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Erfurter Familien aufgepasst: Schenkt internationalen Schüler:innen ein Zuhause auf Zeit!

25. September 2026 • Geschrieben von Milena Mann
Das Abenteuer beginnt: Für mehrere Monate finden internationale Jugendliche bei deutschen Gastfamilien ein Zuhause auf Zeit. Die Organisation "Experiment" ruft auch Erfurter Familien dazu auf, sich zu bewerben. Foto: Experiment – Deine Austauschorganisation

Den Familienalltag etwas aufpeppen, sich beim Frühstück auf (D-)Englisch verständigen und Freundschaften fürs Leben über Ländergrenzen hinweg schließen. All das könnte bald schon Realität für Erfurter Gastfamilien werden: Ab Anfang des neuen Jahres zieht vielleicht ein zusätzliches Familienmitglied auf Zeit bei euch ein – eines, das vielleicht aus Osaka, Zagreb oder Auckland anreist.

„Experiment“ sucht Gastfamilien in Erfurt

Die gemeinnützige Austauschorganisation „Experiment“ sucht ab Februar 2027 für 16 Jugendliche ein Zuhause auf Zeit. Heißt konkret: die Gastschüler:innen bringen für mehrere Monate ein Stückchen ihrer Heimat nach Deutschland und lernen zugleich die Kultur hierzulande kennen. Dafür braucht es aufgeschlossene und liebevolle Gastfamilien, auch in Erfurt. Wer Lust hat, 2027 mal eben eine internationale Patchworkfamilie auf Zeit zu gründen, erfährt bei uns alles über Bewerbung und Co.

Jugendliche aus aller Welt

Wie Sophia von Merzljak, zuständig für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei „Experiment“, mitteilt, reisen zu Beginn des neuen Jahres 16 Jugendliche für einen mehrmonatigen Schüleraustausch nach Deutschland. Sie kommen aus Australien, Italien, Japan, Kroatien und Neuseeland, sind zwischen 14 und 17 Jahre alt und beginnen ihr Gast-Abenteuer ab Februar 2027. Gesucht werden Gastfamilien bundesweit – ausdrücklich auch in Erfurt und Umgebung.

Der Vorlauf ist kein Zufall: Laut der Organisation brauchen die Jugendlichen bereits jetzt die Zusage eines Zuhauses auf Zeit, damit der Start in den Austausch reibungslos klappt. Wer Interesse hat, kann sich Steckbriefe und Profile der Schüler:innen online ansehen.

Tänzerin aus Japan, Pfadfinderin aus Kroatien

Was die 16 Jugendlichen verbindet, ist der Wunsch nach einem Austausch in Deutschland. Ansonsten sind die Biografien so verschieden wie die Herkunftsländer. Ayane aus Japan zum Beispiel, 16 Jahre alt, lebt mit Eltern und Großmutter zusammen und freut sich über die regelmäßigen Besuche ihres älteren Bruders. In ihrer Freizeit tanzt sie – Hip-Hop und Breakdance. Ihrer künftigen Gastfamilie möchte sie ihre japanische Kultur näherbringen.

Beatrice aus Kroatien

Die ebenfalls 16-jährige Beatrice aus Kroatien wiederum ist Pfadfinderin und am liebsten draußen unterwegs. Volleyball, Schlittschuhfahren, Tauchen zählen zu ihren Hobbys – dazu geht sie in einer kleinen Theatergruppe ihrer Leidenschaft für die Schauspielerei nach. Beatrice freut sich auch schon riesig auf ihre Zeit in Deutschland.

In den Familien erleben die Gastschüler:innen deutsche Kultur hautnah – wie hier beim Karneval. Foto: Experiment – Deine Austauschorganisation

Offenherzige Familien aus Erfurt, die sich nun gerne bewerben wollen, haben im Prinzip leichtes Spiel, denn: „Fast alle Menschen können Gastfamilie werden“, sagt Katrin Pohl, zuständige Programm-Managerin bei „Experiment“. „Egal ob Alleinerziehende, Patchwork- oder Regenbogenfamilien, ob Paare mit oder ohne Kinder, ob Großstadt oder Dorf. Für uns sind vor allem der Spaß am kulturellen Austausch und die Bereitschaft, einem Gast auf Zeit die Türen zu öffnen, wichtig!“, erklärt sie.

Was das kostet – und was nicht

Eigene Kinder im passenden Alter sind also keine Voraussetzung, eine Altbauwohnung mit Gartenblick ebenso wenig. Euer internationaler Gast wohnt dann für drei bis elf Monate bei euch. Während dieser Zeit tragt ihr als Gastfamilie die Kosten für Unterkunft und Verpflegung. Zusätzlich bringen die Jugendlichen jedoch auch selbst Taschengeld mit. Auf Wunsch gibt es laut „Experiment“ einen Haushaltskostenzuschuss sowie Gastfamilien-Stipendien von bis zu 1.000 Euro. Allein gelassen werdet ihr nach Angaben der Organisation keinesfalls: „Experiment“ betreut sowohl die Jugendlichen als auch die aufnehmende Familie und stellt zusätzlich eine ehrenamtliche Ansprechperson vor Ort zur Verfügung.

Fast 95 Jahre Austausch

„Experiment“ bezeichnet sich selbst als Deutschlands älteste gemeinnützige Austauschorganisation. Seit fast 95 Jahren geht es dem Verein nach eigenen Angaben um den Austausch zwischen Menschen aller Kulturen, Religionen und Altersgruppen. Jährlich reisen über 2.000 Teilnehmende mit der Organisation ins Ausland und nach Deutschland. Zu den Kooperationspartner:innen zählen unter anderem die US-Botschaft, das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sowie der Deutsche Bundestag. Überschüsse fließen nach Vereinsangaben etwa in Schulungen für Ehrenamtliche oder in Stipendien.

Hard Facts:

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