In Erfurt werden Gärten zum begehbaren elektronischen Klang-Lichtraum
8. Juli 2026 • Geschrieben von
Florian Dobenecker
Zwischen Beeten, Hecken und Vereinsheimen entsteht in Erfurt für einen Abend ein ungewöhnlicher Kulturort. Die „Leuchtenden Gärten“ verwandeln die Kleingartenanlage „Erdbeere“ am 11. Juli in einen begehbaren Lichtraum, in dem Lichtkunst, Live-Musik und die Kreativität der Besucher:innen ineinandergreifen. Wie Organisator Toni Materne mitteilt, ist das Projekt Teil des städtischen Jahresthemas „KulturOrtsWechsel“ und setzt bewusst auf einen Ort, an dem man ein solches Format nicht unbedingt erwarten würde.
Begleitet wird das Projekt von einem musikalischen Programm, das sich mit dem Verlauf des Tages verändert. Nach einem entspannten Auftakt mit einem 80er- und 90er-Jahre-DJ-Set sowie House-Grooves am frühen Abend verschiebt sich der Fokus mit der Dämmerung. Dann übernehmen Live-Acts mit modularen Synthesizern und Ambient-Klängen. „Die analogen Klänge verschmelzen mit den Visuals und hüllen den Garten in eine dichte, fast schon hypnotische Stimmung“, sagt Materne.
Thüringen erlebt in Erfurt ein Lichtkunstprojekt mitten im Grünen
Im Mittelpunkt steht ein historischer Hohlweg, der sich durch die Anlage zieht und rund 1,5 Hektar öffentliche Parkfläche umfasst. „Dieser Weg bildet das Herzstück der leuchtenden Gärten und wird durch unsere Workshops ab dem Nachmittag Stück für Stück in eine immersive Umgebung verwandelt“, sagt Toni Materne. Was tagsüber entsteht, wird am Abend Teil einer großen Gesamtinstallation: Nachtfarben-Malereien auf schwarzen Stoffbahnen, selbst gebastelte Papierlichter und Lichtinstallationen verschmelzen zu einer Kulisse, die den Park nach Einbruch der Dunkelheit in einen leuchtenden Raum verwandelt.Leuchtende Gärten zeigen in Erfurt das kreative Potenzial der Stadt
Anders als bei vielen Kunst- und Lichtprojekten bleiben die Besucher:innen dabei nicht bloß Zuschauende. Bereits am Nachmittag beginnen Workshops, in denen Mandalas gemalt, Papierlichter gestaltet oder Figuren für die Nachtfarben-Malerei entworfen werden. Die entstandenen Werke werden direkt in die Installation integriert. „Die Workshop-Teilnehmenden sind der essenzielle Teil des Ganzen“, betont Materne. Wenn die Lichtinstallation am Abend startet, „leuchtet der Garten also sprichwörtlich durch die Kreativität der Gäste“.- In Erfurt verwandeln Leuchtende Gärten die Anlage „Erdbeere“ neu Foto: Naomi Valdez
- In Erfurt verwandeln Leuchtende Gärten die Anlage „Erdbeere“ neu Foto: Theater Magica
- In Erfurt verwandeln Leuchtende Gärten die Anlage „Erdbeere“ neu Foto: Theater Magica
Erfurt verbindet mit „Leuchtenden Gärten“ Beteiligung und Kunst
Dass das Ganze ausgerechnet in einer Kleingartenanlage stattfindet, ist dabei kein Zufall. Für die Veranstalter liegt gerade darin der Reiz. „Eine Kleingartenanlage ist per se ein Ort der Gemeinschaft und Basisdemokratie“, erklärt Materne. Treffen dort Lichtkunst, elektronische Musik und Gartenkultur aufeinander, entstehe eine besondere Dynamik. Beim gemeinsamen Basteln und Malen würden Barrieren schnell verschwinden, Gespräche entstünden oft ganz von selbst.Aus Beeten, Licht und Klang entsteht ein offener Kulturraum
Der Moment, auf den sich das Team besonders freut, kommt mit Einbruch der Dunkelheit: „An dem wir die Lichter anwerfen“, sagt Materne. Dann entfalten die gebastelten Papierlichter ihre Wirkung, während die ersten Ambient-Flächen durch die Gartenanlage ziehen.Neues Projekt macht Geschichte in Thüringen mit interaktiver Rallye erlebbarWas am Ende bleiben soll, ist weniger ein klassisches Event-Erlebnis als eine Erkenntnis über den Ort selbst. „Am wichtigsten ist uns, dass die Besuchenden am Ende des Abends realisieren, wie viel kreatives Potenzial in unkonventionellen Erfurter Räumen steckt, wenn man einfach zusammenkommt und gemeinsam etwas erschafft.“
Hard Facts:
- Kunstprojekt „Leuchtende Gärten“ am 11. Juli
- Kleingartenanlage Erdbeere e.V.; Leinefelder Weg 6 in Erfurt
- 15 bis 24 Uhr; Eintritt frei
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