„Der Klang Europas“ – dieser Titel ist mehr als ein Konzertmotto, er ist eine Haltung. Am Freitag, den 5. September 2025, um 19.30 Uhr füllt sich die romanische Klosterkirche Thalbürgel mit den Stimmen zweier traditionsreicher Ensembles, die über Grenzen hinweg zusammenarbeiten und damit symbolisch den europäischen Schulterschluss üben: dem Poznaner Knabenchor und dem Knabenchor der Jenaer Philharmonie.
So klingt es, wenn Polen auf Deutschland, Posen auf Jena trifft
Verstärkt werden sie von den Octavians, jenem Vokalensemble, das vor fast zwanzig Jahren aus der Jenaer Chorarbeit hervorging. Gemeinsam schlagen sie einen musikalischen Bogen über acht Jahrhunderte – von frühen Gesängen des 13. Jahrhunderts über Johann Michael Bach bis zu modernen Klassikern von Leonard Cohen und John Legend.
„Austausch über Landesgrenzen hinaus, musikalische Neugierde und menschliche Offenheit ist für mich ein großer Antrieb“, erklärt Veranstalter Christian Hacker, selbst einst Mitglied im Dresdner Kreuzchor. Dass das Konzert nun in Thalbürgel stattfindet, ist mehr als eine pragmatische Verlegung. „Für mich persönlich eine Rückkehr in meine Jugend“, sagt Hacker, der in dieser Kirche bereits als Knabe gesungen hat.
Poznaner Knabenchor gilt als immaterielles Kulturerbe
Der Knabenchor der Jenaer Philharmonie wiederum vereint aktuell rund 70 Jungen und junge Männer. In „Chorfamilien“ organisiert, tragen Ältere Verantwortung für Jüngere – ein Prinzip, das musikalische Ausbildung und Gemeinschaft verbindet. Unter Leitung von Berit Walter haben die Sänger wiederholt internationale Kontakte gepflegt. So gastierten die Octavians im Januar beim Weihnachtsfestival des Poznaner Knabenchores und kehren nun mit diesem in Thüringen auf die Bühne zurück.
Träger des Goldenen Verdienstkreuzes Polens
Der Poznaner Knabenchor, gegründet 1945, gilt in seiner Heimat als immaterielles Kulturerbe und steht in einer Reihe mit so berühmten Ensembles wie dem Dresdner Kreuzchor oder dem Leipziger Thomanerchor. Rund 45 Sänger unter Leitung von Jacek Sykulski, Komponist und Träger des Goldenen Verdienstkreuzes Polens, sind für ihre unverwechselbare Klangfarbe bekannt. Erst kürzlich beeindruckten sie bei den Brandenburgischen Sommerkonzerten und beim Nürnberger Knabenchorfestival. Maßgeschneiderte Werke ihres Chorleiters gehören ebenso zum Repertoire wie europäische Chormusik von Bach bis Kverno.
Musikgeschichte wird lebendig
Die Klosterkirche Thalbürgel, deren Bau 1133 begann, verleiht dem Abend eine besondere Aura. Einst von Benediktinermönchen gegründet, ist sie heute ein Ort ökumenischer Begegnung – ein passender Rahmen für ein Konzert, das Grenzen überschreitet. Ein Abend, der nicht nur Musikgeschichte lebendig macht, sondern auch eine Botschaft trägt: dass Klang Brücken schlägt, wo Worte allein nicht reichen.
Hard Facts:
- Wann: Freitag 5. September um 19:30 Uhr
- Wo: Klosterkirche Thalbürgel | Klosterstraße 23 | Bürgel
- Hier geht es zu den Tickets
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