Tanz, Austausch, Existenzkampf: Das Tanztheater Erfurt bittet um Unterstützung
Vom 4. Oktober bis zum 14. November 2026 wird Erfurt wieder zur Bühne für zeitgenössischen Tanz: Das Internationale Tanztheater Festival feiert seine zehnte Ausgabe. Unter dem Motto „Exchange!“ bringt das Tanztheater Erfurt internationale Gäste, neue Produktionen, Nachwuchs und ungewöhnliche Tanzmomente zusammen. Doch bevor das Festival richtig losgeht, muss noch eine Finanzierungslücke von 7.500 Euro geschlossen werden.
Erfurt: Tanztheater Festival benötigt Hilfe
„Die gegenwärtige Förderlandschaft ist herausfordernd“, sagt Lena Schröter, Projektmanagerin des Tanztheaters Erfurt. Zwar wird das Festival von der Kulturstiftung Thüringen, der Stadt Erfurt und der Sparkasse Mittelthüringen unterstützt. Trotzdem bleiben Lücken. Viele Förderanträge konkurrieren um begrenzte Töpfe, bewilligte Summen liegen häufig unter den beantragten Beträgen, manche Förderprogramme sind bereits überzeichnet. „Langfristige Planungssicherheit durch Vorhersehbarkeit der tatsächlich zur Verfügung stehenden Fördermittel ist aktuell kaum gegeben“, erklärt Schröter.

Gleichzeitig steigen die Kosten: für Energie, Fahrten, Mieten und damit auch für die Honorare der eingeladenen Künstler:innen. Beim Tanztheater will man trotzdem nicht einfach an der Kunst sparen. „Es gehört zu unseren grundlegenden Überzeugungen, dass Einsparmaßnahmen nicht zulasten der Künstler:innen vorgenommen werden“, sagt Schröter. Auch über Eintrittsgelder allein lasse sich ein Festival dieser Art nicht finanzieren – gerade dann nicht, wenn möglichst vielen Menschen der Zugang zu Kunst offenstehen soll.
Neue Tanzproduktionen zeigen Identität, Teilhabe und Vielfalt
Dabei ist das Programm ambitioniert. Zum Auftakt am 4. Oktober feiert das Kinderstück „Der Nussknacker“ Premiere. Mit „Die Frau im Mond“ und „David Bowie – Ich, Viele“ stehen zwei weitere neue Produktionen auf dem Plan, die sich mit Themen wie Identität, Vielfalt, Teilhabe und Sichtbarkeit beschäftigen. „Bolero City“ bringt kurze Tanzperformances direkt in den Erfurter Alltag – etwa in ein Einkaufszentrum, eine Mensa oder einen Park. Dazu kommen die Gastspiele „Primavera“, „Shocking“ und „Hedera“ sowie der europaweit ausgeschriebene Tanzwettbewerb „contact.energy’26“.
Spendenkampagne mit 7.500 Euro als Ziel
Gerade dieser Austausch ist Programm: zwischen Künstler:innen und Publikum, unterschiedlichen Ländern und Perspektiven, aber auch zwischen Kunst und Alltag. Workshops, eine Ausstellung im Haus Dacheröden, ein Film mit anschließendem Gespräch und ein Podium zum Beruf der Tänzer:in ergänzen das Festival.
Damit dieses Programm ohne weitere Abstriche stattfinden kann, läuft derzeit eine Spendenkampagne. Mehr als 2.200 Euro sind bereits zusammengekommen, das Ziel liegt bei 7.500 Euro. Das Festival selbst findet auf jeden Fall statt, erklärt Schröter. Ohne die vollständige Summe müsste allerdings an verschiedenen Stellen gespart werden.
Bessere Strukturen statt Sparen an Kunst
Das Problem reicht dabei über das Tanztheater hinaus. Viele Kulturakteur:innen stehen vor ähnlichen Herausforderungen. Genau deshalb sind Kooperationen, neue Formate und gegenseitige Unterstützung wichtiger denn je. Eine nachhaltige Lösung sieht Schröter allerdings vor allem in einer besseren Förderstruktur und mehr verfügbaren Mitteln.
Vielfalt, Aktualität, Austausch
Bis dahin bleibt die Kultur auf Unterstützung angewiesen, und das Tanztheater setzt auf die Thüringer Tanztheater-Fans. Und ebenjene will Lena Schröter nochmal animieren mitzuspenden, indem sie das Festival auf den Kern reduziert. Wo bekommt man für sein Geld sonst so wunderbare Inhalte wie: „Vielfalt, Aktualität, Austausch, Miteinander und Freude.“
Hard Facts:
- Tanztheaterfestival: 4. Oktober bis zum 14. November in Erfurt
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