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Samtpfoten in Gera: Nachwuchschor bringt „Cats“ auf die Bühne

18. September 2026 • Geschrieben von Dunja Froriep
„CATS“ in der „Young Actors Edition“ mit dem Kinder- und Jugendchor. Foto: Ronny Ristok

Eine Nacht, ein Schrottplatz, ein Rudel Katzen – und die Frage, wer von ihnen noch einmal von vorn anfangen darf: Andrew Lloyd Webbers Musicalklassiker „Cats“ kommt nach Gera und Altenburg. Die Besetzungsliste verspricht allerdings etwas ganz Besonderes zu sein.

„Young Actors Edition“

Die Mitglieder des hauseigenen Kinder- und Jugendchores singen, tanzen und verkörpern die Katzenfiguren auf der Bühne. „Cats – Young Actors Edition“ hat am Donnerstag, dem 1. Oktober Premiere auf der Bühne am Park in Gera. Das teilt das Theater in einer Pressemitteilung mit. Ein halbes Jahr später hebt sich der Vorhang ein zweites Mal: am Samstag, den 24. April 2027 im Heizhaus Altenburg. Musikalisch bleibt es beim Original: Die Musik stammt von Andrew Lloyd Webber, die deutsche Textfassung von Michael Kunze, die Orchestrationen von David Cullen und Andrew Lloyd Webber. Auch der bekannteste Song ist dabei: „Memory“ – seither von Hunderten Künstlern gecovert, darunter Barbra Streisand.

Warum Cats so besonders ist

„Cats“ bricht mit fast allem, was ein Musical üblicherweise ausmacht. Es gibt keine durchgehende Handlung, kaum gesprochenen Dialog und keine klassische Liebesgeschichte – stattdessen stellen sich in einer Nacht auf einem Schrottplatz nacheinander Katzenfiguren vor. „Cats“ verbindet dabei fantasievolle Figuren mit Themen, die ziemlich menschlich sind: dazugehören, älter werden, anerkannt werden und noch einmal neu anfangen.

Die Vorlage ist ebenso ungewöhnlich: Sie stammt aus „Old Possum’s Book of Practical Cats“, einem Gedichtband des Literaturnobelpreisträgers T. S. Eliot. Lloyd Webber vertonte die Gedichte weitgehend im Wortlaut. Erzählt wird deshalb vor allem über den Körper: Die Originalchoreografie von Gillian Lynne mischt Ballett, Jazz, Modern Dance und Akrobatik, um Schleichen, Strecken, Sprünge und Putzgesten in Tanz zu übersetzen. Wer mitspielt, muss singen, tanzen und sich über fast zwei Stunden hinweg wie eine Katze bewegen – eine sportliche Aufgabe, erst recht für ein junges Ensemble.

Vom West End in die ganze Welt

Uraufgeführt wurde „Cats“ 1981 in London. Der Erfolg war nicht absehbar: Das Konzept galt als riskant, die Finanzierung war mühsam. Die Produktion lief anschließend 21 Jahre lang im West End bis 2002. Die Broadway-Produktion feierte 1982 Premiere, gewann im Jahr darauf sieben Tony Awards und blieb bis 2000 auf dem Spielplan. Nach Angaben der Rechteinhaber wurde das Stück in mehr als 50 Ländern und in rund 20 Sprachen gespielt. In Deutschland löste das Stück Ende der 1980er-Jahre einen regelrechten Musical-Boom aus. Auch die Bühne wurde zum Markenzeichen. Ein übergroßer Schrottplatz mit Reifen, Verpackungen und Fundstücken ließ die Menschen im Ensemble klein erscheinen – fast so, als schaue das Publikum für einen Abend aus Katzenperspektive auf die Welt.

Wartelisten für Nachwuchschor

Die Frage aber bleibt dieselbe wie im Londoner Original: Wer aus dem Rudel darf noch einmal von vorn anfangen? Wer sie sich vor Ort beantworten lassen möchte, braucht allerdings Geduld – für alle sechs Geraer Termine führt das Theater eine Warteliste, für die Altenburger Premiere gibt es Restkarten.

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