stil – House, Techno, Drum’n’Bass – taten sich zusammen, um ihre Energie zu bündeln. Der Gedanke war einfach, so Demmer: „Was wäre, wenn wir zusammen etwas auf die Beine stellen, das größer ist als alles, was wir einzeln machen könnten?“
Dabei treffen Erfahrung auf frischen Wind: Die „Paranoised Crew“, seit Jahren eine feste Größe im Thüringer DnB-Kosmos, bringt Know-how und feine Details in die technische Umsetzung. Das „Onlyfriends Kollektiv“ aus Erfurt steht für Offenheit, verspielte House-Vibes und familiären Flair. Und das Endstufe Kollektiv – Gastgeber der Indoor-Stage – will Weimar wieder auf die elektronische Landkarte bringen.
„Das Vertrauen untereinander ist groß“
„Uns eint der Wunsch, Menschen zusammenzubringen und einen Raum zu schaffen, der mehr ist als Musik“, fasst Demmer zusammen. Die Zusammenarbeit der drei Gruppen? Überraschend harmonisch, wie er sagt: „Wir haben viel kommuniziert, gelacht, diskutiert, geplant. Das Vertrauen untereinander ist groß – und das merkt man auch im Ergebnis.“
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Das „Transformation“ Festival soll mehr sein als eine bloße Abfolge von DJ-Sets. Die Mischung aus Musik, Bewegung und urbaner Kunst ist bewusst kuratiert. Graffiti-Wände, ein DnB-Dance-Battle, Volleyballturniere und Skate-Sessions ergänzen das musikalische Line-up. Kinderprogramm und Foodtrucks machen das Festival auch für Familien zugänglich.
Urbane Subkultur trifft Klangkunst in Weimar-Nord
Drei Bühnen stehen bereit: The Bowl, gehostet vom Onlyfriends Kollektiv, liefert Techno, House und Trance mitten im Skatepark. Beat Park, organisiert von der Paranoised Crew, kombiniert Bewegung mit DnB und urbaner Power. Home Ground, die Indoor-Stage der Endstufe, wird ab 21 Uhr zum Bass-Tunnel – mit einem einmaligen Bühnenkonzept und ordentlich Sound.
Im Zentrum stehen dabei nicht große Headliner – sondern lokale Acts, Szene-Gesichter, Nachwuchstalente. „Uns war wichtig, sowohl bekannte Namen als auch Newcomer:innen einzubinden – Leute, die sonst in kleinen Clubs spielen, bekommen hier eine große Bühne“, erklärt Demmer. Trotzdem: Auch überregionale Artists sind Teil des Programms, um die Vielfalt zu betonen.
Weimarer Kollektiv bringt Subkultur ins Rampenlicht
Was Transformation ausmacht, ist die Idee dahinter: Eine Vision von Community, Zusammenhalt und selbstorganisierter Kultur. „Es ist ein Festival von uns für uns. Keine großen Agenturen, kein anonymes Booking – sondern direkte Wege, ehrlicher Austausch und der Wille, in der Region etwas aufzubauen“, sagt der Mitveranstalter. Weimar als Standort sei dabei nicht zufällig gewählt. Die Stadt bringe kulturelle Substanz mit, aber zu wenig elektronische Open-Air-Angebote. Das Festival schließt eine Lücke – mit Potenzial für Wiederholung.
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Der Name „Transformation“ ist dabei Programm: Wandel, Offenheit, Energie. „Für mich bedeutet das: alte Grenzen überwinden, sich auf Neues einlassen, gemeinsam etwas erschaffen, das vorher nicht da war“, sagt Demmer.
DIY-Festival in Weimar schafft neue Räume für Kultur
Genau das spiegelt sich auch in der Festivalstruktur: Statt starrem Ablauf gibt es Räume zum Entdecken, Flanieren, Dazwischen-Sein. „Am besten kommt man ohne feste Erwartungen – aber mit offenen Ohren und Augen. Man flaniert, tanzt, entdeckt. Transformation ist kein Konzert, das man konsumiert – es ist ein Raum, den man gemeinsam füllt“, beschreibt Demmer die Festivalidee.
„Geil, sowas geht? Davon will ich mehr!“
Und wohin geht die Reise? Wird Transformation ein einmaliges Projekt bleiben? Der Mitveranstalter ist vorsichtig optimistisch: „Spätestens als die ersten Zusagen von überregionalen Acts kamen, wussten wir: Das wird größer als gedacht.“ Jetzt hoffen die Crews auf Support aus der Community – und ein Zeichen, dass in Thüringen einiges geht.
Musik und Community: Transformation in Weimar
Mit drei Bühnen, über 20 Acts, urbaner Kunst, Sport-Formaten und jeder Menge Bass will das Festival ein neues Kapitel für die Subkultur in Thüringen aufschlagen. „Solche Events zeigen, was möglich ist, wenn Leute sich zusammentun. Sie schaffen Begegnungen, halten junge Menschen in der Region und zeigen, dass Kultur nicht nur in Großstädten passiert. Transformation kann ein Leuchtfeuer sein – für Weimar und darüber hinaus“, sagt Marcus Demmer, der ganz genau weiß, was nach dem ersten Transformation-Festival bleiben soll: „Ein Gefühl von Verbundenheit. Neue Impulse. Und vielleicht der Gedanke: Geil, sowas geht? Davon will ich mehr!“
Hard Facts:
- Transformationsfestival Weimar
- Wo: Jugendclub Nordlicht | Weimar
- Wann: 14. Juni | 14 Uhr
- Weitere Informationen findest du hier:
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