Weltstars und die 90er: So war das am Anfang mit dem Highfield in Thüringen
Guano Apes, Iggy Pop, Santana, Die Fantastischen Vier waren es 1998 und 99. Limp Bizkit, blink-182, Beck, Placebo, Green Day, Die Ärzte, Papa Roach und Nickelback waren es 2000 und 2001. Korn, Incubus, Muse, Foo Fighters, The Hives, Massive Attack, The Killers, Arctic Monkeys und Faith No More … so, wir müssen aufhören, die Megastars aufzuzählen, die in den Anfangsjahren des Highfield-Festivals den Stausee in Hohenfelden besuchten.
Thüringen macht den Stausee Hohenfelden zur Bühne
Kaum zu glauben, dass all das einmal an einem Badesee südlich von Erfurt begann. 1998 feierte das Highfield Festival am Stausee Hohenfelden Premiere – mit rund 10.000 Besucherinnen und Besuchern und einem Namen, der als englische Übersetzung von Hohenfelden (“High Field“) gleich den internationalen Anspruch mitlieferte. Was damals als neues Festivalformat im Osten Deutschlands startete, entwickelte sich innerhalb weniger Jahre zu einer festen Größe im bundesweiten Festivalsommer.
Highfield-Festival startet am Stausee Hohenfelden
Schon früh bewiesen die Veranstalter von FKA Scorpio und Semmel ein erstaunlich gutes Händchen fürs Booking. Internationale Größen trafen auf nationale Publikumslieblinge, Indie auf Alternative, Punk auf Rock. Das sprach sich herum – weit über Thüringen hinaus. Die Besucherzahlen stiegen kontinuierlich. Aus den rund 10.000 Gästen der Premiere wurden bis 2007 etwa 25.000. Das Highfield war regelmäßig ausverkauft und längst mehr als ein Geheimtipp zwischen Erfurt und Weimar.
Doch Erfolg bringt manchmal seine ganz eigenen Probleme mit. Mehr Menschen bedeuteten mehr Müll, mehr Technik, mehr Verkehr und mehr Belastung für Natur und Infrastruktur rund um den Stausee. Der Standort Hohenfelden stieß an seine Grenzen. Nach zwölf Ausgaben fiel deshalb die Entscheidung zum Umzug.
Störmthaler See bei Leipzig
2010 zog das Festival an den Störmthaler See bei Großpösna im Leipziger Neuseenland. Der Name blieb – auch wenn das „Hohe Feld“ längst nicht mehr in Thüringen lag. In Sachsen wuchs das Festival zeitweise auf rund 35.000 Besucher an und festigte seinen Ruf als größtes Indie-, Rock- und Alternative-Festival Ostdeutschlands.
Wurzeln blieben trotzdem in Thüringen
Die Wurzeln blieben trotzdem in Thüringen. Hier entstand die Marke Highfield. Hier wurde aus einer mutigen Idee ein Festival, das internationale Stars an einen See lockte, der bis dahin wohl eher für Badegäste als für Iggy Pop bekannt war. Hier wurde das Fundament gelegt, auf dem das Highfield später weiterwuchs.
Nun schließt sich der Kreis. Nach der Ankündigung, dass das Highfield Festival 2026 vorerst zum letzten Mal stattfinden wird, endet eine Geschichte, die vor fast drei Jahrzehnten in Hohenfelden begann. Was aus der angekündigten kreativen Pause wird, ist offen. Sicher ist nur: Wer über das Highfield spricht, spricht auch über Thüringen. Denn dort begann die Geschichte eines Festivals, das aus einem Stausee eine Konzertbühne machte – und aus einem Namen eine der bekanntesten Festivalmarken Deutschlands.
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