Das Unglaubliche passiert in Erfurt. Seismologen und Hellseherinnen sagen voraus, dass am 13. und 14. September im egapark die Erde bebt und sich ein Spalt in eine fantastische Dimension öffnet. Heraus treten Elfen, Krieger, Drachen und Maschinen aus längst vergessenen und noch nie gesehenen Welten.
Thüringen erlebt sein erstes Festival voller Magie
Es werden verzauberte Septembertage, verspricht Jan Ettingshausen, der Leiter des Fantasypark-Festivals, das an diesem Wochenende seine Premiere feiert. Das neue Format knüpft an den Erfolg des Comicparks an, der seit Jahren die ega in ein buntes Paralleluniversum verwandelt – ebenfalls organisiert von Ettingshausen und seinem Team.
Weniger Messe, mehr immersives Erlebnis
Doch zwischen den beiden Veranstaltungen tun sich deutliche Unterschiede auf – Abgründe fast, wenn man beim Plot des Fantasyparks bleiben will. „Der größte Unterschied ist das Setting“, erklärt der Festivalchef. „Beim Comicpark gibt es zwar schon eine kleine Fantasy-Ecke, aber beim Fantasypark wird die komplette
Kulisse anders: große Piratenlager, ein Orklager, Hexen, Meerjungfrauen, sogar zwei riesige Drachen.“ Auch die Ausrichtung sei verschieden.
Während der Comicpark tagsüber Panels und Wettbewerbe bietet, setzt der Fantasypark stärker auf Atmosphäre. Dudelsackklänge, raue Mittelalter-Melodien und große Fantasybands sollen die Besucher:innen tief in eine andere Welt ziehen – weniger Messe, mehr immersives Erlebnis.
Die Themenvielfalt sei enorm, die Möglichkeiten fast grenzenlos
Die Idee zu diesem neuen Festival sei ursprünglich von den Fans selbst angestoßen worden, erinnert sich Ettingshausen. „Viele Comicpark-Besucher:innen wünschten sich eine zweite Veranstaltung im Jahr. Einen zweiten Comicpark wollte ich aber nicht – das wäre zu ähnlich gewesen. Deshalb sind wir in Richtung Fantasy und Mittelalter gegangen.“ Eine Entscheidung, die sich auszahlt: Die Themenvielfalt sei enorm, die Möglichkeiten fast grenzenlos.
Ein Wochenende voller Magie im Herzen Erfurts
Anders als klassische Mittelaltermärkte, die sich meist auf Händler, Lager und Musik beschränken, will der Fantasypark eine ganze Erlebniswelt erschaffen. „Wir kombinieren das mit Cosplay, Autoren, Verlagen und einer großen Bühnenlandschaft. So entsteht eine Mischung, die man in Deutschland bislang selten findet“, sagt Ettingshausen.
Dazu kommt ein prall gefülltes Programm. Geboten werden Theater, Lesungen, Fantasy-Live-Acts, Walk-Acts und Fotospots. Workshops, Bogenschießen, Schmieden und Schattentheater richten sich an Neugierige aller Altersgruppen. Marktstände wiederum laden ein, handgefertigte Gewänder, Schmuckstücke oder kunstvoll gestaltete Accessoires zu entdecken – begleitet von regionaler Küche, die auch kulinarisch in andere Zeiten entführt.
Wenn Maschinen und Magie aufeinanderprallen in Erfurt
Ettingshausens persönliche Favoriten sind klar: zwei monumentale Drachen, die im Park ihre Bahnen ziehen sollen. „Die sind ähnlich wie unsere Dinos beim Comicpark, nur noch eindrucksvoller“, schwärmt er. Dazu kommen die dampfenden Steampunk-Maschinen, die zwischen den Besucher:innen patrouillieren, und der Auftritt der tschechischen Fantasyband „Galileo“. Ihr Konzert am Samstagabend zum Sonnenuntergang, begleitet von Tänzern und Feuerkünstlern, beschreibt der Organisator als „echtes Gänsehaut-Erlebnis“.
Als hätten Tolkien und Stephen King gemeinsam daran geschrieben
Um die Stimmung vollends zu tragen, sind Kostüme ausdrücklich erwünscht. „Wir haben bewusst ‚Kostümregeln‘ statt ‚Cosplayregeln‘, weil wir Gewandete ebenso willkommen heißen wollen wie alle anderen“, betont Ettingshausen. Tabu seien lediglich echte Waffen, kontrolliert wird das am Eingang. Je mehr Gäste verkleidet erscheinen, desto dichter werde die Atmosphäre dieser improvisierten Parallelwelt.
Wie reichhaltig diese Welt gedacht ist, zeigt schon die Karte des Festivals. Sie liest sich, als hätten Tolkien und Stephen King gemeinsam daran geschrieben: Turm der Deutung, Akademie der Klinge, Zirkus der Druden, Theater der Schatten oder Hort der gepanzerten Flugechse heißen die über 20 Spots, die sich über den Park verteilen. Manche wirken märchenhaft, andere eher schaurig.
Ein Höllenschlund mitten im egapark von Erfurt
Besonders markant ist der „Höllenschlund“, ein Spalt zwischen Halle 1 und 2, der fest ins Storytelling eingebaut wurde. Und ja, bestätigt Ettingshausen lachend, den werde es tatsächlich geben: „Aber keine Sorge – niemand fällt hinein. Es wird eine Absperrung geben …“
Hard Facts:
- Wann: 13. September (10 bis 22 Uhr) 14. September (10 bis 18 Uhr)
- Wo: Egapark, Erfurt
- Ticketinfo: Erwachsene ab 17 Jahre: 20 Euro | Schüler (7 – 16 Jahre ): 10 Euro
- Weiter Infos: www.fantasy-park.de | Instagram: @fantasypark






