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Sechs Dancefloors, eine Stadt: Hier macht die Fête de la Musique Erfurt zur Tanzfläche 

19. Juni 2026 • Geschrieben von Florian Dobenecker
Wenn am längsten Tag des Jahres die Fête de la Musique nach Erfurt kommt, wird die Innenstadt wieder zur riesigen Open-Air-Bühne. Chöre, Bands, Singer-Songwriter und Big Bands gehören traditionell dazu. Doch längst sind es nicht mehr nur Gitarren und Blasinstrumente, die den Takt vorgeben. Wie die Veranstalter mitteilen, verwandeln sich gleich sechs Orte in der Stadt in Dancefloors, auf denen DJs und Live-Acts den Sommerabend musikalisch verlängern.

Fête de la Musique in Erfurt

Das passt durchaus zur Idee der Fête de la Musique. Während man bei Konzerten meist Richtung Bühne blickt, funktioniert elektronische Musik oft anders: Der Fokus liegt weniger auf dem Künstler als auf dem gemeinsamen Erlebnis. Die Menge wird zur Tanzfläche, die Stadt zur Kulisse und der Beat zum roten Faden des Abends.

Predigerwiese liefert melodisches Treiben

Ein besonders stimmungsvoller Schauplatz ist die Predigerwiese. Hinter historischen Mauern und mit Blick auf die gotische Predigerkirche wirkt die Grünfläche wie ein versteckter Innenhof mitten in der Altstadt. Hier treffen die groovigen Deep-House-Klänge von Marko Schlöffel auf die energiegeladenen Sounds von DISKODEX und die melodischen Techno- und Progressive-Sets von Mija Flow. Wer elektronische Musik gern mit etwas Abendsonne und historischem Ambiente kombiniert, dürfte hier richtig sein.
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Direkt gegenüber, vor dem Café Klara Grün, übernimmt das Kartenhaus Kollektiv. Zwischen Sitzkissen, Wiese und Altstadtflair entsteht ein Floor, der eher nach entspanntem Sommertreffen als nach klassischem Festivalgelände aussieht. Musikalisch bewegt sich das Kollektiv zwischen treibenden Grooves, melodischen Elementen und tanzbaren elektronischen Beats.

Ost-Terrasse Petersberg mit Panoramablick

Hoch über den Dächern der Stadt wartet auf dem Petersberg gleich die nächste Station. Auf der Ost-Terrasse treffen Panoramablick und Sonnenuntergang auf die Sets von showifact sowie mos & more. Während showifact urbane Einflüsse aus R’n’B, Hip-Hop und Afro-Beats mit House-Rhythmen verbindet, setzen mos & more auf melodische elektronische Sounds. Zusammen ergibt das einen Mix, der genauso gut zur Aussicht wie zur Tanzfläche passt.

Dance- und House an der Glashütte

Nur wenige Schritte weiter wird der Kontrast zwischen Geschichte und Gegenwart besonders sichtbar. An der Glashütte, dem modernen Glaspavillon auf dem Festungsplateau, legen DJ Holler und Louis Pitar auf. Der eine gilt als erfahrener Allrounder mit Club- und House-Schwerpunkt, der andere steht für energiegeladene Dance- und House-Sets. Zwischen Festungsmauern und futuristischer Architektur dürfte hier die Sonne ebenso spektakulär untergehen wie die ersten Beats einsetzen.
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Wer lieber zwischen alten Bäumen tanzt, landet im Stadtpark. Die weitläufige Grünanlage nahe dem Hauptbahnhof wird zur Bühne für Patrick Börsch, Louis Garcia, Amnesy, flowre, Ben Wilder und Mahoo. Von Deep House über klassische House-Sounds bis zu dynamischeren elektronischen Spielarten spannt sich hier ein weiter musikalischer Bogen. Der Park wird damit zum vielleicht größten Dancefloor des Tages – nur eben mit mehr Rasen als Beton.

Kommarum und Stadtgarten fordern zum Tanz

Etwas versteckter, dafür mit umso mehr Hinterhofcharme, präsentiert sich das Gelände des Kulturbahnhofs kommarum. Holzpaletten, Lichterketten und viel Grün schaffen eine Atmosphäre, die eher an ein alternatives Sommerfest erinnert. Musikalisch reicht die Palette von den Dub- und Reggae-inspirierten Sounds von ananzi Highgrade über die Live-Looping-Performance von TribalNeed bis zu den elektronischen Grooves von eLx. Besonders TribalNeed zeigt dabei, dass elektronische Musik nicht zwangsläufig aus dem Laptop kommt: Didgeridoo, Synthesizer und Live-Elemente verschmelzen hier zu einer improvisierten Performance.

Fête de la Musique in Erfurt als Entdeckungsreise

So wird die Fête de la Musique in Erfurt einmal mehr zur musikalischen Entdeckungsreise. Zwischen Kirchenmauern, Festungsanlagen, Parkwiesen und Hinterhöfen entstehen sechs ganz unterschiedliche Tanzflächen – jede mit eigenem Charakter, aber alle mit demselben Ziel: den Sommerabend ein Stück länger werden zu lassen.

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