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NORÐIR zeigen in Jena, wie Rockkonzert und 360-Grad-Film spektakulär verschmelzen 

19. August 2026 • Geschrieben von Florian Dobenecker
NORÐIR verspricht in Jena ein Konzert, das aus der Realität entführen soll. Foto: Leonardo Andrada

Was passiert, wenn ein Rockkonzert auf Science-Fiction, Zeitreisen und eine 360-Grad-Projektion trifft? NORÐIR wollen darauf am 21. August im Planetarium Jena eine Antwort geben. Zum 100-jährigen Jubiläum des Zeiss-Planetariums verbindet die Band aus Ulm Live-Musik mit einer eigens entwickelten Fulldome-Show – und macht aus dem Konzert eine Reise durch Raum und Zeit.

Zwischen Alternative Rock, Synthesizern und cineastischen Klangwelten

Musikalisch bewegt sich NORÐIR zwischen Alternative Rock, Synthesizern und cineastischen Klangwelten, mit einem Sound, der an Bands wie Muse und Placebo erinnert. Selbst sprechen sie von Science-Fiction-Rock. „Sci-Fi-Rock ist im Grunde eine Kombination aus einem Konzert – also einem richtigen, synchronisierten Rockkonzert – und einem Filmerlebnis“, erklärt Musiker Viktor Nordir im Interview. Es gehe um ein „immersives Konzerterlebnis“: Das Publikum soll gleichzeitig Live-Musik erleben und das Gefühl bekommen, mitten in einem Film zu sein.

Das Zeitreisekonzept

Die Idee dahinter entstand bereits mit den ersten gemeinsamen Songs. Inhaltlich beschäftigte sich die Band mit der DDR und Zukunftsvisionen, mit Geschichte ebenso wie mit Science-Fiction, Dystopien, Romanen und Filmen. Daraus entwickelte sich schließlich das Zeitreisekonzept. „All das hat sich schließlich mit unserer Musik verbunden, die ohnehin sehr bildhaft und atmosphärisch ist“, sagt Viktor.

Die Planetariumstour ist für NORÐIR Neuland. Nach einem Pilotkonzert im Planetarium Augsburg geht es nun erstmals auf eine komplette Tour unter der Kuppel. Dafür wurde die visuelle Produktion speziell auf das Fulldome-Format abgestimmt. Ein Teil der Animationen entsteht direkt bei der Band: Viktor rendert die Bilder selbst. Dazu kommen für Planetarien freigegebenes Material der Europäische Weltraumorganisation (ESA) sowie Arbeiten von Regisseuren und Produzenten, deren Visualisierungen die Band gezielt für die Show lizenziert.

Man weiß überhaupt nicht, was als Nächstes kommt

Auch musikalisch ist die Show präzise mit den Bildern verzahnt. NORÐIR arbeiten mit festen Sequenzen und flexiblen Modulen, die je nach Situation verändert werden können. Die visuelle Ebene soll dabei nicht bloß Kulisse sein, sondern das Gehörte verstärken. „Man weiß überhaupt nicht, was als Nächstes kommt“, verspricht Viktor. Genau diese Überraschung sei für ihn ein wesentlicher Reiz des Konzepts.

Der Anspruch von NORÐIR

In Jena tritt die Band erstmals auf. Thüringen kennen die Musiker allerdings bereits von Konzerten in Ilmenau und Mühlhausen. Besonders positiv erinnert sich Viktor an das Publikum, das über verschiedene Altersgruppen hinweg gemischt gewesen sei. Genau das entspricht dem Anspruch von NORÐIR: Die Band möchte nicht nur eine bestimmte musikalische Nische bedienen. Ihr Programm lässt sich je nach Anlass zwischen Zuhören, Tanzen, Storytelling und immersivem Erlebnis variieren.

Im Planetarium Jena verbindet die Band NORÐIR am 21. August ein Rockkonzert mit einer 360-Grad-Projektion. Foto: Ulrike Kern

Was am Ende unter der Planetariumskuppel bleiben soll, ist laut Viktor mehr als ein spektakulärer Abend. „Unser Ziel ist es, die Menschen vollständig aus ihrem momentanen Realitätsbewusstsein zu entführen.“ Die Show soll dazu anregen, neue Perspektiven einzunehmen und das eigene Leben vielleicht anders zu betrachten. Oder, wie Viktor es formuliert: „es stärker als ein Wunder wahrzunehmen.“

Hard Facts:

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