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Erfurt vs. München: So teuer ist das Oktoberfest im Vergleich zur Wiesn

25. September 2026 • Geschrieben von Yannick Rau
Riesenrad Bellevue auf dem Oktoberfest in Erfurt. Foto: Hans P. Szyszka

Lederhose raus, Maßkrug in die Hand und ab nach München? Nicht unbedingt. Wer Ende September Lust auf Wiesn-Feeling bekommt, kann sich einige hundert Kilometer Fahrt sparen. Vom 25. September bis 11. Oktober verwandelt sich auch der Erfurter Domplatz in ein kleines Stück Bayern mit Festzelt, Fahrgeschäften, Riesenrad, jeder Menge Essen und täglich Live-Musik.

Oktoberfest in Erfurt: Live-Musik, Riesenrad und kleine Preise

Das Oktoberfest in Erfurt setzt 2026 auf täglichen Live-Sound, Fahrgeschäfte und Domkulisse. Im Preisduell mit München punktet Erfurt bei Bier und Klassikern, obwohl selbst Spezi und Wasser kräftig zu Buche schlagen. Wir haben uns schlau gemacht und verraten euch alles, was ihr über die Erfurter Version des zünftigen Volksfest wissen müsst.

Festzelt-Besuch ist kostenlos

Der Besuch des Erfurter Festzelts ist kostenlos, mehr als 600 Plätze gibt es ohne Reservierung. Wer sicher sitzen möchte, zahlt je nach Bereich zwischen 13,50 Euro und 45 Euro Mindestverzehr plus 14,50 Euro Reservierungspauschale. Der Mindestverzehr kann für Essen und Getränke genutzt werden. Auch in München ist der Eintritt in die Festzelte kostenlos. Einen einheitlichen Mindestverzehr gibt es dort allerdings nicht jedes Festzelt legt seine Reservierungsbedingungen selbst fest.

Oberbürgermeister Andreas Horn öffnete mit sechs Schlägen und Unterstützung von Paulaner-Gebietsvertriebsleiter Ulrich Schmidt das erste Fass Oktoberfestbier in Erfurt. Foto: Marco Schmidt

Fangen wir mit der wohl wichtigsten Wiesn-Währung an: Bier. Eine Maß Paulaner Oktoberfestbier kostet im Erfurter Festzelt 13,50 Euro. In München werden 2026 je nach Zelt zwischen 14,80 und 15,90 Euro fällig. Im Durchschnitt sind es 15,61 Euro. Macht 2,11 Euro Unterschied oder in einer härteren Währung gerechnet: fast eine Erfurter Brezn. Die gibt es nämlich für 2,50 Euro.

Auch Spezi rettet den Geldbeutel nicht

Wer dem Preisvergleich alkoholfrei entkommen möchte, hat schlechte Karten. Spezi und Mineralwasser kosten in Erfurt jeweils 4 Euro für 0,4 Liter, hochgerechnet also 10 Euro pro Liter. Auf der Münchner Wiesn liegt der durchschnittliche Literpreis 2026 bei 12,84 Euro für Spezi und 11,13 Euro für Wasser. Der Preisunterschied beim Spezi fällt prozentual damit sogar größer aus als beim Bier. Nüchtern bleiben schützt offenbar auch nicht vor Wiesn-Preisen.

Deftiges Schlemmen

Irgendwann braucht selbst der ambitionierteste Maßkrugstemmer eine Grundlage. Dafür fährt das Erfurter Festzelt ziemlich klassisch auf: Weißwürste mit Brezn kosten 8,50 Euro (in München bis zu 14 Euro), Leberkäs mit Kartoffelsalat 12,50 Euro (bis zu 19 Euro in M.) und ein halbes Grillhendl 11,50 Euro (Spitzenreiter in M. ist 24,50 Euro). Für eine Schweinshaxe werden je nach Beilage 16,50 oder 19,50 Euro fällig (M.: bis 30 Euro). Vegetarisch geht es unter anderem mit Semmelknödeln und Rahmschwammerln für 14,50 Euro (bis 23,50 Euro in M.).

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Shots auf Ex

Und wem Bier und Haxe noch nicht genug Abenteuer sind, der findet auf der Getränkekarte Shots für jeweils 2,50 Euro. Neben Jägermeister und Honig Willi wartet dort auch ein Partyshot mit dem vielversprechenden Namen „Bumsbar“. Mehr journalistische Einordnung braucht es an dieser Stelle vermutlich nicht.

Andere Liga

Natürlich wird aus dem Domplatz nicht plötzlich die Theresienwiese. Das Münchner Oktoberfest spielt schon zahlenmäßig in einer anderen Liga: 2026 umfasst das Gelände inklusive Oider Wiesn 34,5 Hektar, insgesamt wurden 478 Betriebe zugelassen. Allein 243 davon sind Schaustellergeschäfte.

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Verstecken muss sich Erfurt trotzdem nicht. Auf dem Domplatz warten Fahrgeschäfte, Spiel- und Genussstände und direkt neben dem Festzelt eines der größten Riesenräder. Dazu gibt es 2026 erstmals jeden Tag Live-Musik. Bergluft, BayernMafia, Pfundskerle, Belconda oder Mountain Crew gehören zum Programm. Die Pfundskerle spielen sogar drei Abende hintereinander. Wer sie beim ersten Mal verpasst, bekommt also noch eine zweite Chance. Und eine dritte.

Auf dem Domplatz warten Fahrgeschäfte

Am Ende bleibt München das Original, aber Erfurt macht den Geldbeutel zumindest etwas weniger leicht. Die Maß ist günstiger, die Brezn kostet 2,50 Euro und statt Theresienwiese gibt es Domkulisse. Und wer unbedingt noch einen Unterschied braucht: München feiert 16 Tage, Erfurt 17. Einen Tag mehr Oktoberfest gibt es in Thüringen also auch noch.

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