Kinky-Party ohne Techno: Warum Erfurts Fetischszene in die Hölle fährt
Wenn am Samstag in Erfurt-Bindersleben die Nebelmaschine angeworfen wird, dann nicht für eine weitere x-beliebige Metal-Nacht. Der Club From Hell, sonst Heimat von Doom, Death und Gothic-Gitarrenwänden, verwandelt sich in eine Fetisch-Höhle, und das im wörtlichen Sinne. Wie der Veranstalter mitteilt, steigt dort die „Kinky Club Party“, beworben als „DIE Kinky Dance PARTY in der Hölle: Dunkel, Freizügig, Wild“. Auf Techno-Beats, wie man sie sonst von einschlägigen Kinky-Reihen kennt, darf man sich dabei aber nicht gefasst machen.
Kinky Party im Club from Hell Erfurt
Denn während das Central Erfurt seine eigenen Kinky-Nächte lieber zu Peak-Time-Techno und Melodic House feiert, bleibt man im From Hell seiner düsteren DNA treu. Laut Ankündigung sorgen „2 Live-DJs“ für den Sound des Abends, „mit 80`s, Dark, Electro und viel Wunschmusik“. Statt durchgetakteter Clubmusik gibt’s hier also Gothic-Disko mit Fetisch-Einschlag – eine Kombination, die man wohl nur in einem Club findet, der seit Jahren fest in der BDSM-, Schwarze-Szene- und Biker-Subkultur verankert ist. Kein Wunder, dass die Location mit ihren abgetrennten Separees, Logen und festen Play-Möbeln quasi schon als BDSM-Baukasten geboren wurde.
Playareas, Bondage Show, Glory Hole
Und Play-Möbel gibt es reichlich zu bespielen: Auf über 200 Quadratmetern und zwei Etagen warten laut Programm „Playareas, Bondage Show, Glory Hole“ und eine „Candy Crew“, dazu ein Darkroom auf der Empore und Welcome Drinks für den sanften Einstieg ins Dunkle. Wer nur tanzen will, kann das diesmal sogar kindgesichert tun: Es gibt eine „reine Dance Area“ unten, während sich das eigentliche Geschehen in den Spielzimmern – inklusive eines separaten Playrooms nur für die Mädels – oben abspielt. Das Motto der Nacht bringt es auf den Punkt: „Alles kann nichts muss“.
Ganz ohne Regeln geht die Hölle aber nicht zur Sache. Fotografieren ist strikt verboten, und wer übergriffig wird, fliegt raus – „Nein bedeutet nein!“, heißt es unmissverständlich in der Ankündigung. Auch beim Dresscode kennt man kein Pardon: „Mit Alltagskleidung erhältst du keinen Einlass!“ Jeans, Anzughosen oder Boxershorts sind tabu, erwünscht sind stattdessen Lack, Leder, Latex, Dessous, Harness, Bodypainting oder, ganz basic, einfach nackt. Wer sich sonst nie traut, das schwarze Lieblingsoutfit auszuführen, bekommt hier also die offizielle Erlaubnis dazu.
Kinky Night im From Hell
Im Vergleich zur helleren, technolastigeren Schwester-Party im Central wirkt die Kinky Night im From Hell wie deren rustikale, leicht angerockte Cousine: intimer, düsterer, mit mehr Nebel und weniger Peak-Time-Kickdrum. Wer nur den Dancefloor will, zahlt rund 10 Euro Eintritt, für den Vollzugang samt Play Areas werden 19 Euro im Vorverkauf beziehungsweise 25 Euro an der Abendkasse fällig. Ein Preis, für den man andernorts nicht mal ein Glory Hole geschenkt bekommt.
Hard Facts:
- Samstag, 19. September ab 21 bis 3 Uhr
- Club from Hell – Flughafenstraße 41, 99092 Erfurt-Bindersleben
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