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Matze Knop macht mit „Spitzenreiter“ in Erfurt Alltagswahnsinn zur Comedyshow

27. August 2026 • Geschrieben von Yannick Rau
Die neue "Spitzenreiter" Tour von Matze Knop startet jetzt. Foto: Boris Breuer

Spitzenreiter auf der Bühne, beinahe auf dem Relegationsplatz beim aufgeräumten Kofferraum: Matze Knop nimmt sich selbst genauso gerne auf die Schippe wie Fußballstars und die Absurditäten des Alltags. Am 4. September bringt der Comedian sein neues Programm „Spitzenreiter – wo wir sind ist vorne“ ins DASDIE Brettl nach Erfurt.

Matze Knop in Erfurt

Für sein Programm macht Knop den ganz normalen Alltagswahnsinn zur Comedy – egal ob künstliche Intelligenz, Selbstbedienungskassen oder Fußball. Im Interview verrät er, warum er Thüringen ins Herz geschlossen hat, was drei Rostbratwürste damit zu tun haben und warum Comedy manchmal einfach albern sein darf.

Dein neues Programm heißt „Spitzenreiter – wo wir sind ist vorne“. Hand aufs Herz: Wo bist du selbst wirklich Spitzenreiter – und wo garantiert Tabellenletzter?

Ich bin durchaus Spitzenreiter, was Disziplin und Penetranz angeht, gerade was sportliche Dinge betrifft. Ich ziehe meine Sportgeschichten wirklich durch – ob Fußball, Tennis oder Skifahren. Da bin ich schon ziemlich vorbildlich. Ich bin auch eigentlich jemand, der sich sehr gut motiviert und Dinge nicht vor sich herschiebt. Wo ich Tabellenletzter bin? Vielleicht ein bisschen, wenn es darum geht, auf die Minute pünktlich zu sein. Rechtzeitig bin ich immer, aber ich bin dann auch mal derjenige, der fünf Minuten später kommt. Und manchmal könnte der Kofferraum meines Autos, mit dem ich ja viel unterwegs bin, deutlich aufgeräumter sein. Das liegt natürlich auch daran, dass ich Dieter Bohlen, Lothar Matthäus, Ronaldo, Harry Kane, Pep Guardiola und Jürgen Klopp immer im Gepäck habe.

Matze Knop schlüpft in die Rolle von Fußballstar Cristiano Ronaldo. Foto: Boris Breuer

Und natürlich bin ich beim Comedyprogramm Spitzenreiter. Das ist ja logisch. Ich kann mein Programm schließlich nicht „Spitzenreiter“ nennen, wenn ich nicht der Meinung bin, dass dieses Programm wirklich eines der besten Programme ist, die es gibt. Das sage ich jetzt mal ganz Ronaldo-mäßig – mit der nötigen Überzeugung: Siuuu.

Die Mentalität stimmt also schon mal. In „Spitzenreiter“ geht es um den ganz normalen Wahnsinn unseres Alltags. Welche Situation erlebtest du zuletzt, in der du sofort dachtest: Das kann man sich eigentlich nicht ausdenken?

Ich war gerade im Urlaub in Kroatien. Uns Deutschen wird ja immer nachgesagt, dass wir am Pool alles mit Handtüchern reservieren. Und jedes Mal denkt man: Das gibt es doch mittlerweile gar nicht mehr. Aber es gibt es halt wirklich!

Ich lag abends um Viertel nach zwölf noch am Pool und habe ein bisschen in die Sterne geguckt. Dann kam plötzlich ein Mann zu mir, drückte mir ein Handtuch in die Hand und fragte: „Sind Sie noch länger hier?“ Ich so: „Wieso?“ Er sagte: „Wenn Sie gleich gehen, würden Sie mir den Gefallen tun und auf die Liege, auf der Sie gerade liegen, mein Handtuch legen? Das ist die Lieblingsliege meiner Frau, damit sie morgen um neun ihren Platz am Pool hat.“

Ich dachte nur: Wie jetzt? Wir haben Viertel nach zwölf! Aber gut, der neue Tag war streng genommen schon angebrochen. Das Ganze war übrigens auf Englisch, es war also kein Deutscher. Ich habe dann tatsächlich sein Handtuch auf die Liege gelegt.

Und dann kommt es: Ich frühstücke als Künstler ja ein bisschen später und war am nächsten Morgen gegen 10:30 Uhr wieder am Pool. Da war der Mann, aber seine Frau nicht. Die war am Strand spazieren. Ich frage: „Hat sie denn schon auf der Liege gelegen?“ – „Nee, hat sie noch nicht.“ Da habe ich auch nur gedacht: Das gibt’s doch gar nicht. Es ist 10:30 Uhr! Das ist Comedy pur. Man meint ja immer, man hätte schon alle Geschichten gehört – aber nein.

Wenn du mit deinem Programm durch Deutschland tourst: Merkst du eigentlich Unterschiede zwischen dem Publikum im Osten, Westen, Norden oder Süden? Und worauf stellst du dich bei einem Abend in Thüringen ein?

Grundsätzlich spüre ich keine Unterschiede. Die Menschen lachen in allen Regionen gerne. Sonst würden sie ja auch nicht zu einem Comedyprogramm kommen. Jeder, der sich eine Karte kauft, will lachen und möchte einen unbeschwerten Abend genießen.

Ich habe aber manchmal sogar das Gefühl, dass gerade die Menschen in Thüringen, Sachsen und der Region eine besondere Dankbarkeit zeigen. Die sind wirklich herzlich, und ich mag die Menschen dort sehr. Ich habe sie alle in mein Herz geschlossen und festgestellt: Wenn man sie in sein Herz schließt, dann empfangen sie einen auch mit einer unfassbaren Herzlichkeit und Freundlichkeit. Deswegen bin ich dort sehr, sehr gerne.

Von künstlicher Intelligenz über Selbstbedienungskassen bis hin zum Lastenfahrrad landet ziemlich viel von dem, was uns gerade im Alltag beschäftigt, in deinem Programm. Woran merkst du bei einem Thema, ob darin eine gute Pointe steckt – und wann ist es vielleicht einfach nur ein schneller Gag?

Ich weiß gar nicht, ob wir da so stark unterscheiden müssen. Wir leben in einer Zeit, in der gefühlt alles ein bisschen auf die Goldwaage gelegt wird. Meine Meinung ist eher: Wir müssen davon auch wieder ein bisschen wegkommen.

Ich sage über mein Programm immer ganz gerne: Es darf auch mal albern sein. Gehe ich in ein Programm rein und habe das Gefühl: Hier ist Leichtigkeit, hier ist Unbeschwertheit, hier bekomme ich ein gutes Gefühl? Oder ist alles wieder bedeutungsschwanger?

Wenn ich mich entscheide, zu einem Comedyprogramm zu gehen, dann will ich lachen, loslassen, Leichtigkeit erfahren und vom Alltag abschalten. Ich glaube, dann ist es wichtig, dass man nicht sofort wieder über jeden einzelnen Gag nachdenkt: „War der jetzt etwas zu weit unter der Gürtellinie?“ Oder: „Ach nee, der war mir jetzt ein bisschen billig.“

Humor ist Geschmackssache. Aber letztlich ist wichtig, dass wir gemeinsam lachen. Und dieses „gemeinsam“ bedeutet mir viel: miteinander und nicht gegeneinander. Natürlich erzähle ich auch Witze über den einen oder anderen, aber ich achte immer darauf, den Respekt vor diesen Menschen zu bewahren. Und ich reiße genauso Witze über mich selbst.

Am 4. September kommst du mit „Spitzenreiter“ nach Erfurt. Die Stadt ist für dich kein unbekanntes Pflaster. Welche Erinnerungen verbindest du mit Erfurt?

Ich war ja schon oft zu Gast im DASDIE Brettl. Ich glaube, mittlerweile bin ich schon sechs-, sieben- oder achtmal nach Erfurt gekommen. Und ich finde Erfurt als Stadt sehr, sehr schön.

Matze Knop reißt auch gerne mal Witze über sich selber. Foto: Boris Breuer

Früher war ich öfter beim KiKA, der ja auch in Erfurt sitzt. Außerdem drehten wir „Olaf der Flipper trifft Rainer den Flopper“, also den Bruder beziehungsweise Halbbruder von Olaf, in Erfurt. Und Rot-Weiß Erfurt sagt mir als Fußballverein logischerweise etwas.

Von daher muss man wirklich sagen: Über die Jahre ist eine echte Bindung zu Erfurt gewachsen. Die Stadt hat für mich einfach eine gute Größe. Hier ist schon einiges los, da ist nicht tote Hose. Gleichzeitig ist Erfurt aber auch nicht so riesig und hektisch wie beispielsweise Berlin.

Wenn wir Fußball und Thüringen zusammenbringen, landen wir ziemlich schnell bei Rot-Weiß Erfurt und Carl Zeiss Jena. Wenn du einen der beiden Vereine zum „Spitzenreiter“ Thüringens küren müsstest: Für wen würdest du dich entscheiden und warum?

Ich muss dazu sagen, dass ich in Erfurt schon im Stadion war und mich deshalb mit dem Verein ein Stück weit verbunden fühle.

Mit Jena hatte ich bisher noch nicht so viel zu tun, das muss ich ganz ehrlich sagen. Deshalb kann ich mir da nicht wirklich ein Urteil erlauben. Deswegen entscheide ich mich jetzt einfach für Erfurt. Aber nicht, weil ich Jena schlecht finde, sondern einfach, weil ich mich dort nicht gut genug auskenne. Zu Erfurt habe ich die bessere Verbindung.

Dann machen wir Rot-Weiß Erfurt vorerst zum Thüringer Spitzenreiter. Was muss am 4. September im DASDIE Brettl passieren, damit du danach sagst: Heute war Erfurt wirklich Spitzenreiter?

Natürlich sind die berühmten Standing Ovation immer großartig. Da freut man sich, wenn die Menschen nach der Show aufstehen und sagen: „Ey, das war so geil, da applaudieren wir jetzt auch im Stehen.“

Ansonsten wünsche ich mir, dass die Menschen Spaß haben. Dass sie nach Hause gehen und sagen: „Ey, bei Matze war es wieder geil. Ich konnte den Abend genießen, der hat mich mitgenommen, ich konnte abschalten.“ Ich möchte, dass die Leute über die verschiedensten Dinge lachen – vielleicht auch über Themen, die sie vorher eher ernst gesehen haben. Ich glaube, das ist für mich das Wichtigste. Oder nein: Ich glaube es nicht nur, das ist das Wichtigste. Ich bin ja dafür da, dass es den Menschen gut geht – und nicht umgekehrt.

Eine kleine Spaßfrage zum Schluss: Wie isst du deine Thüringer Rostbratwurst – klassisch mit Senf oder riskierst du mit einer anderen Antwort deine komplette Erfurt-Show?

Nein, ich sage mal so: Ich kann mich an eine in Weimar erinnern. Die Rostbratwurst war absolut sensationell und überragend.

Das war die geilste Rostbratwurst, die ich je gegessen habe. Direkt drei Stück musste ich wegputzen. Eine vierte hätte ich auch noch essen können, aber die habe ich dann doch lieber gelassen.

Deswegen muss ich sagen: Auch kulinarisch fühle ich mich in Thüringen, in Erfurt und in Weimar zu Hause. Ich bin immer dankbar und freue mich, wenn ich wieder dort bin.  

Hard Facts

  • Wann: Freitag, 4. September 2026
  • Beginn: 20 Uhr
  • Einlass: ab 18 Uhr
  • Wo: DASDIE Brettl, Lange Brücke 29, 99084 Erfurt
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