„Es ist ein Familientreffen: ein Ort, an dem Crew, Bands und Fans ein Wochenende lang eine große Wolfsfamilie sind – respektvoll, nahbar, ohne Starallüren“, sagt Philipp Seiler, Sprecher des Wolfszeit Festivals, das vom 21. bis 23. August im Feriendorf Auenland in Eisfeld hunderte Paganfans vereint.
Pagan Metal: Härte trifft auf Mystik
Pagan, das ist die Härte von Black Metal mit epischen Melodien kombiniert mit folktypischen Instrumenten wie Flöten oder Dudelsäcken, gewürzt mit Gesängen rund um Natur, Mythologie und heidnische Traditionen. Und genau diese mystische, oft ritualhafte Atmosphäre, die bei der Musik entsteht, ist es, die das Wolfzeit ausmacht.
Mehr als nur ein Musik-Genre
Doch bei dem Festival in Südthüringen geht es um weit mehr als das Metal-Subgenre. Es geht um Zusammenhalt, Haltung und ein Event, das seit fast zwei Jahrzehnten natürlich gewachsen ist.
Die Wurzeln des Wolfszeit-Festivals reichen zurück bis ins Jahr 2007. Damals spielte die Band von Seiler „Varg“ eine Release-Show zu ihrem Debüt. Genannt: „Wolfszeit“. Aus diesem Happening entwickelte sich mehr: „Die Resonanz und unser Anspruch waren größer als ein Konzert. Also haben wir den Schritt gewagt und daraus ein mehrtägiges Festival gemacht – kuratiert statt beliebig, nahbar statt anonym, mit klarer Kante“, erinnert sich der Pagan-Metal-Gitarrist.
Ein starkes Team und ein neuer Standort
Und mit so einem profunden Team aus Szenekennen, konnte sich über die Jahre ja nur ein Festival mit klarer musikalischer Ausrichtung entwickeln. Nach Stationen in Hollfeld (Bayern) und Crispendorf (Thüringen) findet das Wolfszeit seit 2023 im Feriendorf Auenland in Eisfeld statt. Was genau die richtige Entscheidung war, so der Festival-Sprecher: „Der erste Festivalabend in Eisfeld – mit dem Sonnenuntergang über dem Zeltplatz und der spürbaren Euphorie unserer Gäste – hat uns endgültig bestätigt: Der Standortwechsel war richtig“, erinnert er sich.
Das Feriendorf Auenland als perfekte Kulisse
Das Feriendorf Auenland, gelegen am Burgberg von Waffenrod bei Eisfeld, liefere die perfekte Kulisse für das dreitägige Open-Air: Hanglage mit Blick ins Tal, kurze Wege, dazu das „Heidnische Dorf mit Met-Taverne, Wikingerlagern, Handwerk und Lagerfeuer-Atmosphäre“, heißt es vonseiten des Festivalteams, das sich sicher ist, vorerst eine feste Heimat gefunden hat: „Dem Thüringer Wald beim Klingen zuzusehen, macht stolz und demütig zugleich. Die Landschaft trägt viel zur Magie bei – und Eisfeld fühlt sich nach Ankommen an“, schwelgt Philipp Seiler.
Und auch wenn sich das Wolfszeit stolz das größte Pagan- und Black-Metal-Open-Air Deutschlands nennt, bewegen sich die Besucherzahlen doch ganz bewusst im überschaubaren Rahmen. Aus rund 900 Gästen beim Debüt entwickelte sich das Wolfszeit zu einem familiären Open-Air im niedrigen vierstelligen Bereich. Für 2025 erwarten die Veranstalter erneut ein ausverkauftes, aber bewusst durch die Location begrenztes Festival. Familiär soll es sein.
Klare musikalische Ausrichtung
Musikalisch setzt das Wolfszeit konsequent auf Pagan- und Black-Metal-Acts. Als eines der einzigen Festivals in hiesigen Gefilden. Unter den bestätigten Namen für 2025 finden sich Band wie Marduk (Black Metal), Primordial (Pagan Metal), Blackbraid (Black Metal) oder Forndom (Nordic Folk). Und natürlich darf die namensgebende Band „Varg“ nicht fehlen.
Das Heidnische Dorf als zweites Herz
Parallel zur Hauptbühne bildet das „Heidnische Dorf“, das für das Wolfszeit entstehet, ein zweites Herz des Festivals. Neben Handwerksständen und Vorträgen zur Wikingerzeit bietet es eine Met-Taverne, historische Reenactment-Gruppen, Lagerfeuer und Late-Night-Specials – eine Atmosphäre, die das Festival von vielen anderen abhebt.
Auch wenn heidnische Symbole willkommen sind, bleiben Hakenkreuze und ähnliche Inhalte ein klares No-Go. Von Beginn an positionierte sich das Wolfszeit klar gegen rechte Ideologien. „Das ist nicht verhandelbar. Keine rechten Symbole, keine NSBM-Patches/-Bands – Zuwiderhandelnde fliegen. Wir wollen, dass sich ausnahmslos alle sicher und respektiert fühlen. Punkt“, sagt Seiler. Diese Linie prägt die gesamte Festivalorganisation und wird auch durch strikte Regeln für Besucher:innen durchgesetzt: Abkleben oder Überdecken verbotener Symbole wird nicht akzeptiert, Verstöße führen zum sofortigen Ausschluss.
Ehrenamt und Unabhängigkeit
Ein Grund, warum die Wolfszeit-Crew, die größtenteils aus ehrenamtlichen Helfer:innen besteht, jedes Jahr wieder. Supporter-Tickets ermöglichen frühen Zugang und unterstützen die Finanzierung, dazu kommen Erlöse aus Tickets, Getränken und Merchandising. Fördermittel spielen laut Seiler keine Rolle: „Unabhängigkeit und Fairness gegenüber Besucher:innen sind uns wichtig.“ Auch lokale Strukturen profitieren – etwa durch Pfandsammelstellen, die örtliche Vereine unterstützen.
Das Wolfszeit Festival ist längst mehr als ein Treffpunkt für Pagan-Fans. Rückmeldungen wie „Es fühlt sich an wie nach Hause kommen“ zeigen den besonderen Charakter sagt der Festivalsprecher im Interview. „Wenn Bands nach Jahren wiederkehren und genau das bestätigen, wissen wir: der Kurs stimmt“, so Philipp Seiler.
Gemeinschaft, Stärke und Haltung
Der Musiker ist das Wolfszeit ganz klar ein Festival mit Herz und Haltung: „Klar. Metal hat Klischees – wir begegnen denen mit Transparenz, Gastfreundschaft und einer Null-Toleranz-Linie gegen rechte Ideologien. Die Community, die jedes Jahr zurückkehrt, ist unsere größte Motivation“, sagt der Festivalbegründer und bestätigt, dass neben der musikalischen und mythologischen Ausrichtung des Wolfszeit klar der Name zur Identität des Festivals beiträgt: „Wolfszeit entstammt der nordischen Mythologie – für uns steht es für Gemeinschaft, Stärke und Unbeugsamkeit“ – was den Familiengedanken hinter dem nahbaren Open-Air-Happening einmal mehr unterstreicht.
Hard Facts
- Wann: Wolfszeit Festival: 21. bis 23. August
- Wo: Feriendorf Auenland | Zum Burgberg 1 | Eisfeld
- Anreise: ab 10 Uhr
- Weiter Infos unter: www.wolfszeit-festival.de











