Finale: Thüringen hat zwei Mal die Chance auf Titel deutsches Naturwunder 2026
Ein Moor mit Wasserbüffeln und ein ehemaliges Bergwerk mit bunten Tropfsteinen: Thüringen ist bei der bundesweiten Naturwunderwahl 2026 gleich zweimal im Finale. Wie der Tourismusverband „Thüringer Becken“ e.V. und die Saalfelder Feengrotten und Tourismus GmbH mitteilen, gehören das Alperstedter Ried nördlich von Erfurt und die Saalfelder Feengrotten zu den neun Nominierten. Eine Jury beider Organisationen wählte die neun Finalisten aus allen Bewerbungen zur Wahl zum Naturwunder 2026 aus.
Über die Naturwunder kann man bis zum 27. September abstimmen
Teilnehmen dürfen laut den Veranstaltern alle Menschen mit Wohnsitz in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Noch bis zum 27. September kann man online abstimmen. Die Heinz Sielmann Stiftung und der Deutsche Wanderverband richten den Wettbewerb aus. Und Naturbegeisterte wählen hier schon seit 2010 Naturwunder.
Das Alperstedter Ried bei Erfurt speichert Wasser und Kohlenstoff
Das Alperstedter Ried ist nach Angaben des Tourismusverbandes das größte Kalkflachmoor der Region. Doch erst seit 1967 ist es ein Naturschutzgebiet. Und heute ist es zusätzlich als europäisches FFH- und Vogelschutzgebiet ausgewiesen. Die Stiftung Naturschutz Thüringen betreut das Gebiet. Wasserbüffel und Exmoor-Ponys halten die Flächen offen – eine Weidepflege, die alte Kulturlandschaft mit modernem Naturschutz verbindet.
Genau darin liegt der Nutzen, der über schöne Bilder hinausgeht: Intakte Moore binden Kohlenstoff, sie halten Wasser in der Landschaft und tragen zur Grundwasserneubildung bei. Kalkflachmoore sind in Mitteleuropa selten geworden. Wo sie trockengelegt werden, verschwinden seltene Sumpf- und Wiesenpflanzen und Vogelarten. Und diesen wichtigen Wasserspeicher ersetzt kein Bauwerk.
Eine der farbenreichsten Schaugrotten der Welt war ein Bergwerk
Die Saalfelder Feengrotten sind zum ersten Mal dabei. Rein natürlich entstanden sind die Schaugrotten am Rand des Thüringer Schiefergebirges nicht: Vom 16. bis ins 19. Jahrhundert hat man hier Alaunschiefer abgebaut. Nach dem Ende des Bergbaus holte sich das Wasser die Stollen zurück und schuf Tropfsteine und Sinterfahnen. Mineralien, Eisenoxide und Mikroorganismen färbten das Gestein. Laut Guinness World Records gelten die Feengrotten als „farbenreichste Schaugrotten der Welt“. Ein Teil der Anlage wird als Heilstollen genutzt, nebenan informiert das Museum Grottoneum über Geologie und Bergbaugeschichte.
Was der Wettbewerb bringen soll: Aufmerksamkeit auf Thüringen
Geschäftsführerin Yvonne Wagner ordnet die Nominierung so ein: „Eine Auszeichnung als ‚Naturwunder des Jahres‘ wäre weit mehr als eine Publikumsentscheidung. Sie würde das Bewusstsein für die geologische Bedeutung und den Schutz besonderer Naturräume stärken und zugleich die Aufmerksamkeit auf Thüringen als das ‚Grüne Herz Deutschlands‘ lenken. Die erstmalige Nominierung erfüllt uns mit Stolz.“

Die Veranstalter wollen mit der Wahl schützenswerte Naturorte bekannter machen und den naturverträglichen Tourismus stärken. Beide thüringischen Kandidaten sind zugleich Anschauungsobjekte: Das Ried zeigt, wie Beweidung eine Landschaft erhält. Die Grotten zeigen, wie ein Industrieort zum Geotop wird – zu einem Stück lesbarer Erdgeschichte.
Hard Facts:
- Naturwunderwahl 2026
- Sowohl das Alperstedter Ried als auch die Saalfelder Feengrotten stehen als Thüringer Kandidaten im Finale.
- Abgestimmt wird noch bis zum 27. September 2026.
- Die Abstimmung läuft über das Portal der Heinz Sielmann Stiftung unter sielmann-stiftung.de/naturwunder.
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