Zwischen Poetry Slam und Kaffeeklatsch: Festwoche in Ilmenau startet
Vor 250 Jahren kam Goethe zum ersten Mal nach Ilmenau. „Das ist verbrieft und historisch gesichert“, betont Ulrike Unger von der Stadtverwaltung Ilmenau, die Goethe-Festwoche mitkoordiniert. Und das feiert die Stadt bei der anstehenden Festwoche vom 28. August bis 6. September.
Goethe ganz lebendig: An Ideen mangelte es in Ilmenau nicht
Was bei einem Blick auf das Programm auffällt, ist die große Anzahl und die Vielfalt der Angebote. „Wir haben rund 50 Veranstaltungen organisieren können. Das braucht natürlich viel Vorlauf, deshalb haben die ersten Gespräche dazu auch schon im Frühjahr 2025 begonnen“, erzählt Ulrike Unger. „An Ideen mangelte es uns glücklicherweise nicht. Die größte Herausforderung für uns war, verlässlich festzustellen, welche Ideen sich in der vorgegebenen Zeit auch wirklich realisieren lassen.“
Kaffeeklatsch mit Goethe: In Ilmenau darf jeder mitreden
Und was sind die Höhepunkte, was sollte man auf keinen Fall verpassen? „Es fällt mir schwer, mich da festzulegen, weil die Geschmäcker der Menschen ja unterschiedlich sind und wir sehr verschiedene Angebote vorbereitet haben“, sagt Ulrike Unger nach kurzem Überlegen. „Aber ich persönlich freue mich schon sehr auf den ‚Kaffeeklatsch mit Goethe‘, der während der Festwoche täglich um 14.30 Uhr in der Alten Försterei stattfindet. Bei den inszenierten, spannenden und amüsanten Tischgesprächen Goethes und seiner Zeitgenossen werden auch unbekannte Anekdoten von Frauen in Goethes Umfeld erzählt“, macht die Initiatorin neugierig. „Und das Beste: Die Gäste können daran teilnehmen, sich dazusetzen und mitreden. Ich bin sehr gespannt, wie das angenommen wird und bei den Gästen ankommt.“

Goethe gehört einfach unter die Menschen
Auf die Vielseitigkeit des Programms angesprochen – vom Kalligrafie-Kurs bis zum Poetry Slam – meint Ulrike Unger: „Unsere Gesellschaft ist sehr vielseitig und Goethe war es auch. Wir glauben einfach, dass Goethe unter die Menschen gehört, und wollen mit unserem Programm deshalb möglichst viele Menschen erreichen.“ Zu einem Poetry Slam mit selbstgeschriebenen Texten zu Goethes Gedicht „Ilmenau“ gibt es auf jeden Fall schon eine Reihe von Anmeldungen. Man darf gespannt sein.
100 Sprachen, ein Gedicht: So weltoffen ist Goethe in Ilmenau
Vorträge, Wanderungen, Führungen, Musik und ja, auch eine Kavaliersschule lassen kaum Wünsche offen. Besonders außergewöhnlich klingt: „‘Wandrers Nachtlied‘ in den Sprachen der Welt“, am 6. September auf dem Wetzlarer Platz. „In der Universitätsstadt Ilmenau leben Menschen aus etwa 100 Nationen, und sie sind eingeladen, Goethes ‚Wandrers Nachtlied‘ in ihrer Muttersprache zu rezitieren“, erklärt Ulrike Unger. „Wir wollen damit zeigen, wie vielseitig und bunt Ilmenau ist – und das mit Goethes Worten.“
Freier Eintritt in die Goethemuseen Ilmenau am 28. August
Am 28. August, Goethes 277. Geburtstag, ist der Eintritt in alle drei Goethemuseen der Stadt Ilmenau übrigens kostenfrei. Ein schöner Grund, auch mal eine längere Anfahrt in Kauf zu nehmen. Und vielleicht zitieren manche Besucherinnen und Besucher dann auch die Worte Goethes aus einem Brief an Schiller, in dem er über Ilmenau schrieb: „Ich war immer gerne hier und bin es noch. (…) Ich glaube, es kommt von der Harmonie, in der hier alles steht: Gegend, Menschen, Klima, Thun und Lassen.“
Hard Facts
- Goethe-Festwoche Ilmenau
- Wann: 28. August bis 6. September 2026
- Das ganze Festprogramm gibt es hier.
- Weitere Informationen finden Interessierte hier.
- Und Tickets sind hier erhältlich.
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