Die Anime- und Cosplay-Szene in Thüringen wächst stetig. Seit Jahren begeistern Veranstaltungen, die Fans der asiatischen Popkultur zusammenbringen. Anime – japanische Zeichentrickfilme und -serien – sowie Manga, die japanische Form des Comics, bilden das Herz dieser Szene. Beim Cosplay schlüpfen Fans in die Rollen ihrer Lieblingscharaktere und erwecken sie durch aufwendige Kostüme und Performances zum Leben.
Jena wird 2025 zur Anime-Metropole
Die JenaCo hat sich als fester Bestandteil dieser Szene etabliert. Bislang fand das Event als große Veranstaltung im Volkshaus Jena statt. Doch 2025 gibt es eine bedeutende Neuerung: Erstmals wird die JenaCo in mehrere Events aufgeteilt. Zwischen Mai und Oktober können Fans ihr Hobby in ganz neuen Formaten erleben – von der JenaCo-Cosplay Arena in der Sparkassen-Arena im Juni über das JenaCo-Kultur-Festival im Oktober bis hin zur atmosphärischen „Cos in the Castle“-Reihe auf der Leuchtenburg.
Wie kam es zu dieser Entscheidung, und worauf dürfen sich Besucher:innen freuen? Organisatorin Jeannette Schlenzig gibt Einblicke in die neuen Pläne.
Ihr plant fleißig die nächste Convention. Wie viele Conventions habt Ihr eigentlich schon in Jena veranstaltet?
Uns gab es am Anfang immer zwei Mal im Jahr. Doch dann kam Corona und wir mussten eine Pause machen. 2024 haben wir die 12. Veranstaltung geplant. 2026 gibt es uns dann schon zehn Jahre.
Wie seid Ihr auf die Idee gekommen, eine Anime-Convention ausgerechnet in Jena zu planen?
Genau deswegen. Weil es hier noch nichts gab. Wir waren die ersten in Thüringen, die sich dachten, warum nicht in Jena? Um von Jena zur nächsten Convention zu kommen, sind zwei bis drei Stunden Autofahrt nötig. Trotz der zentralen Lage in Deutschland. Also kam uns der Gedanke, dass wir die Menschen auch zu uns holen können. Damals waren wir ein Team von fünf Leuten mit einem Null-Euro-Budget und einzelnen Kooperationspartner:innen. Schritt für Schritt wuchs die JenaCo und wurde größer.
Lief es denn bisher gut?
Auf jeden Fall. Das machen wir daran fest, dass die Convention sehr schnell wächst. Dabei liegt unser Augenmerk nicht darauf, Geld zu verdienen, sondern einen Ort zu schaffen, der für alle da ist. Nicht nur für die Organisator:innen und Besucher:innen, sondern auch für die Händler:innen, Akteur:innen auf und hinter der Bühne, die Workshopleiter:innen und natürlich auch für die Stadt und die hiesige Kultur.
Wir wollen einen Ort erschaffen, an dem sich jeder wohlfühlt und entfalten kann. Das ist nicht möglich, indem man husch, husch schnell und groß plant. Wir versuchen mit jeder Veranstaltung besser zu werden. Die Leute finden es gut und kommen. Für mich ist das ein Erfolg.
Die Convention fand im vergangenen Jahr an nur einem Termin statt. Dieses Jahr wollt Ihr vier Veranstaltungen durchführen. Wie kam es dazu?
Ursprünglich haben wir zwei Termine im Jahr auf einen herunter gekürzt, da der Aufwand zu groß wurde. Mit der Veranstaltung 2024 ist uns bewusst geworden, dass wir nicht so viele Besucher:innen reinlassen können, wie wir es möchten. Also hatten wir die Idee, mehrere Veranstaltungen durchzuführen und thematisch zu trennen.
Somit können wir den Aufwand verringern und die Kernpunkte der Events besser hervorheben. Für die Händler ist das auch vom Vorteil. Also erstellte ich ein Konzept für beide Veranstaltungsorte. Für das Volkshaus soll der kulturelle Aspekt im Mittelpunkt stehen, während für die Arena der Messeaspekt im Vordergrund steht. Die Bereiche mit hohem Aufwand kann ich so weglassen. Damit kann die Länderauswahl noch größer und noch diverser werden.
Manga-Conventions gibt es viele, und die Szene ist groß. Was bietet Eure Veranstaltung in Thüringen, das andere nicht haben?
Jede Anime-Convention hat ihr eigenes Kernthema. Unsere unterscheidet sich dadurch, dass bei uns nicht das Geldverdienen im Mittelpunkt steht. Ich selbst bin auf vielen Veranstaltungen als Händlerin und Ausstellerin unterwegs und kenne die Szene gut – von den Künstler:innen über die Sänger:innen bis hin zu den Showacts. Für uns ist jeder Bestandteil wichtig, und unser Ziel ist es, ein echtes Miteinander zu schaffen.
Wie zeigt sich dieses Kernthema in der Praxis?
Natürlich gibt es Veranstaltungen mit ähnlichen Schwerpunkten wie unsere. Doch der Unterschied liegt in der Umsetzung. Das zeigt sich besonders bei der Auswahl unserer Ehrengäste. Wir achten nicht nur auf Follower-Zahlen oder Klicks – wir wollen Künstler:innen eine Bühne bieten, die etwas Neues und Unbekanntes machen.
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Zum Abschluss die schönste Frage: Wenn alles gut läuft, wie sieht die Zukunft aus?
Zunächst wollen wir die Convention testen. Läuft alles gut, spricht nichts dagegen, sie zeitlich und örtlich auszuweiten. Unser Vorbild könnte das Wave-Gotik-Treffen in Leipzig sein, bei dem die gesamte Stadt zum Veranstaltungsort wird. In Jena könnten wir neben der Sparkassen-Arena und dem Volkshaus weitere Locations einbeziehen – vielleicht über ein verlängertes Wochenende oder sogar eine ganze Woche hinweg. Aber das ist Zukunftsmusik. Für uns gilt immer: Qualität vor Quantität. Deshalb werden wir Schritt für Schritt vor- gehen.
Hard Facts:
- Cos in the Castle: 25. Mai und 12. Oktober 2025 auf der Leuchtenburg in Seitenroda
- Cosplay Arena: 28. und 29. Juni in der Sparkassen Arena Jena
- Anime-Kultur-Festival: 4. und 5. Oktober im Volkshaus Jena
- Mehr Infos unter: www.jenaco.de
