„Love will safe the day“ prangt in großen Lettern auf einem Transparent über dem Weimarer Marktplatz, an der Fassade von Hausnummer 21. Am Markt 21 ist der C.Keller ansässig – ein Club und Verein den es seit der Wende gibt. Im ersten Stock des Gebäudes waren früher eine Teestube und die Ausstellungsräume des Vereins. Heute findet man dort das afrikanische Restaurant Laura Adama – und nach wie vor die Galerieräume des Vereins mit wechselnden Ausstellungen.
Schauspielerin Petra Hartung kommt nach Weimar
Die aktuelle Schau „Love will safe the day“ liest sich wie eine Botschaft der Hoffnung, die gerade gefühlt jeden Tag mehr an Wichtigkeit gewinnt. Es ist aber auch der Name einer Ausstellung von Thomas Offhaus und Petra Hartung, die am 17. Januar in der C.Keller Galerie Markt 21 eröffnet wird.
Acht Jahre hat sie in Weimar gelebt und im DNT gespielt
Für Petra Hartung ist es ihre erste Ausstellung überhaupt. Bisher kennt man sie aus Theater, Film und Fernsehen – aus dem Tatort, „Erbsen auf halb 6“, als Hilde in „Hinter Gittern – Der Frauenknast“, aus „Die Discounter“, Babylon Berlin, (usw. die Liste ist lang), aber auch aus Hollywood-Produktionen wie Inglourious Bastards oder „Der Vorleser“.
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Die Schauspielerin wuchs in Gotha auf, studierte an der Berliner Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch, spielte Theater in Berlin, Ingolstadt, Hamburg, Halle, Würzburg, Fürth und Weimar. Mittlerweile lebt sie in Berlin. Ihre erste Ausstellung findet nun aber in Weimar statt, einem Ort, mit dem sie sich nach wie vor verbunden fühlt. Acht Jahre hat sie in Weimar gelebt und im Ensemble des DNT Weimar gespielt. Sie erzählt, dass hier ihre engsten Freunde und Freundinnen leben und dass sie hierher kommt, um den emotionalen Akku aufzuladen.
C.Keller Galerie zeigt „Love will safe the day“
Zur Malerei kam sie während einer Kur 2015, sagt sie. Seitdem hat es sie nicht mehr losgelassen – sie malt Porträts mit Spachtel und Acryl auf Wellpappe. Sie entstehen schnell, innerhalb einer Stunde, aus der Emotion und Bewegung heraus, ganz intuitiv. Sie sind Kanal und Ausdruck für sie geworden, sagt sie. Im Gegensatz zum Schauspiel, wo sie eher die Visionen und Anweisungen anderer umsetzt, hat sie in der Malerei volle Entscheidungsgewalt und Selbstausdruck.
Kindheit und Schulzeit in Gotha
Für ihre erste Ausstellung hat sie sich Unterstützung geholt – von Freund und Künstler Thomas Offhaus. Beide haben ihre Kindheit und Schulzeit in Gotha verbracht. Thomas lebt in Gotha und arbeitet als Maler, Grafiker, Musiker und Dozent an der Universität Erfurt. Er nutzt viele Ausdrucksformen. „Der ursprüngliche Impuls ist wie eine Quelle im Wald, die sich dann auf verschiedene Flüsse verteilt, die alle miteinander verbunden sind“, sagt er. Für ihn schafft künstlerische Arbeit „einen Raum von Möglichkeiten, um das Leben auszuhalten“.
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Letztes Jahr traf er Petra wieder, als sie in Gotha Theater spielte. Seitdem blieben sie in Kontakt. Von ihm wird in der Ausstellung Malerei und Grafik zu sehen sein, unter anderem Teile seiner Grafik-Serie „Messages to Friends“ – die einen Bogen schlägt zum Titel der Ausstellung.
Whitney Houston bringt Inspiration
Auf Nachfrage erzählt Petra, dass die Idee spontan entstand, als sie nach einem Vorbereitungstreffen noch im C.Keller tanzen war und Whitney Houston ihr den Slogan in Beine, Kopf und Herz trellerte. Von der Vorstellung, dass diese Worte für zwei Monate über dem Marktplatz stehen, als eine Art eigene Installation, war Thomas schnell begeistert.
Schulzeit und Liebe prägen eine neue Ausstellung in Weimar
Im Gespräch sinnieren die beiden über ihre gemeinsame Schulzeit und über Gotha und sie erzählen von einem Lehrer, der beide tief prägte, in ihrer Entwicklung als Menschen und Kunstschaffende. Er ist ein verbindendes Element in ihrer gemeinsamen Geschichte. Heinz Scholz wird namentlich in der Ausstellung nicht vorkommen, aber er hat beider Leben und Arbeit tief geprägt. Er war beider Deutschlehrer an der Anna Seghers Schule in Gotha.
Thomas erinnert sich an eine Aufführung der AG Literatur und wie Petras Schauspiel ihn schon damals beeindruckte. Und Petra erinnert sich, dass Lehrer Scholz zu ihr sagte, dass sie am Schauspiel mal dran bleiben soll. „Heinz Scholz war ein Orientierungspunkt, ein warmer humanistischer Mensch“, erzählt Thomas. Er sei „ein Leuchtfeuer … und eine Vaterfigur.“ „Na dann sind wir ja Geschwister“ kommentiert Petra scherzhaft. Und so füllt sich der Titel der Ausstellung mit immer mehr Kontext und Tiefe: „Love will safe the day“ – sei es die Liebe zu alten Vorbildern, die Liebe zur Heimat oder eben die Liebe zur Kunst.
Hard Facts:
- Wann: 17. Januar bis 11. März 2026
- Wo: C.Keller Galerie am Markt 21 in Weimar
- Vernissage: Samstag, 17. Januar um 19 Uhr
- Mehr Infos gibt es hier
