„Erstmals eskalieren wir am helllichten Tag in der krassesten Warehouse-Location in Erfurt.“ Vielversprechend kündigen Mutabor und Unreal ihren ersten Rave am Tag in Thüringens wohl außergewöhnlichsten technoiden Tempel an. Die Ansage ist selbstbewusst – und passt zur Dimension der Location.
Erfurter Druckerei wird zur Dayrave-Location
Am 1. Mai verwandelt sich die ehemalige FUNKE-Druckerei im Erfurter Stadtteil Bindersleben in einen Dayrave-Hotspot der Hard-Techno-Szene. Wo früher Zeitungen wie die TA, OTZ und TLZ vom Band liefen, steht heute eine 1.300 Quadratmeter große Halle mit bis zu 18 Metern Höhe bereit: rohe Industriearchitektur aus Beton und Stahl, die sich bei Tageslicht anders präsentiert als bei den üblichen Nachtveranstaltungen.
„Das hat einen ganz eigenen Vibe.“
Genau diese Perspektive reizte die Veranstalter. „Wir haben kurzfristig den Termin für den 1. Mai bekommen und die Möglichkeit, eine Day-Show zu machen“, sagt Mutabor-Sprecher Florian Hoffmann im Interview. Die Idee dahinter: der Community eine neue Erfahrung bieten. „Wir wollten, dass die Leute die Architektur der Location auch tagsüber erleben können. Das hat einen ganz eigenen Vibe.“
Die ehemalige Druckerei gilt längst als eine der spektakulärsten Warehouse-Locations im Osten Deutschlands. Die hohen Decken, die offenen Stahlstrukturen und das Spiel aus natürlichem Licht und technischer Inszenierung erinnern viele Besucher an internationale Industrie-Clubs – ein Vergleich mit dem legendären Londoner Printworks fällt in der Szene immer wieder. Während nachts vor allem Lichtshow und Laser dominieren, rücken tagsüber die architektonischen Dimensionen der Halle stärker in den Vordergrund.
Neues Konzept als Gegenpol
Dass der Rave ausgerechnet am frühen Nachmittag beginnt, ist also Teil des Konzepts. Dazu soll ein Außenbereich entstehen, der bewusst einen Gegenpol zur druckvollen Musik bildet. „Wir planen draußen einen großen Bereich, wo die Leute auch mal chillen können“, erklärt Hoffmann. „Mit Essen, Sitzmöglichkeiten – einfach einen entspannten Ort, an dem man sich aufhalten kann.“
Kooperation vereint lokale Szene und Festivalerfahrung
Musikalisch bleibt es dagegen kompromisslos. Mutabor arbeitet für die Veranstaltung erneut mit dem Hard-Techno-Veranstalter Unreal zusammen – eine Kooperation, die lokale Szene-Strukturen mit nationaler Reichweite verbindet. Während Mutabor in Thüringen seit Jahren als prägende Kraft gilt und Techno-Events von kleinen Clubs in große Industriehallen verlagert hat, bringt Unreal Erfahrung aus großen Club- und Festivalproduktionen ein.
Mutabor handelt: Der Hardtechno-Skandal erreicht auch Thüringen
Das Line-up folgt entsprechend der harten Gangart: Neben Jaszaloth, Klofama, Neon Graveyard und Nikolina steht mit Charlie Sparks einer der derzeit gefragtesten Namen der internationalen Hard-Techno-Szene an der Spitze des Abends. Der Londoner DJ wurde während der Pandemie durch Releases auf Plattformen wie SoundCloud und Bandcamp bekannt und hat sich seitdem zu einem regelmäßigen Gast auf großen Festivals und in renommierten Clubs entwickelt. Sein Sound bewegt sich oft im Bereich von 150 bis 160 BPM und verbindet Industrial-Elemente mit Rave- und Trance-Einflüssen.
„Wir haben DJs angefragt, die wir selbst richtig cool finden“
Die Booking-Geschichte ist dabei erstaunlich unkompliziert entstanden. „Wir haben einfach DJs angefragt, die wir selbst richtig cool finden“, sagt Hoffmann. „Unter anderem Charlie Sparks – und das hat tatsächlich geklappt.“
Vorverkauf zeigt große Nachfrage
Das Interesse scheint groß: Der Vorverkauf startete stark, viele Tickets waren früh vergriffen. Warehouse-Events dieser Art sind in Erfurt oft innerhalb kurzer Zeit ausverkauft. Für Mutabor schlägt der Dayrave ein weiteres erfolgreiches Kapitel in Thüringens Technohistorie auf und zeigt so, wie Industriegeschichte im Freistaat die Petrischale für junge Kultur sein kann.
Hard Facts:
- Wann: 1. Mai 2026
- Wo: ehemalige FUNKE-Druckerei in Bindersleben
- Weitere Infos gibt es hier
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