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K.O.-Tropfen im Festzelt verabreicht: Erfurt startet neues Projekt beim Oktoberfest

24. September 2026 • Geschrieben von Dunja Froriep
Die Gleichstellungsbeauftragte Susette Schubert hat die Initiative ins Leben gerufen. Foto: Marco Schmidt

Bier, Blasmusik, volles Zelt – und mittendrin ein Thema, über das beim Feiern zu wenig gesprochen wird: K.O.-Tropfen. Wie die Stadtverwaltung Erfurt mitteilt, begleitet in diesem Jahr erstmals eine Kampagne gegen K.O.-Tropfen das Erfurter Oktoberfest. Sie trägt den Titel „No K.O.! Erfurt passt auf!“ und startet am 25. September 2026.

Eine Initiative der Stadt

Ins Leben gerufen hat die Initiative die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt, Susette Schubert, gemeinsam mit der Kulturdirektion und weiteren Akteuren. Ziel ist es, über die Gefahren von K.O.-Tropfen aufzuklären und für gegenseitige Aufmerksamkeit zu sensibilisieren.

Ein Fall aus dem Festzelt gab den Anstoß

Der Zeitpunkt ist kein Zufall: Im vergangenen Jahr wurde ein Fall bekannt, bei dem einer Frau im Festzelt K.O.-Tropfen verabreicht wurden. Dort, wo viele Menschen gemeinsam feiern, sei Aufmerksamkeit besonders wichtig, heißt es aus der Stadtverwaltung. „Feiern soll Spaß machen und ein sicheres Gefühl geben. Niemand sollte Angst haben müssen, Opfer von K.O.-Tropfen und möglichen weiteren Übergriffen zu werden“, sagt Susette Schubert. „Mit unserer Kampagne wollen wir deshalb informieren und eine Kultur des Hinschauens und Miteinanders stärken.“

Das Motto der Kampagne lautet „Aufmerksam sein. Hinschauen. Aufeinander achten.“ Sie informiert darüber, wie sich Risiken verringern lassen und was im Verdachtsfall zu tun ist. Im Festzelt weisen Plakate, Postkarten und Bierdeckel auf die Gefahren hin und nennen wichtige Notrufnummern. Die Botschaft liegt damit buchstäblich unter der Maß. Während des Oktoberfestes sind außerdem erneut die Erfurter Nachteulen vor Ort und stehen als Ansprechpersonen zur Verfügung. Auch die App SafeNow ist wieder im Einsatz: Das Festzelt auf dem Domplatz ist als SafeNow-Zone eingerichtet. Wer sich unwohl, unsicher oder bedroht fühlt, kann darüber auf Knopfdruck Unterstützung erhalten.

Auch an den Schulen ein Thema

Mit dem letzten Bier ist die Kampagne nicht vorbei: Der Auftakt beim Oktoberfest ist Teil einer langfristig angelegten städtischen Kampagne. Parallel startet ebenfalls am 25. September das Präventionsprojekt „K.O.-Tropfen – gefahrlos Feiern ohne Knockout“ des Jugendamtes Erfurt an der Gemeinschaftsschule 10. Damit wird das Thema im Rahmen des Jugendschutzes aufgegriffen und schrittweise an weitere Erfurter Schulen getragen.

Prävention ist Teamarbeit

„Prävention funktioniert nur gemeinsam und dauerhaft“, betont Schubert. „Wir wollen erreichen, dass Sicherheit, gegenseitige Aufmerksamkeit und Unterstützung selbstverständlich werden – beim Feiern, im Freundeskreis und überall dort, wo Menschen zusammenkommen.“

Hard Facts:

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