Ein Festival mit Seele statt Plastik: „Es knallt im Wald“ bringt elektronische Musik und Szene-Vibes nach Ruhla – auf eine Motocross-Strecke, die sich einmal im Jahr in ein Partyareal verwandelt. Es knallt im Wald – Und zwar ganz gewaltig! Denn am kommenden Samstag sollen mal wieder die Bässe durch die Baumwipfel in und um Ruhla dröhnen.
Zwei Stages, viele Genres: Das ist „Es knallt im Wald“
Zum vierten Mal verwandelt sich die Motocross-Strecke „Beimler“ am Waldrand des Thüringer Ortes in ein pulsierendes Open-Air-Festivalgelände. Was als spontane Party unter Freunden begann, ist heute eines der größten elektronischen Musikereignisse im Wartburgkreis – organisiert von einem jungen Kollektiv, das Kultur dahin bringt, wo sonst nicht viel los ist.
Schnapsidee mit Bass: So entstand Ruhlas Rave im Grünen
Wie das Team des „Es knallt im Wald“-Festivals mitteilt, war der Ursprung des Events nicht etwa ein Businessplan: „Ganz ehrlich? Es war eine klassische Schnapsidee im Schwimmbad, als einfach nichts los war“, erzählt ein Mitglied des Kollektivs im Interview. Noch in derselben Nacht wurden Notstromaggregat, DJ-Pult und Bier organisiert – der Wald war die Bühne. Etwa 30 Leute tanzten damals unter Bäumen und Sternen. „Was damals als spontane Feier unter Freunden begann, ist heute zu einer großen Veranstaltung herangewachsen.“
Dieser ursprüngliche Spirit ist geblieben – auch wenn das Festival mittlerweile hunderte Besucher:innen anzieht. Die Stimmung ist herzlich, DIY, gemeinschaftlich. Und: Das Ganze ist kein kommerzielles Projekt, sondern Herzenssache. Das Team besteht aus acht engen Freunden, unterstützt von vielen Helfern aus Ruhla und Umgebung.
Auch auf dem Land ist Platz für moderne Musik-Kultur
Die Organisation sei demokratisch, viele Entscheidungen würden gemeinsam getroffen. Auch Namen sollen nicht einzeln hervorgehoben werden: „Wir verstehen uns als Team, in dem jede Meinung zählt – und genau das macht die Organisation für uns so besonders.“ Und genau das, so die Crew, mache den Charakter von „Es knallt im Wald“ aus.
Kultur im Wald: Festival bringt elektronische Musik nach Ruhla
Die Veranstalter:innen betonen, wie wichtig es ihnen ist, mit dem Festival kulturelle Akzente in der Region zu setzen: „Gerade weil es hier nur einmal im Jahr ein Event in dieser Größenordnung gibt, möchten wir etwas Besonderes schaffen. Für die Region, für junge Leute und für alle, die Lust auf elektronische Musik und Gemeinschaft haben.“
Erstes Transformation Festival bringt Bass und urbane Kultur nach Weimar
Denn Ruhla liegt zwar idyllisch im Thüringer Wald – aber wenn es um Clubkultur oder Partys geht, wird hier sonst nicht viel geboten. Das will das Kollektiv ändern – mit elektronischen Beats und einer professionell organisierten Rave-Nacht. „Kultur lebt vom Miteinander“, heißt es aus dem Orga-Team – und mit „Es knallt im Wald“ soll dieses Miteinander direkt in die Heimat gebracht werden.
Von überregional bekannten DJs bis hin zu lokalen Newcomer:innen
Musikalisch bietet das Festival eine beeindruckende Vielfalt: Auf zwei Stages – der Mainstage und dem neu eingeführten „Mudpit“ – gibt es Techno, House, Trance, Drum & Bass und mehr. Die Acts reichen von überregional bekannten DJs bis hin zu lokalen Newcomer:innen. Dabei wird bewusst auf eine Mischung gesetzt, wie das Team erklärt: „Wir bieten weiterhin regionalen Artists eine Bühne. Ein Highlight in diesem Jahr – wir haben über Instagram einen DJ-Slot an einen Newcomer verlost.“ So entstehen Begegnungen zwischen Szene-Erfahrung und frischem Talent.
Lokale Newcomer treffen Stars beim Waldfestival Ruhla
Einige der angekündigten Acts auf der Mainstage sind etwa Lukas Geister mit seinem hypnotischen Trance/House-Sound, „Proma“, die mit Tribal-Groove und Loop-Fokus auftritt, oder Daniel Petro, der nicht nur mit Deep House begeistert, sondern auch für spektakuläre Feuershows bekannt ist. Auf der neuen „Mudpit“-Stage bringen unter anderem „Tjude B2B Just’n’June“ ihren Drum & Bass von Events wie dem Ruhr in Love nach Thüringen.
Mit dem „Mudpit“ wird 2025 eine zweite, vollwertige Bühne eingeführt, die dem Festival noch mehr Tiefe und Energie verleiht. „Mehr Sound, mehr Auswahl, mehr Party“, so das Versprechen der Crew. Acts wie Engel (Live) oder Nico L. Bandito versprechen harten Techno und treibende Vibes bis tief in die Nacht. „Hier wird’s laut, wild und absolut unvergesslich“, so ein Social Media-Post des Teams.
„Es knallt im Wald“ bringt Beats auf die Motocross-Strecke
Ein Blick zurück zeigt, wie stark das Festival in den letzten Jahren gewachsen ist. 2024 wurde die Veranstaltung regelrecht überrannt: Rund 1000 Menschen kamen, viele mussten abgewiesen werden. Auch in diesem Jahr gilt: Wenn das Gelände voll ist, ist Schluss – aus Sicherheitsgründen. „Deshalb unser Tipp: Kommt frühzeitig, um sicher dabei zu sein“, so die Veranstalter:innen.
Der Eintritt wird wie im Vorjahr vor Ort an der Abendkasse erhoben. Der Preis ist moderat und soll vor allem die Kosten decken – nicht auf Gewinn, sondern auf Nachhaltigkeit zielt das Konzept ab. Licht, Ton, Bühne, Security – das alles kostet. Trotzdem ist „Es knallt im Wald“ ein Festival mit Seele, kein Massenevent mit Plastikatmosphäre.
„Es knallt im Wald“ ist kein importiertes Großstadtformat
Dass ein solches Event im ländlichen Raum möglich ist, ist keine Selbstverständlichkeit und gerade deshalb ein starkes Zeichen. Das Festival steht beispielhaft für das, was möglich ist, wenn sich junge Menschen zusammentun, um selbst Kultur zu gestalten. Denn „Es knallt im Wald“ ist kein importiertes Großstadtformat – es ist gewachsen, authentisch und lokal verwurzelt.
Gemeinschaft statt Kommerz: Festival-Philosophie in Ruhla
Das unterstreicht das Team des Open-Airs im Interview mit unserer Zeitung und findet die perfekten Worte zum Abschluss: „Wir bringen ein starkes Line-up mit bekannten Acts und regionalen Newcomern mitten in den Wald und schaffen damit ein Festivalerlebnis, das es hier so sonst nicht gibt. Wer elektronische Musik liebt und ein Event mit echtem Herzblut sucht, sollte sich das nicht entgehen lassen.“
