Über 840.000 Euro Fördergeld, 97 ausgewählte Musikprojekte – doch aus Thüringen ist keines dabei. Während Berlin und Nordrhein-Westfalen in der aktuellen Förderrunde der Initiative Musik stark vertreten sind, bleibt der Freistaat außen vor. Fehlt es hier an aufstrebenden Musiker:innen – oder liegt das Problem ganz woanders?
Förderung von fast 100 Projekten
Wie die Initiative Musik mitteilt, fördert sie in der ersten Runde des Jahres insgesamt 97 Projekte aus Pop, Jazz, Indie und weiteren Genres mit mehr als 840.000 Euro. Die Künstler:innenförderung richtet sich an Nachwuchstalente, die ihre Karriere professionalisieren wollen. Unterstützt werden etwa Studioaufnahmen, Tourneen, Musikvideos oder Marketingmaßnahmen.
Berlin und NRW stark vertreten
Ein Blick auf die Verteilung zeigt deutliche Schwerpunkte: Besonders viele geförderte Projekte kommen aus Berlin – dort profitieren 25 Musiker:innen und Bands von der Förderung. Auch Nordrhein-Westfalen ist stark vertreten, hier gehen 19 Zusagen an Künstler:innen.

The Raccoonz, Schülerband aus Erfurt beim Krämerbrückenfest 2025. Foto: Marco Schmidt
Auffällig ist dagegen eine Leerstelle: Unter den 97 Projekten findet sich kein einziges aus Thüringen. Eine Entwicklung, die Fragen aufwirft. Gibt es im Freistaat zu wenig aufstrebende Acts? Oder erreicht die Förderung die Szene schlicht nicht?
Keine Thüringer:innen unter den geförderten Projekten
Nach Angaben der Landesarbeitsgemeinschaft für Improvisations- und Songkultur Thüringen (LAG Songkultur e.V.) ist das Programm durchaus bekannt. „An die LAG Songkultur wurden 2025 keine Unterstützungsanfragen bezüglich eines möglichen Antrags gestellt – wir hatten allerdings über die sozialen Medien auf die Förderung hingewiesen“, sagt Vorstandsmitglied Anna Geißler.
„Sie wurden allerdings abgelehnt.“
Ganz ohne Thüringer Bewerbungen sei die Runde dennoch nicht gewesen. „Aus unserem Kooperationsnetzwerk sind uns aber mindestens zwei Musiker:innen bekannt, die einen Antrag für die Künstler:innenförderung gestellt haben – sie wurden allerdings abgelehnt.“ Gründe für die Absagen seien den Künstler:innen nicht mitgeteilt worden. „Daher können wir dazu leider keine valide Aussage treffen“, so Geißler. Eine Stellungnahme der Initiative Musik zu den Thüringer Zahlen lag bis Redaktionsschluss nicht vor.
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Dabei wurde das Förderprogramm zuletzt überarbeitet. Nach einer Evaluation wurden Kriterien präzisiert, um gezielter aufstrebende Künstler:innen zu unterstützen. Bewertet werden etwa erste Erfolge von Veröffentlichungen, bestehende Branchenpartnerschaften oder die Reichweite in sozialen Netzwerken.
Erneute Möglichkeit auf Fördermittel
Doch keine Angst, für Thüringer Musiker:innen bietet sich bald eine neue Chance: Die nächste Antragsphase läuft vom 10. bis 30. April 2026. Dann können Bands und Solokünstler:innen erneut Fördermittel beantragen – vielleicht diesmal auch mit mehr Projekten aus dem Freistaat.
Hard Facts:
- Was: Nächste Antragsphase für Bands und Solokünstler:innen
- Wann: 10. bis 30. April 2026
- Hier geht´s zur Homepage
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