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„Ich geh nicht an die Front, nicht für Merz und seine Jungs“ – Yung Pepp startet Tour in Erfurt

12. Oktober 2026 • Geschrieben von MaraJoli.Richter
Seine „große kleine“ Tour startete der Nachwuchsmusiker Yung Pepp in der Erfurter Engelsburg. Foto: Nadja Schütze

Noch bevor der erste Ton erklang, gab es an diesem Abend in der Erfurter Engelsburg eine kleine Überraschung: Yung Pepp, bürgerlich Pepe, saß kurzerhand selbst am Einlass und scannte die Tickets. Ein ungewöhnlicher Empfang für einen Künstler, der wenige Stunden später die Bühne übernehmen würde.

Erfurt: Yung Pepp mit Tourstart

Doch genau diese Nähe zog sich durch den gesamten Abend. Am 10. Oktober startete der 18-jährige Musiker aus Leipzig seine „große kleine“ Tour in der E-Burg – mit deutschsprachigem Rap, Indie-Pop und einer Botschaft, die gerade ein junges Publikum mitten ins Herz trifft.

AnnaZoe eröffnete den Abend

Um 19 Uhr gehörte die Bühne zunächst der Sängerin AnnaZoe. Die aufstrebende Newcomerin aus München veröffentlichte bislang vier Songs und brachte neben bekanntem Material auch zwei bisher unveröffentlichte Stücke mit nach Erfurt. Mit „Sprachmemos“, „Spaßgetränk“ und „Dezibel“ stimmte sie das Publikum auf den Abend ein.

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AnnaZoe als Vorband beim Yung Pepp Konzert in der Erfurter Engelsburg. Nadja Schütze
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AnnaZoe als Vorband beim Yung Pepp Konzert in der Erfurter Engelsburg. Nadja Schütze
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AnnaZoe als Vorband beim Yung Pepp Konzert in der Erfurter Engelsburg. Nadja Schütze
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AnnaZoe als Vorband beim Yung Pepp Konzert in der Erfurter Engelsburg. Nadja Schütze
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AnnaZoe als Vorband beim Yung Pepp Konzert in der Erfurter Engelsburg. Nadja Schütze
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Yung Pepp auf seiner „große kleine“ Tour in der Erfurter Engelsburg. Nadja Schütze
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Yung Pepp auf seiner „große kleine“ Tour in der Erfurter Engelsburg. Nadja Schütze
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Yung Pepp auf seiner „große kleine“ Tour in der Erfurter Engelsburg. Nadja Schütze
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Yung Pepp auf seiner „große kleine“ Tour in der Erfurter Engelsburg. Nadja Schütze
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Yung Pepp auf seiner „große kleine“ Tour in der Erfurter Engelsburg. Nadja Schütze


Dass Musik schon lange ein fester Bestandteil ihres Lebens ist, zeigte sich nicht nur auf der Bühne: Bereits als kleines Kind musizierte und sang AnnaZoe, etwa bei selbst erfundenen Urlaubssongs mit ihrem Papa, bei denen kurzerhand Baumschoten als Rasseln dienten. Vor rund zweieinhalb Jahren begann sie, eigene Texte zu schreiben. Etwa ein Jahr später kamen auch deutsche Songs dazu. Schon immer habe sie gerne Geschichten erzählt und geschrieben – mit der Musik fand sie schließlich einen Weg, beide Leidenschaften miteinander zu verbinden.

Seifenblasen und Festivals

Spätestens als während „Spaßgetränk“ eine Seifenblasenpistole zum Einsatz kam und Fans ihr Blumen überreichten, war klar: Hier wird nicht nur Musik gespielt, sondern auch mit ganz viel Liebe gefeiert. AnnaZoe nahm die Engelsburg mit ihrer sympathischen Art für sich ein und bewies, dass es für einen gelungenen Auftritt keine ellenlange Diskografie braucht. Und auch für die Zukunft darf man gespannt sein: Im kommenden Jahr dürfte man zunehmend von der Münchnerin hören – möglicherweise auch auf der einen oder anderen Festivalbühne.

„Laut sein immer“: Musik als Ausdruck von Haltung

Um 20 Uhr übernahm Yung Pepp die Engelsburg. Rotes Licht, warmer Keller, Gewölbedecke und Nebelmaschine schufen eine Atmosphäre, die sich irgendwo zwischen Indie-Konzert und einem Abend mit Freunden bewegte. Doch so gemütlich die kleine Location auch wirkte, so wenig hielt sich der Abend mit leisen Botschaften zurück. Der Leipziger, der bereits mit 13 Jahren seine erste EP veröffentlichte, besang Freundschaften, junge Liebe, große Träume und die Unsicherheiten des Erwachsenwerdens. Themen, die besonders bei einem Publikum ankommen, das sich in vielen seiner Zeilen vermutlich selbst wiederfindet.


Dass es an diesem Abend um mehr als Musik ging, wurde direkt zu Beginn deutlich. Mit seiner Single „Laut sein (immer)“ (hat ihm Kummer beigebracht), setzte Yung Pepp ein klares Zeichen gegen Wehrpflicht und Rechtsextremismus. Mit Zeilen wie „ich geh nicht an die Front, nich für Merz und seine Jungs“ brachte er die Ängste und den Unmut einer jungen Generation zum Ausdruck und hinterfragte gezielt, warum junge Menschen für politische Entscheidungen anderer ihr Leben riskieren sollen. Gleichzeitig ermutigte er sein Publikum deutlich dazu, Haltung zu zeigen, Missstände anzusprechen und die eigene Stimme zu nutzen.

„Bleibt stabil!“

„Es ist wichtig, dass die Jugend stabil bleibt. Das heißt nicht, irgendwie unbedingt mit Gewalt umzugehen, sondern einfach zu wissen, was man will und, dass wir nicht in einem Land leben wollen mit Hass und Hetze. Deswegen bleibt stabil, wir müssen zusammenhalten und wir lassen uns nicht unterkriegen, okay Erfurt?“

Abend auf Augenhöhe

Die Botschaft kam an. Das Publikum hörte zu, sang mit und gab die Energie genauso zurück, wie sie von der Bühne kam. Der junge Künstler begegnete seinen Zuhörern nicht von oben herab, sondern auf Augenhöhe. Vielleicht lag genau darin die besondere Stärke seiner Musik: Hier stand jemand auf der Bühne, der selbst noch mittendrin ist – in all den Fragen, Gefühlen und Unsicherheiten, über die er singt.

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Yung Pepp auf seiner „große kleine“ Tour in der Erfurter Engelsburg. Nadja Schütze
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Yung Pepp auf seiner „große kleine“ Tour in der Erfurter Engelsburg. Nadja Schütze
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Yung Pepp auf seiner „große kleine“ Tour in der Erfurter Engelsburg. Nadja Schütze
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Yung Pepp auf seiner „große kleine“ Tour in der Erfurter Engelsburg. Nadja Schütze
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Yung Pepp auf seiner „große kleine“ Tour in der Erfurter Engelsburg. Nadja Schütze
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Yung Pepp auf seiner „große kleine“ Tour in der Erfurter Engelsburg. Nadja Schütze
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Yung Pepp auf seiner „große kleine“ Tour in der Erfurter Engelsburg. Nadja Schütze
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Yung Pepp auf seiner „große kleine“ Tour in der Erfurter Engelsburg. Nadja Schütze
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Yung Pepp auf seiner „große kleine“ Tour in der Erfurter Engelsburg. Nadja Schütze
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Yung Pepp auf seiner „große kleine“ Tour in der Erfurter Engelsburg. Nadja Schütze

Zwischen all den Songs wurde der Abend persönlicher. Yung Pepp erinnerte sich an einen seiner ersten Auftritte in Erfurt. Damals war er ungefähr 13 Jahre alt, hatte kurze lilafarbene Haare und seinen Vater als Backup dabei. Die Bühne sei kaum mehr als ein Boden unter freiem Himmel gewesen. Und nach dem Auftritt musste er direkt in den Zug steigen, weil es für ihn ins Ferienlager ging.

Vom Park in Erfurt auf die Tourbühne

Es ist ein kurzer Moment, der den Abstand zwischen damals und heute greifbar machte. Aus den ersten Auftritten unter freiem Himmel ist eine eigene Tour geworden. Dass er nun ausgerechnet in Erfurt auf diese frühen Erinnerungen zurückblickte, machte den Abend umso persönlicher.

Funkelnde Fanaktion

Auch musikalisch blieb das Konzert besonders. Neben bekannten Songs spielte Yung Pepp auch bisher unveröffentlichte Musik. Beim Song „Superstar“ setzten die Fans mit selbst ausgeschnittenen Sternen ein eigenes Zeichen. Währenddessen wurden die Texte nahezu geschlossen mitgesungen. Und auch sonst schien an diesem Abend vieles möglich: Zwischendurch übernahm ein Zuschauer kurzzeitig die Konsole, bei „Spiderman“ wurde eine Leiter kurzerhand zur kleinen B-Stage und während „Wassereis“ tanzte der Siebzehnjährige singend durch die Crowd.

Ein weiterer Höhepunkt war das Cover eines Songs von Felix Kummer. Die Verbindung kommt nicht von ungefähr: Anfang des Jahres stand Yung Pepp bereits als Support für Kraftklub in der Erfurter Messehalle auf der Bühne und war mit der Band auf Deutschlandtour. In der Engelsburg bekam diese musikalische Verbindung nun einen eigenen Moment. Dass Yung Pepp neben der Musik noch zur Schule geht, macht seinen bisherigen Weg umso bemerkenswerter. Zwischen Unterricht und Bühnenauftritten verfolgt er seine musikalischen Ziele und beweist, dass sich beides miteinander vereinbaren lässt. Noch steht für ihn der Schulabschluss an, doch danach soll es mit der Musik erst so richtig losgehen, erzählt der Siebzehnjährige. Yung Pepp freut sich darauf, zu zeigen, was er bereits geplant hat – und macht damit neugierig auf alles, was in Zukunft noch von ihm zu hören sein wird.

Ein Finale im Nebel

Zum Ende hin zog die Engelsburg noch einmal alle Register. Die Nebelmaschine lief auf Hochtouren, das Publikum sprang, sang und feierte. Mit „Laut sein immer“ schloss Yung Pepp den Abend und schlug damit den Bogen zum politischen Auftakt des Konzerts. Was zu Beginn als klare Botschaft formuliert wurde, wurde zum Schluss gemeinsam getragen: laut sein, zusammenhalten und sich nicht unterkriegen lassen.

Tourauftakt in Erfurt


Der Tourauftakt in Erfurt zeigte einen jungen Künstler, der persönliche Geschichten, gesellschaftliche Fragen und die Leichtigkeit seiner Musik miteinander verbindet. Im Gewölbekeller der kleinen Engelsburg entstand so ein Konzertabend, der nicht nur von Songs lebt, sondern auch von Nähe, Erinnerungen und dem Gefühl, mit den eigenen Gedanken und Sorgen nicht allein zu sein.

PS: Wir sind jetzt auf jeden Fall ganz große Peppingers!

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