Die Bastion auf dem Petersberg in Erfurt, die Creuzburg im Wartburgkreis oder die Seestern-Panorama-Bühne in Zeulenroda-Triebes direkt an der Talsperre – immer mehr außergewöhnliche Open-Air-Spielorte versüßen den Thüringer Konzertsommer. Der Freistaat mausert sich und immer mehr Veranstaltende und Gäste entdecken das Live- und Draußen-Gefühl neu. In unserer Reihe wollen wir die außergewöhnlichste Venus ins Spotlight nehmen und schauen, welche Events sie bieten und was sie so besonders macht.
Erfurts Domplatz lässt Geschichte und Open-Air-Kultur verschmelzen
Mitten im Herzen der Erfurter Altstadt breitet sich der Domplatz aus wie ein steinernes Meer – nur ohne Wellen, dafür mit ordentlich Geschichte im Gepäck. Auf über 14.000 Quadratmetern entfaltet sich einer der größten innerstädtischen Plätze Europas, eingerahmt von beeindruckender Kulisse. Der mächtige Erfurter Dom St. Marien und die benachbarte Severikirche thronen wie zwei ehrwürdige Gastgeber über dem Geschehen. Dazwischen und drumherum lockt eine charmante Mischung aus mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Bebauung. Die berühmten Domstufen steigen sanft an und verwandeln den Platz ganz nebenbei in ein natürliches Amphitheater – quasi „Stufen zur Stimmung“, wenn die Musik einsetzt.
Panorama aus Türmen, Mauern und Jahrhunderten
Und diese Aussicht hat es in sich, auch wenn sie weniger ins Grüne als tief in die Geschichte blickt. Statt weiter Landschaft eröffnet sich hier ein Panorama aus Türmen, Mauern und Jahrhunderten. Der Domplatz war schon im Mittelalter das pulsierende Zentrum der Stadt – ein Ort, an dem gehandelt, diskutiert und gelebt wurde. Hier kreuzten sich Wege von Kaufleuten, Geistlichen und neugierigen Stadtbewohnern. Wer heute über den Platz schlendert, wandelt also buchstäblich auf historischen Spuren, und das ganz ohne Eintrittskarte in die Vergangenheit.

Auch abseits von Konzerten zeigt sich der Domplatz von seiner vielseitigen Seite. Foto: Margitta Guhne
Ursprünglich war der Domplatz allerdings kein Konzertsaal unter freiem Himmel, sondern schlicht das, was man heute vielleicht „Multifunktionsfläche mit Geschichte“ nennen würde. Seit dem Mittelalter diente er als Markt- und Versammlungsort, doch im Laufe des 20. Jahrhunderts entdeckte man sein Talent für große Auftritte. Heute gehört er zu den wichtigsten Open-Air-Spielstätten Thüringens.
Domplatz wird zur lebendigen Bühne
Und 2026 zeigt er wieder, was in ihm steckt: Am 3. Juli bringt Roland Kaiser den Platz zum Schunkeln, ein bisschen „Santa Maria“ unter freiem Himmel, quasi. Einen Tag später, am 4. Juli, übernimmt Clueso das Mikrofon und liefert Heimspiel-Atmosphäre mit Gefühl. Zwei weitere Acts sind noch in Planung – man könnte sagen, der Domplatz hält sich noch ein paar Überraschungen im Ärmel.
Erfurt dient als Eventzentrum
Aber auch abseits von Konzerten zeigt sich der Platz von seiner vielseitigen Seite. Die Domstufen-Festspiele verwandeln die Treppen in eine große Bühne, während der Weihnachtsmarkt den Ort in ein Lichtermeer taucht. Dazu kommen Blumen- und Gartenmärkte, die Walpurgisnacht mit einem Hauch Hexenzauber, der Altstadtfrühling, Wochenmärkte, Oktoberfest, Weinfest und saisonale Spezialitätenmärkte. Hier blüht das Leben – im wahrsten Sinne des Wortes.

Erfurt verwandelt sich jedes Jahr in ein Weihnachtswunderland.
Foto: Stadtverwaltung Erfurt/Vitalik Gürtler
Was den Domplatz so besonders macht? Vielleicht ist es genau diese Mischung: ein Ort, der Geschichte atmet, aber gleichzeitig im Takt der Gegenwart pulsiert. Ein Platz, der sich nicht entscheiden muss zwischen Vergangenheit und Gegenwart, sondern einfach beides kann.
Hard Facts:
- 3. Juli | Roland Kaiser
- 4. Juli | Clueso
- Weitere Informationen findet ihr unter www.erfurt.de
