Computerspiele gehören längst zum Alltag – nicht nur von Kindern, sondern auch von vielen Erwachsenen. Abgeschirmt von der Realität verbringen wir viele Stunden in der digitalen Fantasiewelt und können uns am Ende doch nur noch an wenige Details erinnern. Was jedoch oft im Gedächtnis bleibt, sind die charakteristischen Melodien der Computerspiele.
Konzertabend im Theater Erfurt widmet sich Computerspielen
Ob die eingängigen Klänge von Tetris und Angry Birds, die atmosphärische Musik von BioShock und Skyrim oder die epischen Soundtracks von Stellaris – Computerspielmusik hat längst ihren Platz in der Musikwelt gefunden. Deshalb lädt das Philharmonische Orchester Erfurt unter der musikalischen Leitung von Clemens Fieguth zu einem außergewöhnlichen Konzerterlebnis ein.
Soundtrack der Kindheit gespielt vom Philharmonischen Orchester Erfurt
Am 17. April 2025 sollen um 19 Uhr diese ikonischen Melodien in einem neuen, symphonischen Gewand erstrahlen. Doch das ist nicht alles. Die Poetry-Slammer und Gaming-Fans Sebastian 23 und Andy Strauß führen mit Witz, Wissen und jeder Menge Nerd-Power durch den Abend. Dem Dirigenten des Konzerts „Gaming Show“, Clemens Fieguth, stellten wir vorab ein paar spielerische Fragen.
Gaming trifft auf Klassik – wie kam es zu dieser ungewöhnlichen Kombination?
Geboren 1992 bin ich selbst Teil der Generation, die mit Gaming und der kometenhaften Entwicklung dieser Branche groß geworden ist. Ich spiele selbst – zumindest in den wenigen Minuten, die neben Theater und vierköpfiger Familie bleiben.
Sebastian 23 und Andy Strauß führen durch den Abend. Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit?
Das Theater und die Poetry Slammer haben schon mehrere Projekte gemeinsam gestaltet. Das erste war unsere Sicht auf Peer Gynt und das Thema Wahrheit/Lüge vor zwei Jahren.
Gibt es einen bestimmten Gaming-Soundtrack, bei dem du gesagt hast: „Den müssen wir unbedingt ins Programm nehmen!“?
Ohne Tetris geht gar nichts!
Wie erfolgte eigentlich die Auswahl der Gamesongs?
Andy Strauß hat von allen Beteiligten mit Abstand den beeindruckendsten Gaming-Background. Ich erinnere mich an eine lange Wunschliste von ihm. Neben anderen Wünschen wurden diese dann mit einem Arrangeur und Kenner der Arrangement/Lizenz-Szene bearbeitet und so gut wie möglich realisiert.
Wie schwierig war es, die Musikstücke für ein Philharmonisches Orchester zu arrangieren?
Die großen sinfonischen Musiken der A-Lister sind natürlich extra gemacht für großes Orchester. 8-Bit-Musik hat ja gerade ihren Charme darin, dass sie eben nicht authentisch instrumental ist. Das also wieder in die Orchesterwelt zu übersetzen ist die Aufgabe des*r Arrangeur*in.
Was unterscheidet klassische Orchestermusik von Computerspielmusik? Gibt es überraschende Parallelen?
Die eben erwähnten A-Liste bedienen sich – ähnlich der großen Filmmusik – einer spätromantischen sinfonischen Klangsprache. Wie so oft: Irgendwie ist überall so ein bisschen Wagner drin …
Ist das Konzert eher für Gamer, die ihre Lieblingsmelodien feiern wollen, oder für Klassik-Fans, die sich von der Gaming-Welt überraschen lassen möchten?
Wie so ziemlich jedes Format an unserem Theater: Alles und Jede*r findet hier etwas. Wer in der Gaming-Welt zuhause ist, wird wie ein Fisch im Wasser durch diesen kurzweiligen Abend schwimmen. Wem Computerspiele (noch) fremd sind, wird durch die Verbindung über wohlbekannte Klangwelten des Philharmonischen Orchesters Erfurt vielleicht ein neuer Horizont erschlossen.

Der 1. Kapellmeister und Dirigent der „Gaming Show“ Clemens Fieguth hat unsere Fragen beantwortet. Foto: Theater Erfurt, Lutz Edelhoff
Stell dir vor, du müsstest die Show als ein Videospiel-Genre beschreiben – wäre es eher ein episches Rollenspiel, ein actiongeladenes Adventure oder doch ein humorvoller Party-Game-Abend?
Letzteres mit „einmal-alles-mit-bisschen-Soße-und-scharf“ (lacht).
Wenn ihr einen Cheat-Code für dieses Konzert hättet – was würde er bewirken? Unendlich Applaus? Turbo-Speed beim Dirigieren? Instant-Gänsehaut?
Die In-Game-Zeit anhalten. Damit das Konzert nicht mehr aufhört (lacht).
Hard Facts:
- Wann: 17. April | 19 Uhr
- Wo: Theater Erfurt | Theaterplatz 1
- Tickets und mehr gibt es hier
