Transformation Festival Weimar denkt das Open-Air-Party-Game neu
„Wir wünschen uns eine lebendige, vielfältige und offene Kulturlandschaft in unserer Region. Eine Szene, in der junge Menschen nicht nur konsumieren, sondern selbst gestalten können. Eine Szene, in der Kunst, Musik, Bewegung und Gemeinschaft gleichwertig nebeneinander existieren kann und soll.“
Transformation Festival setzt nicht nur auf elektronische Musik
Wenn Karl Rost über das Transformation Festival spricht, klingt das weniger nach Eventplanung als nach einer Vision. Zusammen mit dem Endstufe Kollektiv organisiert er am 20. Juni bereits zum zweiten Mal das Transformation Festival auf dem Gelände des Jugendclubs Nordlicht in Weimar. Elektronische Musik steht dabei zwar im Mittelpunkt – doch wer das Projekt auf einen klassischen Rave reduzieren will, greift zu kurz.
Ein Kulturprojekt, das auf Kreativität und Zusammenhalt setzt
„Das Festival ist das Ergebnis von vielen Jahren, in denen wir selbst als Gäste auf Veranstaltungen unterwegs waren und uns gefragt haben: Wie würde ein Festival aussehen, das wir selbst unbedingt besuchen wollen?“, sagt Karl. Mit dem Endstufe Kollektiv habe man von Anfang an versucht, „mehr zu schaffen als nur eine Party“. Stattdessen gehe es darum, Menschen zusammenzubringen, kreative Räume zu öffnen und Orte zu schaffen, an denen sich Menschen frei entfalten können.







Der Name des Festivals kommt dabei nicht von ungefähr. „Das Transformation Festival soll ein Ort sein, an dem Musik, Kunst, Bewegung und Begegnung zusammenkommen“, erklärt Karl. Ein Ort, „an dem man für einen Tag aus dem Alltag ausbrechen, Neues entdecken und vielleicht sogar ein Stück verändert nach Hause gehen kann.“
Transformation Festival verbindet Musik, Kunst und Menschen
Diese Idee spiegelt sich auch im Konzept wider. Tagsüber verwandelt sich das Gelände rund um das Nordlicht in einen offenen Kulturspielplatz. Zwischen elektronischer Musik gibt es Volleyballturniere, Graffiti-Workshops, Tattoo-Angebote, Streetart und ein familienfreundliches Programm. Erst am Abend geht das Festival in einen Clubbetrieb mit mehreren elektronischen Genres über.
Ein Festival, das Kultur gemeinsam gestalten will
„Uns war von Anfang an wichtig, dass das Transformation Festival mehr ist als ein reines Musikfestival“, sagt Karl. Gerade die Mischung aus Musik und Mitmachangeboten mache den Charakter der Veranstaltung aus. Beim Beachvolleyball gehe es beispielsweise nicht um Leistung, sondern darum, unkompliziert neue Menschen kennenzulernen. Ähnlich sieht er die Graffiti-Area: „Uns ist wichtig zu zeigen, dass Graffiti weit mehr ist als bloß Farbe auf einer Wand – es ist eine Kunstform und seit Jahrzehnten fester Bestandteil der urbanen Szene.“
Dass ein solches Projekt von jungen Menschen organisiert wird, sei dabei gleichzeitig Motivation und Herausforderung. „Es fühlt sich ehrlich gesagt gleichzeitig großartig und manchmal auch ziemlich verrückt an“, sagt Karl lachend. Viele der Beteiligten stemmen das Festival neben Beruf, Studium oder anderen Verpflichtungen. „Da steckt unglaublich viel Zeit, Energie und Herzblut drin.“
Ehrenamtsprojekt sorgt in Weimar für Aufmerksamkeit
Das positive Feedback nach der Premiere im vergangenen Jahr habe das Team jedoch darin bestärkt, weiterzumachen. Besonders stolz sei man darauf, zu zeigen, „dass man nicht jahrelang auf eine Gelegenheit oder Erfahrung warten muss, sondern selbst etwas aufbauen kann. Einfach mal machen.“
Transformation Festival zeigt, wie Kultur in Weimar zusammenwächst
Auch Marcus Demmler vom Endstufe Kollektiv beschreibt das Festival vor allem als Gemeinschaftsprojekt. Was ihn und das Team antreibt? „Vor allem das Gefühl vom letzten Jahr. Dieser Moment, wenn das Gelände langsam voller wird, überall Menschen lachen, tanzen, sich begegnen und man merkt: Genau dafür hat sich alles gelohnt.“
Viele Besucher hätten das erste Transformation Festival als „näher, echter und familiärer“ beschrieben. Genau dieses Gefühl wolle man erneut schaffen. „Uns treibt die Vorstellung an, gemeinsam mit so vielen Menschen einen Tag zu erleben, der in Erinnerung bleibt“, sagt Marcus. „Einen Ort zu schaffen, an dem man einfach loslassen, neue Leute kennenlernen und für ein paar Stunden komplett im Moment sein kann.“
Gemeinschaft statt Konsum
Dabei setzen die Organisatoren bewusst auf Ehrenamt statt Hochglanzproduktion. „Wir wollen keinen komplett durchperfektionierten Konsumraum schaffen, sondern einen Ort mit Charakter“, erklärt Marcus. Das Festival entstehe aus Freundschaften, gemeinsamen Ideen und dem Wunsch, etwas für die Region aufzubauen. „Vielleicht ist genau das der Grund, warum sich viele bei uns so wohlfühlen: Weil das Festival nicht für die Szene gemacht wird, sondern aus der Szene heraus entsteht.“
Gemeinschaft ist wichtiger als Perfektion
Was das Team dabei am meisten berührt, sind oft die kleinen Momente. Menschen, die sich freiwillig einbringen. Besucher, die voller Vorfreude erzählen, worauf sie sich freuen. Oder das Gefühl, gemeinsam etwas wachsen zu sehen. „Am schönsten ist wahrscheinlich zu sehen, wie aus einer Idee Schritt für Schritt etwas entsteht, das plötzlich ganz viele Menschen verbindet“, sagt Marcus.
https://www.takt-magazin.de/kultur/klassik-stiftung-weimar-co-labor_334448
Vielleicht beschreibt genau das den Kern des Transformation Festivals. Nicht die Zahl der Bühnen, die Acts oder das Programm machen es besonders. Sondern der Versuch, einen Ort zu schaffen, an dem Kultur nicht nur konsumiert, sondern gemeinsam gestaltet wird.
hinter dem Transformation Festival in Weimar steckt mehr
Oder, wie Karl es formuliert: „Vielleicht bedeutet Transformation genau das: Dass man einen Ort betritt – und ihn am Abend ein kleines bisschen anders wieder verlässt. Leichter. Freier. Näher bei sich selbst.“
Hard Facts:
- 20. Juni ab 14 Uhr
- Jugendclub „Nordlicht“ | Stauffenbergstraße 20a in Weimar
- Mehr unter www.transformation-festival.de