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Queerblog: Für Vielfalt und das Fortbestehen von Communityorten

7. Oktober 2024 • Geschrieben von t.akt Magazin

Gleichberechtigung geht uns alle an. Sie ist ein Menschenrecht – unabhängig von Geschlecht, Sexualität oder Hautfarbe. Und weil diese Botschaft noch längst nicht in allen Köpfen angekommen ist, widmet sich die Thüringer LSBTIQ*-Koordinierungsstelle im t.akt-Magazin regelmäßig in ihren „Queer-Blog“ Themen, für die sensibilisiert werden muss.

Tag der offenen Tür im Queeren Zentrum

Queers in Thüringen kämpfen um Sichtbarkeit und das Fortbestehen von Communityorten. Deshalb hat der Verein Queerweg und seine Mitglieder jetzt eine Crowdfunding-Kampagne gestartet. Um diese zu unterstützen, sucht das Queere Zentrum Erfurt unter anderem Geschichten queerer Menschen aus der Region. Laut Luna Karsubke, der Projektkoordinatorin des Queeren Zentrums, sollen die gesammelten Werke zum Tag der offenen Tür am 7. Oktober in ebenjenen präsentiert werden. „Wir hoffen, vor dem Hintergrund der fehlenden statistischen Erfassung queerfeindlicher Diskriminierung und Gewalt dazu beitragen zu können, unser Leben und unsere Schwierigkeiten sichtbarer zu machen.“ Die Geschichten sollen queeren Leben in Thüringen in allen Facetten abbilden und so an dem Tag der Community und politische Entscheidungsträger*innen als Gesprächsgrundlage dienen, um sich über die aktuelle Situation von Queers in Thüringen auszutauschen.

Für eine vielfältige Gesellschaft

Denn Queers denken vermehrt darüber nach, das Bundesland zu verlassen. Nicht erst seit den Landtagswahlen ist klar: Queeres Leben in Thüringen ist akut bedroht. Diskriminierung gehört zum Alltag und der politische Wille, diese zu unterbinden, ist nach den Wahlen nochmals gefährdeter. Umso wichtiger sind Orte, an denen Menschen zusammenkommen. Sich austauschen. Hilfe erfahren und eigene Projekte und Ideen umsetzen können. Für eine vielfältige Gesellschaft.

Unser Verein QueerWeg mit den Projekten Queeres Zentrum, QuWeer und der LSBTIQ*-Koordinierungsstelle „Vielfalt in Thüringen“ ist nach der Landtagswahl durch zu erwartende fehlende Fördermittel gefährdet. Im schlimmsten Fall bedeutet das, dass die Projekte, die die einzigen ihrer Art in ganz Thüringen sind, nicht mehr weitergeführt werden können.

Queers in Thüringen

Für die queere Community würde das eine weitere tiefgreifende Verschlechterung in den Bereichen Zugang zu Hilfsangeboten, Beratung, Communityangeboten und Repräsentation bedeuten. Ein großer Teil der queeren Community würde unsichtbar, vereinzelt und ohne Hilfsangebote zurückgelassen. Das hätte dramatische Folgen für die mentale Gesundheit und allgemeine Lebenszufriedenheit von Queers in Thüringen.

„Wir brauchen sichere Orte“

„Wir brauchen sichere Orte“, appelliert Luna Karsubke. „Das Queere Zentrum, das seit drei Jahren Beratung, Bildung und Begegnung anbietet, ist ein solcher Ort, der durch die Wahlergebnisse akut bedroht ist. Ebenso betroffen sind das queere Jugendzentrum QuWeer in Weimar und die LSBTIQ*-Koordinierungsstelle in Jena. Daher haben wir ein Crowdfunding gestartet, das dazu beitragen soll, den Trägerverein, die Koordinierungsstelle sowie den Communityort in Erfurt und in Weimar zu erhalten.“

Gleichzeitig muss klar sein, dass die bestehenden Projekte schon vor den Wahlergebnissen den Bedarf für ganz Thüringen nicht decken können und es eines weiteren Ausbaus der Versorgungsstrukturen bedarf. Auch daran soll weitergearbeitet werden, sofern es die Finanzierung zulässt. Die Crowdfunding-Kampagne soll die Arbeit des QueerWeg e. V. von der Landesfinanzierung unabhängiger machen. Und dabei zählen wir auf euch.

Hard Facts:

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