Die beste Temperatur, um Glückshormone auszuschütten? Zwischen 18 und 22 Grad Celsius! Denn Mel von „Duundich-Design“ aus Weimar hat da eine ganz eigene Theorie: Man muss Glück einfach kleben. Auf Möbel, Fenster, Fliesen und glatten Untergründe – oder wo auch immer im Zuhause gerade ein bisschen Farbe fehlt. Einfach den Untergrund reinigen, den Sticker aufkleben, glattstreichen – fertig. So einfach kann gute Laune sein.
Graue Räume werden zu kleinen Glücksorten
Das „Glück“, von dem hier die Rede ist, kommt in Form von kleinen, farbenfrohen Fliesenstickern daher. Und davon hat Mel inzwischen über 50 verschiedene Designs entworfen – jedes ein kleines Stück Alltagspoesie, das Räume verändert, Gemüter aufhellt und bei 18 bis 22 Grad einfach am besten anzubringen ist.
Tendenz: fröhlich steigend
Unter dem Namen „candy.colorpop“ sowie „duundich_design“ bringt die gebürtige Erfurterin mit kreativen DIY-Ideen nicht nur Farbe in Wohnungen, sondern in die Leben von insgesamt mittlerweile über 68.000 Followern. Tendenz: fröhlich steigend.
„Hier bekommst du deine tägliche Dosis Dopamin“, verspricht sie auf Instagram. Und wer einmal durch ihre Videos scrollt, glaubt es sofort. Da wird geschnibbelt, gepinselt, geklebt – und jedes Mal scheint ein bisschen mehr Licht in den Raum zu fallen. Ihre Community liebt diesen Mix aus Kreativität, Echtheit und Mut zur Farbe.
„Ich will die Welt ein bisschen bunter machen“
„Ich will die Welt ein bisschen bunter machen“, sagt Mel, die sich selbst augenzwinkernd als „Motivatorin für mehr Farbe“ bezeichnet. Dass bunte Farben mit Lebensfreude, Optimismus und Energie in Verbindung gebracht werden, bestätigt auch die Wissenschaft. Für Mel ist das aber längst mehr als ein dekorativer Nebeneffekt – es ist ihr Lebensgefühl.
Berlin wurde „zu grau“
Der Wunsch, Räume fröhlicher zu gestalten, kam für die Weimarerin aber nicht über Nacht. 2016 lebte sie noch in Berlin, das ihr irgendwann „zu grau“ wurde. In einer Mietwohnung mit wenig Spielraum für große Veränderungen begann sie zu experimentieren: Erste Designs entstanden mit Schere und Klebefolie. Aus kleinen Ideen wurden bunte Akzente, aus Akzenten ein Label – „Duundich-Design“ war geboren. Der Plotter zog ein, ebenso wie neue Designs, deren Inspiration sie aus Natur und 80s-Design schöpft.
Statt Möbel wegzuwerfen, sucht Mel Wege, sie zu verwandeln. Statt neu zu kaufen, gibt sie Bestehendem ein zweites, farbenfroheres Leben. „Ich frage mich immer: Wie kann ich etwas, das langweilig aussieht, in ein kleines Kunstwerk verwandeln?“, sagt sie.
„Ich hatte mich entliebt“
Ihre Idee trifft einen Nerv. Die Instagram-Zahlen schießen in die Höhe. Sticker gehen nach Japan, in die USA, quer durch Europa. Doch je größer die Reichweite, desto anonymer wurde alles, sagt die Designerin. Mel verlor den Bezug zu dem, was sie ursprünglich angetrieben hatte. Also zog sie 2024 einen radikalen Schlussstrich. Account gelöscht. Wohnung gekündigt. Großstadt adé. „Ich hatte mich entliebt“, sagt sie über Berlin. „Es war, als würde ich eine zu enge Jacke ausziehen.“
Weimar bringt Farbe zurück
In Weimar findet sie, was sie vermisse: Luft zum Atmen, Kultur, Natur – und eine neue Wohnung, die auf den ersten Blick eher grau und trostlos erschien. Für Mel aber ist sie jedoch ein Rohdiamant.
„Love & Travel Studie 2026“ – Laut TUI ist Thüringen ganz schön unromantisch
Seitdem lässt sie ihre Community wieder teilhaben – dieses Mal echter, ruhiger, näher. Keine gestellten Fotos, keine perfekten Kulissen. Stattdessen Alltag mit Klebestreifen, Farbflecken und ganz viel Herz. Influencerin? Sie winkt ab. „Ich will niemandem etwas andrehen. Ich will einfach zeigen, wie viel Freude es machen kann, sich kreativ auszuleben. Und wenn das andere inspiriert – umso schöner.“
Bunte Sticker für Veränderung
Mel lebt Farbe. Nicht nur in ihren Stickern, sondern in ihrer Haltung: mutig, positiv, ehrlich. Und während sie mit jeder Fliese ein kleines Stück Glück klebt, zeigt sie nebenbei, dass Veränderung möglich ist – auch ohne Tapetenwechsel, sondern einfach mit einem bisschen mehr Farbe.






















