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„Kurz mal die Welt retten“ – Nachhaltige Ausbildung fördern mit FairPlay

15. August 2022 • Geschrieben von Stefanie Mueller-Durand
Die Uhr tickt. Nicht mehr lange können wir mit unserem  Planeten  umgehen  wie  bisher.  Ressourcenausbeutung, Umweltverschmutzung und  Energieverschwendung  müssen  ein  Ende haben. Wir sollten uns alle mehr mit der Zukunft unseres Planeten auseinandersetzen – ähnlich wie das Nachhaltigkeitszentrum Thüringen (NHZ) vom Verein Zukunftsfähiges Thüringen e.V. (ZTh). In „Kurz mal die Welt retten…“ wollen wir euch einmal im Monat nachhaltige News aus dem Freistaat präsentieren.

FairPlay: So machst du deine Ausbildung Nachhaltig

Die Welt soll für alle Menschen besser werden – das haben die  UN-Mitgliedstaaten  2015  beschlossen.  Deshalb  haben sie sich auf 17 globale Nachhaltigkeitsziele geeinigt. Sie  sind  die  Leitlinie  für  eine  nachhaltige  Entwicklung überall  auf  der  Welt.  Die  Ziele  gelten  für  Staaten,  Städte und Bürger sowie Bürgerinnen. Auch Unternehmen können  dazu  beitragen.  Sie  können  beispielsweise  Kinderarbeit abschaffen und Ressourceneffizienz in Produktion und  Konsum  verbessern.  Sie  können  faire  Arbeitsbedingungen schaffen und fair bezahlen. Ein besonders großer Hebel  ist  außerdem  die  Ausbildung.  Hier  können  Unternehmen dafür sorgen, dass Nachhaltigkeit von Grund auf im  Unternehmen  verankert  wird  und  ihre  Auszubilden-den mit dem notwendigen Wissen und den entsprechenden  Fähigkeiten  für  zukünftige  Herausforderungen  gewappnet sind.

Nachhaltigkeit  in  allen  Ausbildungen

Seit  August  2021  sind  Digitalisierung  und  Nachhaltigkeit  Pflichtprogramm  in  allen  Ausbildungsberufen.  Das haben Bund, Kultusministerien, Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften gemeinsam beschlossen. Doch wie weit  ist  dieser  Beschluss  schon  in  der  Praxis  angekommen?  Wie  wird  er  von  Unternehmen  und  Berufsschulen umgesetzt?  Man  darf  sagen:  Es  gibt  noch  viel  Luft  nach oben. Besonders in den Berufsschulen. Die Unternehmen sind  in  Bezug  auf  Nachhaltigkeit  teilweise  schon  weiter, auch weil sie durch gesetzliche Vorgaben wie das Lieferkettengesetz bereits stärker damit in Berührung gekommen sind. Der Orientierungsrahmen für eine nachhaltige Entwicklung mit all seinen Zusammenhängen und Wechselwirkungen,  nämlich  die  17  globalen  Nachhaltigkeitsziele, sind aber auch hier oft noch unbekannt. Auch sind die Ausbildungen der Ausbildenden sehr kurz und die Angebote an Aus- und Weiterbildungen für Ausbildende im  Bereich  Nachhaltigkeit  bislang  dünn  gesät.  Auf  diese Zustände  macht  auch  Azubis4Future  aufmerksam.  Die Sektion innerhalb der Fridays4Future-Bewegung hat sich vor nicht allzu langer Zeit gegründet und fordert die Stärkung  der  Nachhaltigkeit  in  allen  Ausbildungen,  um  auf die globalen Herausforderungen vorbereitet zu sein.

Die Rolle der Azubis

Viele  Azubis  hinterfragen  mittlerweile  stärker,  was  ihr Unternehmen im Bereich Nachhaltigkeit macht. Nachhaltigkeit wird von vielen als Pluspunkt und als wichtiger Aspekt neben der Entlohnung, dem Umgang mit Überstunden  und  den  Entwicklungsmöglichkeiten  innerhalb  des Unternehmens  angesehen.  Insbesondere  in  Thüringen, das seit Jahren mit einem Azubi-Mangel zu kämpfen hat, fällt auf, dass Nachhaltigkeit im Azubi-Marketing, also bei der  Rekrutierung  neuer  Arbeitskräfte,  eine  erhebliche Rolle spielt. Firmen, bei denen Nachhaltigkeit in direktem Bezug  zu  ihrem  Geschäftsfeld  oder  Produkt  steht,  sowie Firmen,  die  in  umweltsensiblen  Bereichen  arbeiten,  wie etwa die Chemie-Industrie, sind hier bereits aktiver als andere.

Unternehmen. Azubis. Zukunft.“ Das ist der Titel der Kampagne für Nachhaltigkeit in der beruflichen Bildung, die unter anderem gerade in Thüringen Aufmerksamkeit auf das Thema lenken soll. Dahinter steht folgender Gedanke: Die Auszubildenden von heute sind die Entscheider und Entscheiderinnen von morgen. Deshalb setzt die Kampagne gleich beim Eintritt in die Arbeitswelt an und verfolgt das Ziel, Nachhaltigkeit zum festen Bestandteil jeder Berufsausbildung zu machen und auf diese Weise nachhaltiges Denken und Handeln langfristig in den Unternehmen zu verankern. Denn wer die Gerechtigkeit des Wirtschaftens und den Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen von Anfang an im Blick behält, sorgt für eine nach-haltige Entwicklung des eigenen Unternehmens und eine Welt, auf der wir alle auch morgen gut leben können.

Dabei sein ist alles

Die Kampagne „Unternehmen. Azubis. Zukunft.“ gehört zu „Unternehmen FairPlay“, dem neuen Projekt von „RENN.mitte“. Bei „Unternehmen Fair-Play“ dreht sich alles um „Nachhaltiges Wirtschaften“ und „Wohlstand neu denken“. Dazu gehört auch, die Arbeitswelt als zentralen Bereich der gesellschaftlichen Transformation zu erkennen und zu nutzen. RENN.mitte lädt deshalb Unternehmen ein, Nachhaltigkeit in ihre Ausbildung zu integrieren – im gemeinsamen Austausch und mit Unterstützung von Experten sowie Expertinnen. Dafür findet am 6. Oktober 2022 ein Kick-off statt. Erarbeitet werden neue Ideen, wie Nachhaltigkeit in der Ausbildung weiter ausgebaut werden kann. Teilnehmen können interessierte Unternehmen aus Thüringen, Berlin, Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt.

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