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Kaffkino: Thüringer Spielfilm „Nordhausen“ macht Lebenslüge zur Filmgeschichte

25. September 2026 • Geschrieben von Dunja Froriep
Der Thüringer Filmemacher Erik Grun hat bereits rund 300 Filme produziert. Hier im Bild: "Der Ostwolf". Foto: Thomas Arndt

Ein DDR-Flüchtling, eine erfundene Herkunft und eine Lüge, die sich immer weiter verselbstständigt: Erik Gruns Spielfilm „Nordhausen“ erzählt eine persönliche Geschichte. Zu sehen ist er am 27. September in der Mühlhäuser Kilianikirche.

Das andere Nordhausen

Der Film geht auf eine Erfahrung aus dem Umfeld des Regisseurs zurück. Gruns Bruder versuchte 1986, aus der DDR in die Bundesrepublik zu fliehen, wurde gefasst, zu einem Jahr Haft verurteilt und später freigekauft. In der Bundesrepublik verliebte er sich und wollte heiraten. Weil der Ruf eines ehemaligen DDR-Bürgers für ihn belastet schien, erzählte er seiner späteren Frau, er stamme aus einem anderen Nordhausen. Aus dieser Lebenslüge entwickelte Erik Grun einen Spielfilm über Herkunft, Angst und die Folgen einer erfundenen Vergangenheit.

Kino im Kaff

Die Vorführung ist zugleich der nächste Termin einer neuen Reihe. Wie die Organisationsleiterin, Diana Floetenmeyer mitteilt, möchte die 3K-Theaterwerkstatt Filme zeigen, die im üblichen Kinoprogramm eher selten zu finden sind. Es gebe viele unbekannte Filmemacher, die so die Gelegenheit bekämen, ihre Arbeiten zu zeigen und mit dem Publikum zu diskutieren.

Der Thüringer Filmemacher Erik Grun hat bereits rund 300 Filme produziert. Foto: Marco Kneise

Der Verein feierte kürzlich seinen 35. Geburtstag und arbeitet vor allem mit Kindern, Jugendlichen und erwachsenen Amateur:innen. Acht Theatergruppen, Projekte mit Schulen und Kindergärten, Sommertheater, Spielaktionen und Gastspiele gehören zum Programm. Seit rund 20 Jahren wird die umgebaute Kilianikirche als Theaterkirche bespielt. Neben dem neuen Filmformat KAFFKino gibt es mit der KAFFMUgge bereits eine Bühne für lokale Musiker:innen; ab 2027 sind die KAFFKApriolen als weitere offene Veranstaltungsreihe geplant.

Begegnungsort für regionale Kultur

Dass der Film „Nordhausen“ nahezu ausverkauft ist, zeigt, dass das Interesse an solchen Filmabenden groß ist. Kleine Kulturorte können für unabhängige Produktionen wichtig sein: Sie bieten nicht nur eine Leinwand, sondern auch Nähe zwischen Filmemachenden und Publikum. Die 3K-Theaterwerkstatt erweitert diese Infrastruktur auf lokaler Ebene: Nicht als klassisches Kino, sondern als Begegnungsort für Film, Gespräch und regionale Kultur.

Hardfacts:

  • Was? „Nordhausen“, ein Film von Erik Grun
  • Wann? Sonntag, den 27. September 10:30 Uhr
  • Wo? Kilianikirche Mühlhausen
  • Eintritt: 10 Euro
  • Wegen begrenzter Plätze, ist eine Reservierung notwendig unter Tel.: 03601-440937

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