Der Pop-up-Store von Secco Hand in Erfurt ist kein Laden, in den man einfach nur reingeht, etwas kauft und wieder verschwindet. Zwischen Vintage-Kleidung, Keramik und improvisierten Begegnungsflächen entsteht hier seit Mitte Februar ein Ort, der Mode, Haltung und Gemeinschaft miteinander verknüpft – und nur noch für kurze Zeit geöffnet ist. Noch bis zum 28. März 2026 bespielt Secco Hand gemeinsam mit der IdeenSchmiede einen Pop-up-Store in der Erfurter Innenstadt. Und was hier seit dem 17. Februar entstanden ist, ist mehr als ein temporärer Laden – es ist ein Experiment zwischen Mode, Kunst und Austausch.
Secco Hand schafft Raum für Mode, Austausch und Ideen
Wie Franzi von Secco Hand erklärt, steht hinter dem Projekt der Wunsch, „einen Ort der Begegnung zu schaffen, wo sich alle wohlfühlen und willkommen sind“. Gemeinsam mit ihrer Partnerin Marry sowie Anne Keil von der IdeenSchmiede bringt sie ein Konzept in die Stadt, das sich aus Flohmarkt-Erfahrungen entwickelt hat: Vintage- und Second-Hand-Mode trifft auf lokales Kunsthandwerk, ergänzt durch eine bewusst lockere, fast wohnzimmerartige Atmosphäre.
„Einfach reinspazieren“
Der Laden selbst funktioniert dabei bewusst anders als klassische Retail-Flächen. Öffnungszeiten – Montag bis Freitag von 12 bis 18 Uhr, samstags ab 10 Uhr – sind eher ein Rahmen als eine feste Regel. „Wenn open an der Tür steht, einfach reinspazieren“, so Franzi. Der Alltag im Store bleibt flexibel, orientiert sich am Zulauf und lebt vom spontanen Austausch.

Der Pop-up-Store von Secco Handin Erfurt ist kein Laden, in den man einfach nur reingeht, etwas kauft und wieder verschwindet. Foto: Franzi Mascher
Inhaltlich setzt Secco Hand auf ein kuratiertes Angebot: Vintage-Kleidung mit Geschichte, Second-Hand-Stücke ohne Fast-Fashion-Charakter, dazu Accessoires, Kunst und handgefertigte Produkte aus der Region. Ein Beispiel: Keramikarbeiten von Anne Keil, darunter die sogenannten „Titty-Tassen“, die bereits auf früheren Märkten Aufmerksamkeit bekommen haben. Auch Holzuhren aus familiärer Werkstatt oder Werke aus dem erweiterten Freundeskreis finden ihren Platz. Alles folgt einem Prinzip: Einzelstücke statt Massenware.
Denkanstöße zu Nachhaltigkeit
Dabei geht es nicht nur ums Stöbern. Laut Franzi soll der Raum auch Denkanstöße liefern – etwa zu Nachhaltigkeit oder zur Textilindustrie. „Wir wollen zeigen, was Nachhaltigkeit bedeutet“, sagt sie, und verweist auf geplante Workshops zu Themen wie Nähen oder Recycling. Der Anspruch bleibt dabei niedrigschwellig: kein erhobener Zeigefinger, sondern ein Angebot zum Mitmachen.
Erfurt erlebt Konzeptladen
Wie sehr das Konzept auf Gemeinschaft setzt, zeigte sich zuletzt während der feministischen Kulturwoche Anfang März. Zwischen dem 2. und 8. März wurde der Store zur Eventfläche: mit Tattoo-Walk-ins, Hennabemalung, einer FLINTA*-Laufgruppe, Modenschau und DJ-Sets. Auch abseits solcher Programmpunkte gehören kleine Bastelaktionen, Gespräche und spontane Ideen zum Alltag. „Wir sind offen und bieten Raum für Ideen“, sagt Franzi.

Der Pop-up-Store von Secco Handin Erfurt ist kein Laden, in den man einfach nur reingeht, etwas kauft und wieder verschwindet. Foto: Franzi Mascher
Was den Pop-up letztlich besonders macht, liegt weniger im einzelnen Produkt als im Gesamtbild: ein liebevoll gestalteter Raum mit Second-Hand-Möbeln, Fundstücken und persönlichen Details – von der Lampe der Großmutter bis zur Lichterkette aus Sektkorken. „Einen richtigen Vintage-Store macht erst die Liebe zum Detail aus“, so Franzi.
Bietet mehr als Mode und Konsum
Für Secco Hand ist es das erste Mal, einen eigenen Laden zu bespielen. Entsprechend versteht sich das Projekt auch als Testlauf – für Selbstständigkeit, für neue Formate und für die Frage, wie nachhaltiger Konsum im Alltag aussehen kann. Oder, wie Franzi es formuliert: „Es gibt so viele Sachen, die ein neues Zuhause verdienen.“
Große Pläne in Erfurt
Noch bleibt Zeit, sich selbst ein Bild zu machen – bevor sich die Türen Ende März wieder schließen. Und eine Geheimnis dürfen wir schon vorab verraten: Secco Hand hat große Pläne und will auch am 18. April sowie 16. Mai an verschiedenen Orten in Erfurt mit einer Mischung zwischen Mode, Kunst, Austausch und Wohnzimmer-Atmosphäre prickelnde Erlebnisse schaffen. Anmeldungen können gerne im Pop-up-Store, über @seccohand und per Formular eingereicht werden.
Hard Facts:
- 18. April | Kommarum Kulturbahnhof
- 16. Mai | Hirsch Heinrich
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